Huntelaar lässt Schalke weiter zappeln
Von Andreas Kloo
München - Es ist schon jetzt eine der längsten Hängepartien der Bundesliga-Geschichte: die Diskussion um die Vertragsverlängerung von Klaas-Jan Huntelaar bei Schalke 04.
Schon seit Jahresbeginn schwelt das Thema, täglich gibt es neue Wasserstandsmeldungen.
Aber so richtig scheint man nicht voranzukommen. Die Faktenlage ist einfach: Huntelaars Vertrag bei den "Knappen" läuft im Sommer 2013 aus.
Für eine festgeschriebene Ablösesumme von angeblich 20 Millionen Euro kann der Niederländer die Schalker aber jetzt schon verlassen. Geht Huntelaar aber erst im nächsten Sommer, kassiert Schalke keinen Cent.
20 Millionen Euro könnten die Schalker zwar gut gebrauchen, aber noch macht man sich Hoffnung auf einen Verbleib Huntelaars über 2013 hinaus.
Huntelaar setzt sich keine Frist
Doch der Angreifer lässt Schalke weiter zappeln, er hat es offenbar nicht eilig.
"In den nächsten Wochen oder Monaten werden wir uns wieder zusammensetzen. Ich habe mir da keine Termingrenzen gesetzt", sagte er nach der Rückkehr aus dem Urlaub zum Stand der Verhandlungen (Testspiel gegen Villingen Di., ab 18.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).
Schalke dagegen bräuchte langsam Klarheit. Sollte Huntelaar nicht bleiben wollen, müssten sich die Gelsenkirchener um Interessenten bemühen.
Konzentration aufs Sportliche
Laut Huntelaar selbst gibt es diese offiziell nicht: "Ich weiß nichts von irgendwelchen Angeboten und habe meinem Berater auch gesagt: Wenn es welche gibt, will ich davon nichts wissen."
Der 28-Jährige will sich voll auf die nächste Bundesliga-Saison konzentrieren: "Von mir aus kann die Bundesliga gar nicht schnell genug anfangen", sehnt er den Auftakt der neuen Spielzeit herbei. ( DATENCENTER: Der Spielplan 2012/2013)
Auch um die missratene EM endlich vergessen zu können.
Dort war der Stürmer zunächst nur als Joker für die Elftal im Einsatz. Da er sich teamintern über die Rolle des Bankdrückers beschwerte, stand er wohl kurz vor dem Rauswurf durch Bert van Marwijk.
Hoffnung auf van Gaal
Der musste nun selbst seinen Stuhl räumen, Louis van Gaal ist sein Nachfolger.
Huntelaar begrüßt den Personalwechsel auf dem Bondscoach-Posten: "Ich habe ihn einmal persönlich erlebt bei der U-21-WM in Argentinien. Er ist ein guter Trainer und hat dieses Amt ja bereits einmal innegehabt", sagt er zu van Gaal.
In dessen erster Amtszeit verpasste die Niederlande die Qualifikation für die WM 2002.
"Damals hat es nicht so funktioniert, wie er und die Mannschaft es sich vorgestellt hatten. Aber demnächst gehen wir alle mit frischen Kräften ans Werk, um uns für die WM 2014 zu qualifizieren", zeigte er sich optimistisch.
Vorschusslorbeeren für Neuzugänge
Auch bei Schalke glaubt der "Hunter" nach Tabellenplatz drei in der Vorsaison an eine Steigerung: "Wir haben zusammen die Champions League erreicht und wollen nun auch dort zeigen, was wir können. Ich denke, wir werden noch stärker", macht Huntelaar eine Kampfansage an die Konkurrenz.
Vor allem durch die Neuzugänge Roman Neustädter und Tranquillo Barnetta erwartet er einen Qualitätssprung der Mannschaft. (DIASHOW: Bundesliga Transfermarkt)
"Beides sind sehr gute Spieler", sagt er zu den Transfers. "Roman hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass er ein sehr guter Mannschaftspieler ist", strich er die Qualitäten des früheren Gladbachers heraus und fügte hinzu: "Ich habe ja immer gesagt, ich möchte mit den Besten spielen."
Binde als Lockmittel?
Auf jeden Fall wird deutlich, wie es Schalke gelingen kann, Huntelaar zu halten. Mit weiteren gelungenen Transfers kann Sportvorstand Horst Heldt dem Bundesliga-Torschützenkönig der letzten Saison den Verbleib schmackhaft machen.
Eine weiteres Lockmittel wäre die Kapitänsbinde. Aktuell ist Benedikt Höwedes Schalkes Spielführer.
"Das kann ich mir vorstellen", zeigt sich Huntelaar vor der verantwortungsvollen Aufgabe nicht abgeneigt.


