HSV: Barca als Krisen-Therapie
München - Raus aus dem Flieger, rauf auf den Rasen zum Duell mit Barcelona.
Am Sonntag erspielte sich der Hamburger SV noch in Südkorea die stattliche Prämie von 1,2 Millionen Euro ( BERICHT: HSV füllt Kasse mit Turniersieg).
Am Dienstag soll schon das nächste Highlight folgen (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER).
Der große FC Barcelona gibt sich in Hamburg die Ehre.
Allerdings werden Spaniens EM-Helden und auch Weltfußballer Lionel Messi fehlen.
Der Argentinier zog sich am Montag im Training eine Oberschenkelprellung zu und wird in der Hansestadt fehlen (News).
Kasse klingelt
Torjäger David Villa ist nach seinem im Dezember erlittenen Schienbeinbruch zwar wieder im Training, für einen Einsatz reicht es aber noch nicht.
"Für mich ist das die beste Mannschaft der Welt", sagte Trainer Thorsten Fink über Barca, "das Spiel ist eine tolle Sache für die Mannschaft und die Fans."
Zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro lässt sich der HSV das Gastspiel der übermächtigen Spanier kosten, zum 125. Geburtstag des Vereins holen die Hanseaten natürlich das ganz feine Besteck heraus.
Und stehen am Ende wohl mit einem satten Gewinn da.
Das Fernsehen überträgt, das Stadion ist seit Wochen ausverkauft, auf der lukrativen Südkorea-Reise konnte Finanzvorstand Joachim Hilke auch noch einen Titelsponsor für die Begegnung gewinnen.
Positive Nachrichten aus Fernost
Neben dem sportlichen Erfolg, der HSV gewann den Peace Cup durch ein 1:0 gegen den südkoreanischen Rekordmeister FC Seongnam, weitere positive Nachrichten aus Fernost.
"Die Reise nach Südkorea hat sich wirtschaftlich und nach Angaben des Trainers auch sportlich gelohnt", sagte Hilke dem "Hamburger Abendblatt".
Allmählich übertönt das Klingeln in der klammen HSV-Kasse sogar das Getöse um die Suspendierung von Verteidiger Slobodan Rajkovic, der nach seiner Prügelei mit Angreifer Son Heung-Min erst aus dem Kader flog und anschließend mit Fink abrechnete ( Bericht).
Nun wartet Rajkovic auf das Urteil der sportlichen Führung um Arnesen und Fink. Klar ist, dass der HSV noch auf eine Ablöse für den 23 Jahre alten Serben hofft.
Fink sieht Erfolgswillen
Das Duell mit dem FC Barcelona bietet für die Profis des Hamburger SV die nächste Möglichkeit, die Querelen mit sportlichen Schlagzeilen beiseitezuwischen.
Nach enttäuschenden Testspielen zu Beginn der Vorbereitung zeigte sich Finks Elf in Südkorea schon deutlich verbessert. "Natürlich sind wir noch nicht bei 100 Prozent, aber ich habe einen Erfolgswillen erkannt, der mir gut gefallen hat", sagte der Coach.
Defensive sammelt Pluspunkte
Insbesondere Kapitän Heiko Westermann, neuerdings im defensiven Mittelfeld zu Hause, und das Innenverteidiger-Duo Michael Mancienne und Jeffrey Bruma konnten Pluspunkte sammeln.
Sorgen bereitet vor allem Mittelfeldspieler Tomas Rincon, den eine Knochenhautentzündung am linken Schienbein plagt. Dem Mann aus Venezuela droht eine sechswöchige Pause.
Es dürfte nicht ganz einfach werden, gegen Barcelona weitere Argumente für einen sportlichen Aufschwung zu liefern, die Katalanen sind auch ohne ihre Topstars von einem anderem Kaliber als der Rekordmeister Südkoreas.
Hinzu kommt, dass sich der HSV-Tross erst am Montag auf den Weg gen Heimat machte.
"Wir werden über zehn Stunden Flug in den Beinen haben. Das ist nicht so glücklich", sagte Rene Adler der "Hamburger Morgenpost", "aber natürlich ist es geil, gegen so eine Mannschaft zu spielen."
Badelj im Anflug
Im Test am Dienstag muss Fink noch auf den kroatischen Nationalspielers Milan Badelj verzichten, der Transfer gilt seit Tagen als nahezu perfekt. (DIASHOW: Bundesliga Transfermarkt)
Am Mittwoch soll der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler mit Dinamo Zagreb noch den Einzug in die dritte Runde der Champions-League-Qualifikation schaffen und anschließend zur Unterschrift nach Norddeutschland kommen.
Möglich, dass er dann auf einen weiteren neuen Mittelfeldspieler trifft. Gerüchten zufolge ist der HSV an der Verpflichtung von Berlins Raffael interessiert.


