vergrößernverkleinern
Klaus Allofs (l., mit Trainer Thomas Schaaf) ist seit 1999 Geschäftsführer bei Werder Bremen © imago

Bremen im Mega-Umbruch: Nach Pizarro und Wiese ist auch Naldo weg. Drei Spieler sollen noch kommen. Manager Allofs bleibt gelassen.

Von Reinhard Franke

München - Gut, dass er Leistungsträger über Jahre hinaus behalten kann, von diesem Gedanken hat sich Thomas Schaaf schon längst verabschiedet.

Werder Bremens Trainer musste in der Vergangenheit in schöner Regelmäßigkeit seine besten Spieler ziehen lassen. 492198(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Die Liste ist lang: Miroslav Klose, Johann Micoud, Mesut Özil, Diego, Fabian Ernst, Valerien Ismael.

Auch vor dieser Saison ist der Aderlass bei Werder groß: Tim Wiese, Marko Marin, Claudio Pizarro, Markus Rosenberg, Sebastian Boenisch, Mickael Silvestre, Tim Borowski und nun auch noch Naldo. (SERVICE: Bundesliga-Sommerfahrpläne)

Letzterer sorgte am Mittwoch nochmal für Verwirrung, da Naldo den ersten Medizincheck nicht bestanden hatte. Es waren Zweifel aufgekommen, ob das Knie des 29-Jährigen den Belastungen in der Bundesliga dauerhaft standhalten würde.

Doch der Innenverteidiger dürfte bei näheren Untersuchungen seines vorgeschädigten rechten Knies letzte medizinische Zweifel an seiner Bundesligatauglichkeit beseitigt haben.

Naldo im zweiten Anlauf Wolfsburger

"Ich bin glücklich in Wolfsburg zu sein, ich will mit dem VfL in die Champions League", sagte Naldo am Donnerstag bei seiner Präsentation. "Ich hatte schöne Jahre in Bremen, ich freue mich jetzt auf die Zeit beim VfL"

Bremens Sportchef Klaus Allofs bedauert den Verlust des Brasilianers und bastelt am neuen Werder-Kader.

"Mittelfristig muss Werder in den internationalen Wettbewerb. Wir wissen noch nicht, wie der Kader aussehen wird, werden uns nach den Tests konkreter äußern", so Allofs.

Doch er weiß, dass dieses Vorhaben nicht leicht umzusetzen sein wird.

Naldos Abgang ist ein herber Verlust. Der Brasilianer war in den letzten sieben Jahren eine der tragenden Säulen in Schaafs System. Werder steckt mitten im wohl größten Umbruch der Vereinsgeschichte. Gejammert wird aber nicht an der Weser.

Allofs mit Geschick am Transfermarkt

Im Gegenteil. Allofs ist ruhig geblieben und hat am Transfermarkt wieder ein gutes Händchen bewiesen.

Er holte per Ausleihe den Bayern-Stürmer Nils Petersen, die zwei Torhüter Raphael Wolf und Richard Strebinger, Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie, Innenverteidiger Assani Lukimya und den rechten Außenstürmer Eljero Elia.

Doch noch ist der Bremer Kader nicht komplett. Einen Stürmer will Werder noch holen, dazu wohl auch noch einen Mittelfeldspieler und einen weiteren Verteidiger.

Zuletzt wurde spekuliert, dass die Bremer Angreifer Patrick Helmes aus Wolfsburg verpflichten wollen, doch das dementierte dessen Berater Gerd vom Bruch: "Patrick bleibt in Wolfsburg", erklärte er am Donnerstag.

Kader noch nicht komplett

Allofs kennt die Gegebenheiten der Branche und bleibt entspannt, wie er es auch im Fall Elia war. Und die Fans wissen nicht so recht, mit welchen Gefühlen sie in die neue Saison gehen sollen.

Die Grün-Weißen sind eine Wundertüte. Einer, der sich trotz der vielen Abgänge freuen kann, ist Sebastian Prödl.

Prödl der große Gewinner

Der Österreicher wäre nach dem Naldo-Verkauf der große Gewinner auf dem Innenverteidiger-Posten. Der 25-Jährige dürfte hinten zentral neben dem gesetzten EM-Fahrer Sokratis seinen Platz vorläufig sicher haben.

Aus "viereinhalb" zentralen Abwehrspielern, wie Allofs zuletzt meinte, sind nur noch "drei mit Anhängsel" geworden, wie der "kicker" schreibt: Francois Affolter, der allerdings wegen Olympia in der Vorbereitung fehlt, spielt momentan kaum noch eine Rolle.

Allofs schließt einen Kauf des Abwehrspielers, der nur noch bis Dezember ausgeliehen ist, aus.

Weitere Spieler sollen kommen

In der Defensive wolle man nochmal aktiv werden, so Allofs. Sie seien zwar gut aufgestellt auf jener Position, doch einen weiteren Kauf wollte er nicht ausschließen.

Namen werden heiß gehandelt: der Kölner Geromel ist genauso ein Kandidat wie der seit Winter gehandelte 20-jährige Schwede Alexander Sjöström Milosevic von AIK Stockholm, der rund 1,5 Millionen Euro kosten soll.

Das 18-jährige talent Prince-Desir Gouano (Juventus Turin) ist eine weitere Option, "aber eine ganz andere Kategorie", erklärt Allofs.

Schon gut möglich, dass das Mannschaftsfoto in einigen Tagen nochmal geschossen werden muss.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel