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Bastian Schweinsteger verlängerte seinen Vertrag bis 2012 © getty

Nach der Kritik von Beckenbauer gibt Schweinsteiger Widerworte. Auch für Kumpel Podolski hat er noch ein paar Worte übrig.

Von Matthias Becker

München - Bastian Schweinsteiger ist beim FC Bayern erwachsen geworden.

Der 24-Jährige, seit 1998 beim Rekordmeister aktiv, nimmt nach seiner Vertragsverlängerung nicht nur eine Schlüsselstellung in der Mannschaft des deutschen Rekordmeisters ein.

Der Nationalspieler lässt sich auch außerhalb des Platzes von den Altvorderen nicht mehr alles sagen.

"Wenn einer von Bayern München die Mannschaft angreift, finde ich das nicht okay", reagierte Schweinsteiger mit deutlichen Worten auf die kaum versteckte Kritik von Bayern-Präsident Franz Beckenbauer an seiner Spielweise. (hier: Die Kritik im Video)

"Das interessiert nicht"

Beckenbauer hatte zuvor in einem Interview mit "t-online" angemerkt: "Es gibt Positionen, auf denen wir Nachholbedarf haben. Die rechte Seite zum Beispiel hinkt gewaltig hinter der linken Seite her. Da müsste man etwas tun."

Ein Schlag ins Gesicht von Schweinsteiger, schließlich spielt er meistens rechts. Allzu hoch will er die Beckenbauer-Aussagen jedoch auch nicht bewerten.

"Nein, das interessiert nicht. Das hat nicht groß etwas mit Fußball zu tun", sagt er: "Ich konzentriere mich mehr auf die Mannschaft, damit wir die Punkte holen, die wir brauchen."

Vorfreude auf die Rückrunde

Schweinsteiger sieht es offensichtlich nicht mehr ein, sich ständig zu rechtfertigen. Zumal er in der Hinrunde eine der positiven Erscheinungen im Bayern-Kader war.

Vielmehr blickt er kurz vor dem Start der Rückrunde beim Hamburger SV und dem schwierigen DFB-Pokal-Achtelfinale beim VfB Stuttgart am Dienstag optimistisch auf die kommenden Wochen. (Bundesliga: So läuft der 18. Spieltag)

"Wir freuen uns, dass die Saison weitergeht und wollen die Spitze übernehmen, um dann die gewünschten Erfolge zu sammeln", sagte der 62-malige Nationalspieler und freut sich schon jetzt auf den Mai: "Ich hoffe, dass wir dann möglichst viele Endspiele haben."(Der Spielplan der Champions League)

Vorbereitung ohne Hindernisse

Die Grundlage dafür haben die Bayern in der Winterpause gelegt. Nachdem im vergangenen Sommer die EM und die Verletzungen von Luca Toni und Franck Ribery die Vorbereitung behinderten, sieht Schweinsteiger die Münchner jetzt bestens gerüstet:

"Wir sind gut drauf, können aber natürlich noch ein paar Dinge verbessern, sind aber auch schon dabei, Sachen einzustudieren", sagte er Sport1.de: "Bei uns waren alle in der Vorbereitung an Bord, wir hatten nicht viele Verletzte. Es sieht also ganz gut aus."

Ein entscheidender Faktor könnte dabei die von Trainer Jürgen Klinsmann immer wieder propagierte Fitness sein.

"Auch unter Felix Magath hatten wir einen sehr guten Fitnessstand und das hat gereicht, um immer wieder in den letzten zehn Minuten noch mal nachzulegen und Tore zu machen. Das ist ein wesentlicher Punkt", erklärte Schweinsteiger.

Mehrfachbelastung kein Problem

Ein weiterer Punkt auf dem Weg zur Meisterschaft wird auch sein, wie Herbstmeister 1899 Hoffenheim in die Rückrunde findet. Gerade angesichts des Ausfalls von Torjäger Vedad Ibisevic. (Hoffenheim sucht Ersatz für Ibisevic)

"Die Verletzung wird für Hoffenheim nicht entscheidend sein. Sie haben genügend ordentliche Spieler, die ihn auch ersetzen können", ist sich Schweinsteiger aber sicher, der in der Mehrfachbelastung der Bayern gegenüber dem Aufsteiger jedoch keinen Nachteil sieht:

"Wir haben mit Pokal, Champions League und einigen Länderspielen noch mehr zu investieren. Aber das sind wir gewohnt."

Podolski weiter unglücklich

Vor allem ihn selbst dürfte die Vielzahl der Spiele kaum umwerfen. Genauso wenig wie der Weggang von Lukas Podolski im Sommer.

Einen Seitenhieb auf seinen Kumpel konnte er sich dann aber doch nicht verkneifen. "Poldi" sei nach der Entscheidung pro Köln noch nicht glücklicher als zuvor, denn: "Im Tischtennis habe ich ihn immer noch im Griff."

Da blitzte er noch mal auf, der jugendliche Humor, beim mittlerweile so erwachsenen Bastian Schweinsteiger.

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