Pizarro kämpft gegen die Uhr und zwei Super-Marios
Vom Bayern-Trainingslager berichtet Mathias Frohnapfel
Riva del Garda - Hartnäckig hat der Faserriss im Oberschenkel Claudio Pizarro verfolgt, sogar im Trainingslager am Gardasee musste er sich am Montagmorgen einer Spezialbehandlung unterziehen.
Im luxuriösen Hotel "Lido Palace" in Riva machte der Bayern-Rückkehrer Stabilisationsübungen, ehe es zu den Mitspielern auf dem Trainingsplatz nach Arco ging (Bericht: Gardasee als Kraftquelle).
"Ich habe noch keine Sprints gemacht", bedauerte Pizarro, der sich daher noch "nicht bei 80 Prozent" seines Leistungsvermögens sieht. Am Montagabend trainierte er immerhin gemeinsam mit den Kollegen.
Die Uhr läuft bis zum Saisonstart in der zweiten August-Hälfte mit dem Auftakt in DFB-Pokal und Meisterschaft.
Mandzukic legt mit Trainingsspieltor los
Pizarro kam ablösefrei von Werder Bremen, er ist ein ebenso trickreicher wie eiskalter Angreifer, ein Schlitzohr, das auch mit 33 Jahren die Abwehrreihen noch narren kann.
Mario Mandzukic ließen sich die Bayern indes 13 Millionen Euro kosten, der Ex-Wolfsburger soll sich gemeinsam mit Pizarro an Stammkraft Mario Gomez heften wie die Souvenirverkäufer am Gardasee an frischeingetroffene Touristen.
Und Mandzukic rackerte und rannte in seinen ersten Einheiten für die Roten wie aus einer Armbrust katapultiert, in eben diesem Stil traf er im Trainingsspiel am Montag und erarbeitete sich eine Großchance (DIASHOW: FC Bayern im Trainingslager).
Pizarro buhlt um Gunst des Trainers
"Jeder versucht, seine Sachen zu machen. Das ist normal", antwortete Pizarro auf das Rennen um die Gunst von Trainer Jupp Heynckes.
Er machte es sich in der Medienunterkunft "Hotel du Lac et du Parc" auf dem Sofa bequem, berichtete von seiner ersten Ära in München von 2001 bis 2007.
"Ich war auch damals nicht gesetzt, ich habe viel gearbeitet", sagte der Peruaner.
Seiner Rolle ist er sich aktuell bewusst und auch des Vorsprungs der etatmäßigen Nummer eins, Mario Gomez.
Pizarro: System mit zwei Stürmern "denkbar"
"Er hat eine super Saison gespielt, hat auch in der Nationalmannschaft gespielt, er ist Stammspieler hier", stellte er fest.
Zudem gab er aber auch auf SPORT1-Nachfrage zu erkennen, dass er in München ein System mit zwei Stürmern für "denkbar" halte:
"Ich habe früher so gespielt, doch das liegt am Trainer."
Meistertitel als erstes Ziel
Aktuell würden seine jüngeren Teamkollegen den FCB wohl nicht mal an der Playstation in solch einer Formation auflaufen lassen, das Zocken an der Spielkonsole ist dagegen nichts, wofür sich der Routinier erwärmen kann
Die Zielsetzung mit dem FC Bayern Meister zu werden, treibt ihn jedoch wie die Kollegen an.
"Es ist sehr wichtig, die Bundesliga zu gewinnen", stellt der Haudegen fest ( SPIELPLAN: Die Saison 2012/2013).
"Bayern hatte die Möglichkeiten, viele Sachen zu gewinnen, leider war es nicht so. Jetzt müssen wir nach vorne sehen."
Karriereende in weiter Ferne?
Pizarro ist überzeugt, beim Rekordmeister eine wichtige Rolle zu spielen, selbst wenn er zwischenzeitlich mal auf der Bank sitzen sollte.
Das Wort "Ergänzungsspieler" nimmt er jedoch nicht in den Mund, in München will der Peruaner ein wenig sein Karriereende nach hinten verschieben und zugleich baldmöglichst die Zahl seiner Liga-Treffer für den FCB auf 72 zu erhöhen.
"Ich spiele, bis der Körper sagt: Ich will nicht mehr, es geht nicht mehr", kündigte Pizarro am Gardasee an.
Der Wettbewerb um die Rollenverteilung im FCB-Sturm ist gerade erst eröffnet.


