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Dortmunds Neuzugänge stehen im Trainingslager in Österreich im Fokus © imago

Der deutsche Meister bereitet sich in Österreich auf die neue Saison vor. Marco Reus fehlt zwar, dafür sind vier andere Neuzugänge dabei.

Von Andreas Haupt

München - Der Königstransfer hat noch zwei Wochen frei.

Gut 17 Millionen Euro hat Borussia Dortmund auf den Tisch gelegt, um Marco Reus von Borussia Mönchengladbach zurückzuholen.

Der Nationalspieler wird nach seinem Einsatz bei der EM aber erst in zwei Wochen beim Double-Gewinner einsteigen, ist aber immerhin schon als Model für das schwarz-gelbe Trikot in Erscheinung getreten.

Das hat er mit den vier übrigen Neuzugängen des BVB gemeinsam. Julian Schieber, Oliver Kirch, Leonardo Bittencourt und Mustafa Amini präsentierten am Mittwochabend gemeinsam mit ihren Mannschaftskollegen und Trainer Jürgen Klopp in Dortmund das neue Jersey - vor 5.000 Zuschauern.

Neuzugänge im Fokus

"Da hast du gleich gespürt, was in dieser Stadt für eine Euphorie steckt", sagte Julian Schieber, der für 5,5 Millionen Euro vom VfB Stuttgart kam.

Seit Donnerstag ist der Meister nun im Trainingslager in Österreich. Und dort stehen die Schattenmänner von Star-Neuzugang Reus im Fokus. Besonders Schieber. (SERVICE: Bundesliga-Sommerfahrpläne)

Der 23-Jährige ist der zweitteuerste Transfer für die kommende Saison. "Julian ist ein richtig guter Stürmer. Und einen Schuss mit seinem linken Fuß möchte ich nicht abbekommen", schwärmt Sportdirektor Michael Zorc.

Ersatz für Barrios

Schon bei seinem Gastspiel in Nürnberg ist Schieber den Dortmunder Verantwortlichen positiv aufgefallen. Spätestens seine zwei Treffern beim verrückten 4:4 zwischen BVB und VfB hinterließen einen bleibenden Eindruck.

In der kommenden Spielzeit nimmt er die Rolle des zweiten Stürmers hinter Robert Lewandowski ein, nachdem Lucas Barrios den Verein verlassen hat.

"Ich komme in eine Mannschaft, die funktioniert und seit zwei Jahren auf hohem Niveau spielt", sagt Schieber, "da wird es natürlich schwer, als neuer Spieler hineinzukommen."

Schieber glaubt an seine Chance

Da der Meister durch die dreifach-Belastung von Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal aber auf 50 Pflichtspiele in dieser Saison hofft, glaubt Schieber an Gelegenheiten, sich anzubieten.

"Wir haben eine lange Saison. Ich denke, ich werde meine Chance bekommen. Es liegt letztendlich an mir, ob ich mich durchsetzte", sagt er.

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Kirch soll Piszczek fordern

Wie der Schwabe ist auch Oliver Kirch ein Herausforderer. Kirch kommt vom Bundesliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern und soll Lukasz Piszczek als Rechtsverteidiger Druck machen.

Eine ungewohnte Rolle für den mit 29 Jahren ältesten und wohl auch überraschendsten Neuzugang. Beim FCK wurde er vorwiegend im Mittelfeld eingesetzt.

"Mich auf das Tempo beim BVB anzupassen, wird eine echte Herausforderung", sagt Kirch, "aber nirgendwo steht geschrieben, dass sich ein 29-Jähriger nicht noch entwickeln kann."

Anruf drei Tage vor Hochzeit

Für Kirch ist der Wechsel nach Dortmund etwas ganz Besonderes, wuchs er doch drei Jahre lang im Stadtteil Körne auf.

Das Interesse der Borussia traf ihn unvorbereitet. "Der Anruf von Jürgen Klopp kam passenderweise drei Tage vor meiner Hochzeit. Ich war sowieso schon euphorisiert, aber das hat dem Fass den Boden ausgeschlagen", erinnert sich Kirch.

Immerhin bringt er die Erfahrung von drei Bundesliga-Stationen beim FCK, in Mönchengladbach und Bielefeld mit.

Freude über Bittencourt

Das können Leonardo Bittencourt und Mustafa Amini nicht von sich behaupten. Bittencourt absolvierte vergangene Saison für Energie Cottbus immerhin 29 Zweitliga-Einsätze und erzielte zwei Tore.

"Wir sind froh, dass er sich für uns entschieden hat", erklärt Sportdirektor Zorc. Im hochkarätig besetzten Mittelfeld mit Spielern wie Reus, Mario Götze, Ilkay Gündogan und Kevin Großkreutz wird es für Bittencourt jedoch schwer, sich einen Stammplatz zu erkämpfen.

Genauso wie für Amini, ein Australier, der sich an das hohe Tempo in Deutschland erst einmal gewöhnen muss.

"Gebt den Spielern Zeit"

Mit einem weiteren Sensationscoup wie Shinji Kagawa, der für 350.00 Euro kam und für fast 20 Millionen verkauft wurde, rechnet Zorc aber weder bei Amini noch bei Bittencourt.

"Gebt den Spielern die Zeit, sich zu entwickeln", fordert er.

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