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Dante absolvierte bisher 93 Bundesliga-Spiele für Borussia Mönchengladbach © imago

Der Ex-Gladbacher erhöht den innerbetrieblichen Druck bei den Bayern hält Misserfolg für ausgeschlossen. Heynckes ist angetan.

Vom FC Bayern berichtet Reinhard Franke

München - Als Tom Starke und Dante am Donnerstag den Medienraum für ihr erstes Pressegespräch als Angestellte des FC Bayern betraten, erging es ihnen wohl wie kleinen Jungs, die zum ersten Mal vor der Achterbahn stehen

Eine innere Freude, Nervosität und positive Anspannung überkam die Neuzugänge.

Starke, von 1899 Hoffenheim an die Isar gekommen und mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet und Dante, der von Borussia Mönchengladbach zum Rekordmeister wechselte und für vier Jahre unterschrieben hat, wirkten gelöst und zufrieden.

Und Starke scherzte gar: "In Hoffenheim war es nur ein Journalist weniger."

Wandervogel Dante glücklich

Was das "Mia san mia" am Kragen seines Trainingsshirts bedeutet, weiß Dante noch nicht, aber: "Ich bin sehr, sehr glücklich bei Bayern zu sein. Das ist der beste Wechsel in meiner bisherigen Karriere", sagte der Neu-Bayer. (563193DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Er weiß, wovon er spricht, die Bayern sind schon sein sechster Klub. Dante spielte in Brasilien, Frankreich, Belgien und zuletzt in Gladbach.

"Ich hoffe, dass ich all das, was ich in den anderen Vereinen gelernt habe, hier bei Bayern einbringen kann. Ich werde alles geben." Eingewöhnungszeit werde er nicht brauchen, so Dante:

"Ich bin offener Mensch und es fällt mir nicht schwer woanders neu anzufangen."

Neue Möglichkeiten für Heynckes

Für die Bayern ist von entscheidender Bedeutung, dass der Abwehrspieler keine Eingewöhnungszeit braucht. Denn in seinem Arbeitsbereich, der Defensive, fehlten den Münchnern zuletzt die Alternativen.

Für den Platz neben dem gesetzten Holger Badstuber hatten die Bayern vergangenen Sommer Jerome Boateng verpflichtet. Der Nationalspieler absolvierte eine solide Saison, leistete sich aber auch einige Unkonzentriertheiten.

Da Routinier Daniel van Buyten lange Zeit verletzt ausfiel und Sorgenkind Breno aus anderen Gründen indisponiert war, blieb innerbetriebliche Konkurrenz Fehlanzeige.

Fehlte Boateng, waren die ersten Ersatzleute für Trainer Jupp Heynckes die Mittelfeldspieler Anatoliy Tymoshchuk und Luiz Gustavo.

[kaltura id="0_wh7vb8cd" class="full_size" title="Dante will das Triple"]

Chefrolle nicht das Ziel

Den Ansprüchen eines europäischen Spitzenvereins genügt das natürlich nicht - aber deshalb ist Dante ja jetzt da. Der Brasilianer hatte bedeutenden Anteil am Höhenflug der Gladbacher Borussia, war unumschränkter Abwehrchef.

Eine Position, die er bei den Bayern nicht zwangsläufig übernehmen will. Für Dante hat der FCB "sehr gute Verteidiger und jetzt komme ich noch dazu. Ich will jeden Tag, jede Woche die Qualität in der Abwehr noch verbessern."

Trainer Jupp Heynckes ist schon nach wenigen Eindrücken begeistert vom neuen Mann. "Im ersten Training hat er einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht, ein sehr guter Spieler, da hat mir einiges gefallen", sagte Heynckes

Fordern will Dante aber nichts. "Abwehrchef zu sein ist nicht mein höchstes Ziel. Mein Ziel ist es Topleistungen zu bringen. In großen Vereinen ist es nicht so wichtig persönliche Ziele zu haben, es zählt nur das Kollektiv."

Drittes Jahr ohne Titel "unmöglich"

Dante, 93-maliger Bundesligaspieler, tritt in einen neuen, großen Abschnitt seiner Karriere ein. Die Motivation ist klar: endlich Titel gewinnen zu können.

Dass die Trophäen in den letzten beiden Jahren am FC Bayern vorbeigingen, entlockt dem Verteidiger am Donnerstag nur ein müdes Lächeln: "Zwei Jahre waren schon am Limit. Drei sind unmöglich."

Diesen Teil der Bayern-Mentailität hat er schon verinnerlicht. Allerdings ist Dante froh, dass seine Landsleute Luiz Gustavo und Rafinha ihm die Eingewöhnung erleichtern.

"Vor meinem Wechsel habe ich sie immer gefragt, wie es bei Bayern so abläuft. Es ist für mich einfacher in den ersten Tagen", erklärte Dante, "ich freue mich, dass die Beiden da sind."

"Zwei Wochen haben locker gereicht"

Auch für Tom Starke dürfte der Einstieg in München leicht gewesen sein, sein Wechsel erfolgte schließlich auch aus voller Überzeugung.

Er hätte bei Werder Bremen Nummer eins sein können, entschied sich aber für den Posten als Nummer zwei beim Rekordmeister.

Aus Starkes Sicht absolut verständlich: "Es ist schon etwas Besonderes. Als Bayern angerufen hat, habe ich gut überlegt, aber es war schnell klar. Ich habe zwei Wochen bekommen, die haben locker gereicht."

Starke will Neuer weiterentwickeln

Ein Problem, als Backup von Manuel Neuer nur über geringe Einsatzchancen zu verfügen, hat er nicht: "Ich war sechs Jahre die Nummer eins und hatte eigentlich noch vor ein bisschen zu spielen. Aber nach den Gesprächen war das eine einfache Entscheidung."

Auf die Zusammenarbeit mit Neuer freut er sich.

"Es ist auch für die Nummer eins wichtig zu wissen, dass da einer hintendran steht, wo ich keine Sekunde nachlassen darf", erklärte Starke, der sich leistungsfördernd einbringen will:

"Meine Aufgabe ist es auch ihn weiter zu entwickeln. Bei jedem ist noch Luft nach oben."

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