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Sportdirektor Max Eberl spielte zwischen 1999 und 2005 für Borussia Mönchengladbach © imago

Die Fronten zwischen Gladbachs Wunschstürmer und Twente Enschede verhärten sich. Die Holländer wollen mehr Geld, de Jong will weg.

Von Reinhard Franke

München - Das Wechsel-Theater um den holländischen Nationalstürmer Luuk de Jong zieht sich wie ein Kaugummi, wird immer bizarrer.

Borussia Mönchengladbach möchte den Stürmer von Twente Enschede gerne als Nachfolger von Marco Reus verpflichten. Er ist der Wunschkandidat der "Fohlen".

Doch der Transfer gerät immer mehr zur Hängepartie, gar zu einer Schlammschlacht.

Allerdings nicht zwischen Gladbach und Twente, vielmehr zwischen dem holländischen Erstligisten und de Jong.

Twente erhöht Ablöseforderung

Die Lage schien klar. Für 14 Millionen Euro hätte Gladbach den Angreifer verpflichten können und signalisierte, dass man sich einig sei, doch das war Twente plötzlich nicht mehr genug.

Der Verein erhöhte die Ablöseforderung auf 20 Millionen Euro.

De Jong will sich freikaufen

Das ist der Borussia zu viel. Doch der Spieler möchte zu Gladbach und will sich notfalls freikaufen, auf rund 2,5 Millionen Euro verzichten (SPIELPLAN: Die Saison 2012/2013).

Denn der Stürmer hat in seinem Vertrag eine Klausel, die ihm 20 Prozent der Ablöse garantiert. "Mir geht es nicht nur ums Geld", sagte de Jong.

Eberl will vernünftig handeln

Das bestätigte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl im Gespräch mit SPORT1: "Der Junge hat sich in holländischen Medien offensiv geäußert, ist bereit auf mehrere Millionen zu verzichten."

Und weiter: "Dass Borussia Interesse an dem Spieler hat, ist ja mittlerweile kein Geheimnis. Wir werden aber versuchen im Interesse unseres Budgets zu bleiben."

[kaltura id="0_ygmf1vyb" class="full_size" title="Gladbachs neue Fohlen"]

Gladbach ist nicht gewillt, die 20 Millionen Euro zu zahlen, doch Eberl fügt an: "Ich habe weiterhin die Hoffnung, dass es mit dem Transfer klappt. Wir wollen versuchen eine gute Lösung zu finden, es ist aber alles noch offen."

Auch Leverkusen mischt mit

Wann es zu einer Einigung über den Topscorer (traf 25 Mal in 31 Spielen) kommt, konnte Eberl bei SPORT1 nicht sagen (VEREINSSEITEN: Alles zu Ihrem Verein).

Auch Bayer Leverkusen hat sich nun in den Transfer-Poker eingeklinkt und Interesse signalisiert. Noch wirkt Eberl aber gelassen.

"Ein, zwei andere Kandidaten"

Für den Fall, dass Twente hart bleibt und nicht von seiner Forderung abrückt, "haben wir noch ein, zwei andere Kandidaten im Blick", so Eberl.

Laut der spanischen Zeitung "Marca" soll Stürmer Joselu (22/27 Tore für Real Madrids Reserve) ebenfalls im Borussia-Visier sein (492198DIASHOW: Transfermarkt Bundesliga).

Und auch David Hoilett (22/Blackburn) wird nach englischen Medien wieder heiß gehandelt, der schon seit Wochen ein Thema ist.

"Krieg" zwischen de Jong und Twente

Das Tischtuch zwischen de Jong und Twente ist derweil zerschnitten. Der Spieler hat am Wochenende seine Enttäuschung über das Verhalten seines Klubs deutlich zum Ausdruck gebracht.

Am Montag war de Jong dann erstmals wieder beim Training und wiederholte erneut seinen Wunsch wechseln zu dürfen.

De Jong ist sauer, in holländischen Medien wird sogar von "Krieg" gesprochen.

Hoffnung auf Wechsel

Der Stürmer aber hat genauso wie Eberl die Hoffnung noch nicht aufgegeben:

"Ich hoffe, dass Twente einlenkt. Vor drei Jahren haben sie mich für 900.000 Euro von de Graafschap geholt. Jetzt können sie ein Vielfaches davon bekommen", sagte er.

"Ich habe Twente mitgeteilt, dass ich auf Geld verzichte, wenn dadurch mein Wechsel nach Gladbach möglich wird."

Dennoch ist ein Ende des Pokers vorerst nicht abzusehen.

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