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Rafael van der Vaart (r., hier mit Paolo Guerrero) spielte von 2005 bis 2008 beim HSV © getty

Der Abgang des Peruaners gibt dem HSV plötzlich Transfer-Spielraum. Fink träumt ohnehin von der Rückkehr des Regisseurs.

Hamburg - Als sich die Profis des Hamburger SV am Mittwochnachmittag in den Flieger gen Heimat setzten, blieb ein Platz überraschend leer. (SERVICE: Bundesliga-Sommerfahrpläne)

Während Paolo Guerrero längst auf dem Weg zu seinem neuen Arbeitgeber nach Brasilien war, geisterte der Name eines alten Bekannten wieder durch die Hansestadt: Rafael van der Vaart.

Guerrero soll beim brasilianischen Renommierklub Corinthians Sao Paulo, dem Sieger der südamerikanischen "Champions League" (Copa Libertadores), einen Dreijahresvertrag erhalten. (492198DIASHOW: Transfermarkt Bundesliga)

Und das könnte womöglich wieder finanzielle Möglichkeiten wecken, den niederländischen Wunschspieler doch noch zurück an die Elbe zu locken.

Fünf Millionen Ablöse für Guerrero

"Die beiden Vereine haben sich über einen Wechsel geeinigt", sagte HSV-Sportdirektor Frank Arnesen zum Abschluss des Trainingslagers im Zillertal zu Guerrero. "Für Paolo ist es eine große Sache, bei diesem Verein zu spielen. Wir wünschen ihm natürlich viel Glück und Erfolg auf seinem Weg."

Mit dem Abgang des nicht immer pflegeleichten peruanischen Angreifers ergibt sich beim HSV plötzlich eine völlig neue Situation.

Guerrero ließ sich seine Auftritte mit rund vier Millionen Euro pro Jahr vergolden; inklusive einer geschätzten Ablöse von fünf Millionen Euro hat der HSV nun wieder Handlungsspielraum für einen neuen Regisseur.

Fink träumt von van der Vaart

"Jeder hat ja gesehen, dass wir einen zentralen Mittelfeldspieler benötigen, der das Spiel lenkt, der denkt und Pässe in die Tiefe spielen kann", sagte Trainer Thorsten Fink der "Sport Bild" dazu.

Klar, dass in Hamburg die Spekulationen um van der Vaarts Rückkehr reichlich neue Nahrung erhalten.

Von 2005 bis 2008 hatte der niederländische Nationalspieler das Trikot mit der Raute getragen und war zur Ikone bei den Fans aufgestiegen.

Unglücklich bei den Spurs

Aktuell steht "VdV" bei Tottenham Hotspur unter Vertrag - und ist unglücklich.

Der neue Teammanager Andre Villas-Boas setzt wohl nicht auf den Linksfuß, mit dem ehemaligen Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson steht für knapp zehn Millionen Euro schon ein Nachfolger parat.

Van der Vaart darf wohl gehen - eine Ablöse von angeblich zehn Millionen Euro vorausgesetzt.

Was macht Investor Kühne?

Bisher zu viel Geld für die klammen Hanseaten, die weiter bemüht sind, die Kosten in Grenzen zu halten.

Im Falle eines Transfers wäre der Klub wohl immer noch auf die Unterstützung von Milliardär und van-der-Vaart-Fan Klaus-Michael Kühne angewiesen, der seine Bereitschaft schon signalisierte.

"Der HSV ist mein Hobby. Ich stehe als Investor für neue Spieler durchaus zur Verfügung", so Kühne. Vor allem für van der Vaart.

Schalke schreibt "VdV" ab

Konkurrenz aus der Bundesliga droht dem HSV derzeit nicht. Schalke 04 hatte Interesse am niederländischen Spielmacher angemeldet, aber inzwischen alle Transferaktivitäten für beendet erklärt.

"Er hat sehr hohe Qualität. Trotzdem passt er aus verschiedenen Gründen nicht zu unseren Vorstellungen", sagte Sportdirektor Horst Heldt.

Bleibt in der Bundesliga nur noch der HSV.

Kreativkopf im Mittelfeld fehlt

In Finks Gedankenspiele passt der 29-Jährige bestens: "Klar ist, dass uns so ein Spieler unheimlich weiterbringen würde."

In der vergangenen Seuchensaison fehlte ein Kreativkopf im Mittelfeld, jemand, der vorangeht. Wie van der Vaart in seinen besten Zeiten.

Der Niederländer ist aber nicht die einzige Option der Hanseaten.

"Schwung in den Markt"

Auch der Däne Rasmus Elm, der frühere Schalker Ivan Rakitic und Milan Badelj von Dinamo Zagreb werden als Kandidaten gehandelt.

"Es kommt Schwung in den Markt", hatte Arnesen prophezeit und recht behalten.

Guerreros Abschied sei Dank.

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