Bayern-Juwel Friesenbichler beeindruckt Heynckes
Vom Bayern-Trainingslager berichtet Mathias Frohnapfel
Riva del Garda - Um Jupp Heynckes aufzufallen, könnte ein junger Spieler im FCB-Trainingslager am Gardasee einen Handstand machen.
Oder nach einem Torschuss ein Liedchen singen. Das wäre zwar lustig, aber wenig effektiv.
Kevin Friesenbichler hat sich da lieber auf fußballerische Wertarbeit verlassen und im Testspiel gegen eine Trentino-Auswahl einen Hattrick hingelegt ( Bericht).
Dabei wurde der 18-Jährige beim 11:0-Erfolg erst zur Pause eingewechselt, spielte aber mit großem Engagement und vor allem Zielsicherheit im Strafraum. Schon beim 4:0-Sieg über den FC Ismaning traf der junge Österreicher. (DIASHOW: FC Bayern im Trainingslager)
Umtaufen fällt aus
Heynckes lenkte bewusst die Aufmerksamkeit auf den U-19-Spieler, als er am Dienstagabend ein paar Meter neben der Tartanbahn im Plauderton über das neue FCB-Talent sprach.
"Kevin, wie heißt er noch mal?", fing der Trainer an und die Reporter antworteten reflexartig: "Friesenbichler".
Der 67-Jährige schmunzelte kurz, ehe er zugab: "Wenn ich ihn verpflichtet hätte, hätte ich ihn erstmal umgetauft."
Dabei dürften sich einige Beobachter den Namen des Blondschopfs schon eingeprägt haben, den die Bayern 2010 für rund 500.000 Euro von Admira Wacker Mödling holten.
Heynckes lobt "Fähigkeiten vor dem Tor"
"Er ist 18 Jahre, kann noch ein Jahr in der A-Jugend spielen", berichtete Heynckes. "Er hat vor dem Tor große Fähigkeiten, natürlich muss er aber noch im Mannschaftsspiel außerhalb des Strafraums viel lernen."
Wie etwa Oliver Markoutz, der ebenfalls bereits in den Testspielen Tore beisteuerte, zählt der Coach Friesenbichler zu den vielversprechenden Begabungen.( SPIELPLAN: Die Bundesliga-Saison 2012/2013)
Talente rücken in den Blickpunkt
Sieben Nachwuchsspieler sind mit ins Trentino gereist.
Sie sollen nicht nur aktuell das Bayern-Training in Abwesenheit der deutschen Nationalspieler bereichern, sondern künftig "mehr unter Beobachtung" stehen.
Das Lob des ehemaligen Weltklasse-Stürmers freut Friesenbichler ungemein.
"Ich fühle mich voll zugehörig", sagte er nach dem Freundschaftsspiel. "Heynckes hat gesagt, dass er es super findet, wie wir jungen Spieler uns im Training reinhauen."
Seinen Dreierpack kommentierte der Jungspund geradezu euphorisch: "Es war super, dass ich getroffen habe. Drittes Spiel, dritte Halbzeit und dann drei Tore, das gelingt nicht jedem."
Spross einer Fußballerfamilie
Der 18-Jährige kommt aus einer Fußballerfamilie, Vater Bruno ist derzeit als Trainer in Österreich auf Jobsuche, Onkel Günter spielte mit Ried in Österreichs Bundesliga.
Daher ist der Profifußball ganz klar auch der Traum von Friesenbichler junior.
"Die Bundesliga muss das Ziel sein, auch Alaba hilft mir", erklärte er.
Zu dem Landsmann aus Austria hat er bereits einen Draht aufgebaut, orientiert sich als Stürmer aber natürlich an den etablierten Bayern-Angreifern.
Abschauen bei Pizarro und Mandzukic
Claudio Pizarros Ballannahme und Ballverarbeitung imponiert ihm genauso wie die Kopfballstärke des Ex-Wolfsburgers Mario Mandzukic.
"Das sind zwei Weltklassestürmer, wenn du auf die schaust, machst du nichts falsch."
Aus seiner Sicht hat sich inzwischen der Respekt vor den Stars ein wenig gelegt.
Nach dem Training am Mittwochvormittag schleppte Friesenbichler Seite an Seite neben Pizarro, Dante und Tom Starke jedenfalls ein Trainingstor von der Feldmitte.
Auch so kann Integration in einem Profiteam gehen.


