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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Felix Magath (l.) gewann mit dem FC Bayern München zweimal das Double © getty

In der Wolfsburger Vorbereitung ist der fordernde Ton von Felix Magath zurückgekehrt. Ein Profi muss Sonderschichten einlegen.

Von Reinhard Franke

München - "Quälix" ist zurück. Er pfeift, dirigiert, befiehlt. Und wenn es sein muss, hilft er bei den Übungen im Training persönlich nach.

Die eigenwilligen Trainingsmethoden von Wolfsburg-Coach Felix Magath sind hinlänglich bekannt: Treppenlauf, Training mit Medizinbällen und andere Qualen in der Vorbereitung auf die neue Saison. (SPIELPLAN: Die Saison 2012/2013).

Wer in den letzten Jahren unter Magath trainierte, hatte nicht viel zu lachen. Seine Methoden sorgen immer wieder für heiße Diskussionen.

Viele Spieler loben Magath, andere schimpfen über die harte Gangart des Fußballmanagers.

Zwei Befürworter der Magath-Schule waren immer der Ex-Wolfsburger Hasan Salihamidzic und der aktuelle VfL-Profi Ashkan Dejagah.

Dagegen gibt es genügend Profis, die vor Magath geflohen sind und ihr Glück bei einem anderen Verein suchten: Albert Streit, Sotirios Kyrgiakos oder Hans Sarpei beschwerten sich in der jüngsten Vergangenheit alle über das harte Training von "Quälix".

Ultimatum für Kjaer

Auch Simon Kjaer, aktuell noch Spieler unter Magath, will das Weite suchen. Der Coach setzte dem Dänen jetzt ein Ultimatum von zwei Wochen, damit er sich einen neuen Verein suchen kann (SERVICE: Bundesliga-Sommerfahrpläne).

In der letzten Saison hatte man den Eindruck, dass es Magath etwas ruhiger angehen ließ.

Doch in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit kehrt er wieder den alten Besen raus.

"Ich kann nicht mehr heißt: Ich will nicht mehr"

Im Trainingslager der "Wölfe" in Glücksburg verblüffte er jetzt mit einer These: "Ich kann nicht mehr heißt: Ich will nicht mehr".

Diese Aussage verwundert umso mehr, wenn man sich die Flut der Neuzugänge in der letzten Saison betrachtet.

Magath wieder der alte Schleifer

Der Kader wuchs so auf bis zu 40 Spieler an.

Magath ist wieder der alte Schleifer, der seine Spieler zu Höchtleistungen quälen will. Doch die Frage ist: Wie erfolgreich ist die Rückkehr zu alten Qualen?

Einer, der Magath live erleben darf, ist Wolfsburg-Profi Kevin Pannewitz. (492198DIASHOW: Transfermarkt Bundesliga)

Der neue Mittelfeldmann erschien zum Trainingsstart des VfL mit einem Kampfgewicht von 96 Kilo.

Zu viel bei 1,85 Meter Körpergröße. Der Ex-Rostocker Pannewitz ist Magaths schwerster Fall. Wie die "Bild" berichtet, nennt der Trainer ihn "Buffy" - wie seinen schwergewichtigen Ex-Mitspieler Johann "Buffy" Ettmayer.

Pannewitz drohen Sonderschichten

Magath sagte dazu: "Es wäre schade, wenn der Fußball so ein Talent verliert."

Wer Magath kennt, der weiß, wie er es schaffen will, damit das nicht passiert.

Pannewitz dürften genügend Einheiten mit Medizinbällen sicher sein. Außer Pannewitz bekamen im Trainingslager die Innenverteidiger Felipe Lopes und Marco Russ von Magath ihr Fett weg.

Magath kritisierte, dass "Lopes scheinbar den Urlaub genossen hat. Seine Ausdauer-Fähigkeit ist schwächer als bei den anderen. Und Russ ist überraschend schwach. Wer im Urlaub nichts gemacht hat, hat es eben schwerer."

Magath ordnete Sonderschichten an. Der Trainermanager will mit dem VfL hoch hinaus. Heißt: Internationales Geschäft oder gar der Titel soll her. Dafür nimmt er sich ein Beispiel an Borussia Dortmund.

Vorbild Borussia Dortmund

In der "Bild am Sonntag" sagt er: "Dass man etwas erreichen kann, wenn der Verein mit sich im Einklang ist. Wenn Klub-Führung, Mannschaft und Fans miteinander agieren und eine Stärke entwickeln, die bis zum Titel führt."

Und weiter: "In Dortmund herrscht Harmonie, es gibt keine Grabenkämpfe. Dort stimmt es einfach. Klubs bleiben eben auf der Strecke, wenn Verantwortlichkeiten nicht klar geklärt sind, wenn mehr hinten rum gegeneinander gearbeitet wird."

Belohnung für VfL-Profis

Magath kann aber auch anders, er regiert mit Zuckerbrot und Peitsche.

Die Quälereien im Konditions-Trainingslager hatten ein frühes Ende.

Der VfL hatte das Quartier bis Samstag gebucht, aber weil die Mannschaft gut mitgezogen hat, ging's zur Belohnung bereits Samstag zurück nach Wolfsburg.

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