Eberl: Keine Panik im Fall de Jong
Von Reinhard Franke
München - Der Mann hat seine Hausaufgaben gemacht. Fast.
Eine kleine Lücke ist noch zu finden in den Planungen von Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. ( SERVICE: Bundesliga-Sommerfahrpläne)
Doch die Fans der "Fohlen" können jetzt schon hoch zufrieden sein. Die Vorfreude auf die neue Borussia steigt.
Nach den Abgängen von Dante, Marco Reus und Roman Neustädter, die das Gerüst der erfolgreichen Borussia im Vorjahr bildeten, wurden mit Granit Xhaka, Alvaro Dominguez, Peniel Mlapa und Branimir Hrgota neue Stars verpflichtet. (DIASHOW: Transfermarkt Bundesliga)
Die noch offene Planstelle im Sturm würde Eberl gerne mit Luuk de Jong besetzen, doch der Transfer steht weiter in der Schwebe.
"Es gibt nichts zu verkünden"
"Heute wird nichts verkündet", teilte Eberl SPORT1 am Donnerstag mit. Der Transfer mit dem niederländischen Nationalstürmer wird immer mehr zur Hängepartie.
Die Fans hoffen, dass de Jong noch kommt, auch Eberl hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Die Borussia werde jedoch "kein wirtschaftliches Risiko eingehen", wird Eberl im "kicker" zitiert.
De Jongs Verein Twente Enschede soll sich nach SPORT1-Informationen derweil schon nach einem Nachfolger umschauen. Heißeste Kandidaten: Tim Matavz (PSV Eindhoven) und Jelle Vossen (KRC Genk).
Warten auf den Hoffnungsträger
Noch müssen die Gladbacher abwarten, ob der neue Hoffnungsträger für die Offensive der Borussia kommt. Mit den bisherigen Zugängen steht die Borussia jedoch schon glänzend da.
Hinzu kommt noch, der Vertrag mit Trainer Lucien Favre bis 2015 vorzeitig verlängert wurde.
Dauerkartenrekord, neue Stars, Champions-League-Träume - Eberl hat momentan nicht nur alle Hände voll zu tun, um den Deal mit de Jong noch einzutüten. Er muss auch mächtig auf die Euphorie-Bremse treten.
Große Erwartungshaltung
Die Erwartungshaltung rund um den Borussia-Park ist groß. "Unsere Anhänger sind sehr realistisch. Das reinigende Gewitter vor einem Jahr hat seinen teil dazu beigetragen", weiß Eberl.
"Durch die Relegation und die anschließende Mitgliederversammlung wurde Tacheles geredet. Danach haben wir einen sehr guten Weg gefunden."
Diesen Weg will man nun weiter beschreiten mit dem Hintergedanken, dass" Platz vier uns nicht den Blick vernebeln darf", so Eberl. Der 38-Jährige ist ein fleißiger Arbeiter, der besonnen an seinem Projekt Borussia arbeitet.
Im August beginnt die Qualifikation zur Champions League, doch fest einplanen kann der Verein die Millionen aus der europäischen Königsklasse also noch nicht.
Kein Risko bei Personalplanung
Eberl wird kein Risiko eingehen bei der Personalplanung, bis jetzt wurde lediglich das Geld aus den Einnahmen wieder in neue Spieler investiert.
"Wir stemmen die Investitionen rein aus der Kraft des Vereins. Wir haben Spieler entwickelt und reinvestieren jetzt die Ablösesummen, die wir für sie erhalten. In voller Höhe", erklärt Eberl.
Gelungener Testspiel-Auftakt
Sollte der de Jong-Deal noch gelingen, dürften die Fans den Sportchef in Gladbach auf Händen tragen.
Während Eberl weiter um de Jong kämpft, ist Borussia mit einem Six-Pack in seine Vorbereitungsspiele für die neue Saison und die Champions-League-Qualifikation gestartet.
Die Gladbacher setzten sich am Mittwoch beim Regionalligisten Spvgg Velbert 6:0 (3:0) durch (BERICHT: Gladbacher Six-Pack). Die Tore erzielten Tolgar Cigerci, Igor de Camargo und Patrick Hermann sowie der schwedische Neuzugang Hrgota.


