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Thiago Neves kam beim HSV bislang nicht über die Rolle des Ersatzmanns hinaus © getty

Der teure Brasilianer denkt über seinen Abschied nach. Gleichzeitig ist Ryan Babel vom FC Liverpool als Neuzugang im Gespräch.

Von Daniel Rathjen

Hamburg - Der Hamburger SV und der letztjährige 7,5-Millionen-Euro-Einkauf Thiago Neves stehen möglicherweise vor einer Trennung.

"Mir ist wichtig zu spielen, egal ob in Saudi-Arabien, Dubai oder sonst irgendwo. Wenn der Verein entscheidet, mich zu verkaufen, spiele ich dort", sagte der Brasilianer der "Hamburger Morgenpost" und gab damit erstmals Gedanken an einen Abschied aus Hamburg preis.

Der Mittelfeldspieler macht HSV-Trainer Martin Jol mitverantwortlich, dass er bislang den Durchbruch in der Bundesliga nicht geschafft hat.

"Immer wenn ich reingekommen bin, habe ich nur zehn bis 15 Minuten gespielt. Was kann man in so kurzer Zeit zeigen? Und: Ich habe nur ein oder zwei Mal auf meiner Position gespielt. Ich bin offensiver Mittelfeldspieler, soll Tore schießen, kein defensiver Mittelfeldspieler", sagte der 23-Jährige.

"Es gibt viele Dinge, die dazu beigetragen haben, dass ich nicht zeigen konnte, was ich drauf habe."

Neves zu Fluminense?

Wie mehrere südamerikanische Medien berichten, soll der Brasilianer noch in der kommenden Woche in seine Heimat zu Fluminense Rio de Janeiro zurückkehren.

Von dort aus war er im vergangenen Sommer zu den Hanseaten gewechselt. Neves' Mutter Eliane soll gegenüber dem Internet-Portal "globoesporte.com" erklärt haben, dass ihr Sohn bereits am Mittwoch in Rio erwartet wird.

Diese Berichte dementierte Thiago Neves allerdings: "Meine Mutter hat mit der Presse gesprochen, aber nicht über eine Rückkehr zu Fluminense. Mein Opa liegt im Krankenhaus, deshalb wäre ich gerne in Brasilien. Er hatte eine Krebs-Operation, bei der etwas falsch gelaufen ist."

Wenn es seinem Großvater schlechter gehe, werde er zu ihm fliegen, kündigte er an.

Fluminense dementiert

Auch Fluminenses Sportdirektor Alexandre Faria erklärte, dass der Klub bislang nicht mit Neves verhandelt habe. Laut "globoesporte.com" sollte der Transfer auf einem Umweg über Saudi-Arabien laufen, wo Top-Klub Al-Hilal den Spieler angeblich für sieben Millionen Euro kaufen und dann weiter nach Rio verleihen will.

Der Mittelfeldspieler war von den Hamburgern vor Saisonbeginn als Ersatz für Regisseur Rafael van der Vaart verpflichtet worden (Was kann Neves wirklich?), hatte sich aber nicht durchsetzen können.

Nicht zuletzt wegen seiner Verletzungsanfälligkeit kam Neves in der Hinrunde nur zu sechs Bundesliga-Einsätzen für den HSV.

"Das Einzige, was ich will, ist mal mehrere Spiele hintereinander zu machen. Ich muss mich im Spiel zeigen, hier habe ich bisher keine Möglichkeit dazu bekommen", sagte der Südamerikaner.

Babel im Anmarsch?

Gleichzeitig vermeldet die "Bild", dass die Hanseaten ihre Fühler nach Ryan Babel (Spielerporträt) ausgestreckt haben.

Der 22-jährige Niederländer gilt als flink, torgefährlich und insgesamt als Riesentalent. Beim FC Liverpool kommt er bislang nicht über den Status eines Ergänzungsspielers hinaus.

Er soll bereits zu Gesprächen an der Elbe gewesen sein.

Geld ist da

Argumente für einen Wechsel ließen sich viele finden: Beim HSV wäre Babel gesetzt, mit Martin Jol würde er einen Landsmann als Trainer haben und mit Joris Mathijsen, Romeo Castelen zwei weitere Niederländer, die ihm die Eingewöhnung erleichtern könnten.

Geld für die Ablöse, die wohl um 13 Millionen Euro beziffert werden könnte, hätte der Bundesliga-"Dino". Rund 18 Millionen Euro bleiben nach dem Verkauf von Nigel de Jong zu Manchester City.

Wenn auch Neves geht, wäre sogar noch mehr Geld da.

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