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Jürgen Klinsmann spielte als Stürmer selbst zwei Jahre beim FC Bayern © getty

Der schwache Saisonstart hat auch Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann seine Marschrichtung ändern lassen, wie der Coach nun zugibt.

Hamburg - FC Bayern Münchens Trainer Jürgen Klinsmann hat erstmals eingestanden, im Laufe der Bundesliga-Vorrunde seinen Umgang mit der Mannschaft erheblich korrigiert zu haben.

Zunächst habe es "gewissermaßen als Symbol für den Prozess des Sich-aneinander-Gewöhnens ein offenes Trainerbüro" gegeben.

Als zwischenzeitlich die Erfolge ausblieben, sei er "nicht mehr für alle greifbar" gewesen: "Die Hierarchie wurde sichtbarer. Das war für alle gut. Ich konnte nicht länger immer nur der 'good guy' sein, " sagte Klinsmann dem "Zeit"-Magazin.

Außerdem habe er die Spieler des deutschen Fußball-Meisters "sehr deutlich darauf hingewiesen, dass jeder zunächst einmal seine Pflicht hat, seine persönlichen Interessen hinten anzustellen".

Kurzfristige Planänderung

Zu Beginn der Saison habe man "jungen Spielern wie Breno, Sosa oder Toni Kroos bewusst die Chance gegeben", Erfahrungen zu sammeln.

Nach den drei erfolglosen Spielen in Serie gegen Hannover, Bremen und Bochum habe er, in Abstimmung mit der Vereinsführung, diesen Plan kurzfristig geändert: "Als der Erfolg ausblieb, haben wir die Entwicklung neuer Talente erst einmal zurückgestellt und uns aufs Gewinnen konzentriert." (Donovan empfiehlt sich gegen Lautern)

Inzwischen sei man wieder "voll im Plan".

Keine Schwächen zeigen

Klinsmann gab auch zu, dass es bei ihm in den ersten Monaten als Vereinstrainer auch Momente echter Schwäche gegeben habe. In den meisten Situationen dürfe man aber als Trainer "diese Schwäche nicht zeigen".

Oft kenne er die Gründe, warum Dinge schief liefen und würde das "nur zu gern auch öffentlich ansprechen".

Er wisse aber inzwischen, "dass Ehrlichkeit oft zu Schwäche gemacht wird, vor allem, weil ja die Öffentlichkeit oft nicht an Ehrlichkeit, sondern an Geschichten interessiert ist, die dann über Wochen als Thema weitergedreht werden können". 52991(Die Bilder: Busfahrer Ribery)

"Wir werden in Ruhe gelassen"

Dies sei ein legitimes Interesse, "aber ich will es nicht bedienen", sagte der 44-Jährige.

Die Medien hätten jedoch gemerkt, "dass sie alles bekommen, was sie brauchen, ich aber im Gegenzug den Schutz der Privatsphäre in Anspruch nehme. Wenn es nicht so wäre, das wissen alle, würde ich sofort einen Schnitt machen, dann würde der Informationsfluss auf das Notwendigste reduziert. Aber das steht nicht an, wir werden in Ruhe gelassen."

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