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Jens Lehmann wechselte im Sommer 2008 von Arsenal London zum VfB © getty

Der Ex-Nationalkeeper hat weiterhin große Ziele, wie sein Trainer feststellt. Markus Babbel kennt die Konsequenzen für Stuttgart.

Von Mathias Frohnapfel

Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat gerade die Verträge mit den drei Jungprofis Julian Schieber, Christian Träsch und Daniel Didavi verlängert (zum Artikel).

Ein Teil der Zukunftsplanung steht, deutlich schwieriger wird es für die Schwaben, die Symbolfigur Jens Lehmann zu halten.

Der ehemalige Nationalkeeper spielt weiter mit verdeckten Karten.

Zu dem Zeitpunkt, wann er seine Entscheidung über eine Vertragsverlängerung bekannt geben wird, sagte er gegenüber Sport1.de knapp: "Keine Ahnung, weiß ich nicht."ad

Mit Mühen im Testspiel

Nach dem 2:2 im Testspiel gegen den SC Freiburg war Lehmann alles andere als gut gelaunt.

Ohne neun Stammspieler war sein Team in die Partie gegangen und hatte einige Mühe, die Führung des Zweitligisten (Tore: Gomez, Elson / zweimal Idrissou) noch zu egalisieren.

Die Stuttgarter mussten sogar wegen der zahlreichen leicht angeschlagenen Profis das für Donnerstag geplante Freundschaftsspiel gegen Zweitligist 1860 München absagen.

Sportliche Perspektive entscheidet

Doch Lehmann will Erfolg haben. Immer.

Auch Trainer Markus Babbel weiß das und wovon es abhängt, ob sein Keeper dem Schwabenland treu bleibt.

"Für ihn ist es entscheidend, wohin unser Weg geht", sagte Babbel auf Nachfrage von Sport1.de.

Und konkretisierte: "Ob wir es schaffen, ihm sportlich solche Perspektiven aufzuzeigen, dass er Lust hat da weiterzumachen."

Harte Arbeit und Spaß

Ermüdungserscheinungen beim 39-Jährigen kann er nicht ausmachen - selbst in der bei den Profis ungeliebten Phase der Vorbereitung nicht: "Ich hatte nicht das Gefühl, dass er sich quälen musste. In dieser Arbeit ist er hochprofessionell, aber der Spaß ist auch dabei."

Zudem hat sich Lehmann für Babbel zu einem wichtigen Ansprechpartner entwickelt. Die beiden verbinden mehrere Jahre in der Premier League - bei Arsenal respektive Liverpool und Blackburn.

Babbel: "Bin um jeden Rat dankbar"

"Ich rede viel mit ihm, bin für jeden Rat dankbar", sagt Babbel und macht zugleich klar, dass er als Teamchef natürlich "die letzte Entscheidung" treffe.

Rückhalt im Tor, Ansprechspartner für Babbel und Anführer für die jungen Spieler: So stellen sich Lehmanns Rollen aktuell in Stuttgart dar.

Der Verein dankt es ihm mit Vertrauen, wie Babbel erklärt. Sein drei Jahre jüngerer Teamchef umwirbt den Keeper deshalb: "Er ist ein sehr erfahrener Spieler mit unheimlich hohem Ansehen in der Truppe, der auch den jungen Spieler unglaublich gut tut. Deshalb würde es mich auch freuen, wenn er bleibt."

Manager Horst Heldt teilt Babbels Ansicht. Lehmann nütze dem "ganzen Verein mit seinem großen Ehrgeiz", wird er auf der vereinseigenen Homepage zitiert.

Lehmann pessimistisch für Bayern-Spiel

Doch sportlich läuft es bei den Stuttgartern angesichts vieler angeschlagener Profis im Moment nicht zu hundert Prozent.

Auch deshalb orakelte Erfolgsmensch Lehmann mit Blick auf das Pokalspiel gegen den FC Bayern finster: "Wir sind im Moment zu schlecht, haben zu viele kranke Spieler, das wird diesbezüglich schwer."

Im Match gegen Freiburg demonstrierte Lehmann, wie wichtig er selbst einen scheinbar bedeutungslosen Testkick nimmt. 1200 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena hörten ihn immer wieder, wie er donnernd seine Abwehrspieler auf Position befahl.

Heldts Optionen im Tor

Manager Heldt hat indes Alternativen aus dem Kader im Blick, falls es mit einer Vertragsverlängerung doch nicht klappen sollte: "Wir hätten mit Alexander Stolz und Sven Ulreich zwei weitere Torhüter, von denen wir absolut überzeugt sind."

Allerdings musste der VfB in der Winterpause bereits den Abgang von Routinier Pavel Pardo verkraften. Sami Khedira könnte wohl ohne größere Probleme in die Sechser-Rolle im Mittelfeld schlüpfen, bei Jens Lehmann dürfte das den Ersatzleuten weit schwerer fallen.

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