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Marco Reus (l.) wechselte für 17 Millionen Euro von Gladbach nach Dortmund © imago

Der 17-Millionen-Mann ist bei der Borussia angekommen. Reus zeigt sich überzeugt davon, dass er dem Meister weiterhelfen kann.

Von Christian Stüwe

München/Bad Ragaz - Am Sonntag hatte Jürgen Klopp endlich alle Mann an Bord.

Die deutschen EM-Spieler Mario Götze, Marcel Schmelzer und Marco Reus trafen am Sonntag im Schweizer Trainingslager von Borussia Dortmund ein. Ilkay Gündogan war bereits am Samstag nach Bad Ragaz gereist.

Klopp setzt große Erwartungen in die Rückkehrer, hatte er doch am Samstag nach der Testspielniederlage gegen den 1. FC Nürnberg seine Mannschaft kritisiert. (Bericht)

"Das 2:4 stinkt mir", hatte er gesagt: "Meine Mannschaft hat ohne den letzten Punch gespielt."

Für diesen Punch soll nun vor allem Marco Reus sorgen.

Für 17 Millionen Euro verpflichteten die Dortmunder den Offensivspieler von Borussia Mönchengladbach. Er soll dem Angriff des Meisters und Pokalsiegers noch mehr Schwung verleihen.

Am Montagnachmittag gab sich Reus bei seiner ersten Pressekonferenz als BVB-Profi locker. "Ich beschäftige mich wenig mit Ablösesummen. Ich habe einfach Spaß am Kicken und will mit den Jungs Freude haben", sagte er.

Er wolle besser werden und einen Schritt nach vorne machen, erklärte Reus, beim BVB habe er "das richtige Umfeld" dazu.

Reus will sich nicht festlegen

Wo er zum Einsatz kommen wird, ist ihm dabei egal.

"Ich denke, dass ich in der Offensive auf mehreren Positionen einsetzbar bin. Auf welcher - das ist einzig Sache des Trainers", hatte der 23-Jährige zuvor bereits im "kicker" berichtet.

In Gladbach wirbelte Reus auf dem linken und rechten Flügel, überzeugte aber auch in zentraler Position als hängende Spitze.

Genau dort, auf der "Zehner"-Position, könnte Reus den zu Manchester United abgewanderten Shinji Kagawa ersetzen.

Dass die Fußstapfen des Japaners zu groß sein könnten, befürchtet der selbstbewusste Nationalspieler nicht.

[kaltura id="0_d4i76qy9" class="full_size" title="Reus nimmt Arbeit beim BVB auf"]

Gruß an die Fans

"Shinji ist Shinji. Er ist ein super Spieler und ist nicht umsonst jetzt bei Manchester United. Aber ich habe meinen eigenen Stil", sagte Reus, der sich überzeugt zeigte, dass "ich dem BVB mit meiner Leistung weiterhelfen kann und werde."

Am Sonntagabend wandte sich Reus dann via Facebook erstmals direkt an die BVB-Fans. Er freue sich auf die gemeinsame Zeit, schrieb er: "Endlich geht es los!".

Und endlich losgehen soll es für den BVB auch in der Königsklasse.

In der vergangenen Saison war für den Meister schon in der Gruppenphase Schluss, diesmal soll es für den Champions-League-Sieger von 1997 deutlich weiter gehen.

Optimistisch in die Königklasse

Reus ist dabei eine wichtige Rolle zugedacht - und er ist zuversichtlich, dass die Borussia nun auch in Europa für Furore sorgen kann.

"Dortmund war doch fußballerisch schon in der vergangenen Saison in den meisten Spielen mindestens ebenbürtig", sagte er der "Bild".

"Wir haben viele Nationalspieler, die an internationaler Erfahrung noch zugelegt haben. Die Qualität ist also da", führte Reus weiter aus:

"Wenn wir es schaffen, den typischen BVB-Fußball auch in der Königsklasse zu spielen, bin ich total optimistisch."

Neue Identifikationsfigur für die Fans

Die Erwartungen an den 17-Millionen-Mann sind riesig, nicht zuletzt weil Reus in Dortmund geboren wurde, bereits in der Jugend beim BVB spielte und somit ähnlich wie Kevin Großkreutz als Identifikationsfigur für die Fans taugt.

"Da ich in Dortmund aufgewachsen bin, weiß ich, wie groß der Hype um den BVB ist", sagte Reus. "Mein Berater und meine Familie haben mich darauf vorbereitet. Dass ich verstärkt im Fokus stehen werde, ist mir bewusst."

Die 11 als Glücksbringer

Helfen soll ihm bei seiner Aufgabe in Dortmund ein persönlicher Glücksbringer. Wie schon in Gladbach wird auch beim BVB die Nummer 11 sein Trikot zieren.

"Da Mario Götze, der sie vorher hatte, die 10 besser gefällt, war das schnell zwischen uns abgesprochen", sagte Reus:

"Die Nummer hat mir in Gladbach schon Glück gebracht und darum bin ich total glücklich, dass ich sie jetzt auch in Dortmund tragen kann."

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