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Andries Jonker (r., hier mit Karl-Heinz Rummenigge) war drei Jahre beim FC Bayern © imago

Nach der Kritik-Mail an Bayerns Jugendarbeit holt der Klub-Boss bei SPORT1 zum Konter aus. Robben versöhnt sich mit Ribery.

Von Christian Paschwitz undChristian Ortlepp

München - Karl-Heinz Rummennige wirkte höchst zufrieden nach der Promotion-Tour des FC Bayern in China:

"Man kann ohne Übertreibung sagen, dass es eine sehr erfolgreiche Reise war", sagte der Vorstandschef des Rekordmeisters und sprach von einem "extrem wichtigen Markt, der in den nächsten Jahren Wachstum" verspricht.

"Und da sollte der FC Bayern versuchen, dabei zu sein", betonte Rummenigge.

Ex-Co-Trainer Andries Jonker ist dagegen einer, der nicht mehr dabei ist beim FCB - und der sich nun Rummenigges Zorn zuzog nach heftiger Kritik am Jugendkonzept der Münchner. (NEWS: Jonker rechnet ab)

Rummenigge: Habe Mail nicht verstanden

"Ich glaube, diese E-Mail hätte er besser nicht geschrieben", sagte der Bayern-Boss bei SPORT1 - und ergänzte: "Die habe ich auch nicht so ganz recht verstanden."

Per Mail hatte Jonker, zuletzt Trainer der FCB-Amateure und damit mitverantwortlich für viele Talente, kein gutes Haar an der Nachwuchsarbeit gelassen. "Die Organisation fehlt. Da wird nicht an einem Strang gezogen, zu viele kümmern sich um ihren eigenen Kram."

Der Niederländer weiter: "Deshalb gibt es große Fragezeichen. Bei der Führung, beim technischen Stab, beim medizinischen Stab, beim Scouting - eigentlich bei fast allem."

"Er war drei Jahre bei uns"

Rummenigge kann die Anwürfe nicht nachvollziehen - und ärgert sich wohl vor allem über Zeitpunkt und Form der Kritik von Jonker, inzwischen Co-Trainer beim VfL Wolfsburg.

"Er war drei Jahre bei uns, da braucht man solche Dinge in der Art und Weise nicht zu machen", so der Bayern-Lenker, der dem Niederländer pikanterweise in China beim Testspiel-Sieg gegen die Wölfe (Bericht) über den Weg lief.

[kaltura id="0_zblkztkx" class="full_size" title="EXKLUSIV Rummenigge im Interview"]

Schon da hatte der 56-Jährige erklärt: "Es gibt Dinge, mit denen kann man sich durchaus selbstkritisch auseinandersetzen. Aber bei dieser E-Mail möchte ich das zumindest mal ausschließen."

Jonker-Mail? "Haben sie alle gelöscht"

Bei SPORT1 legte Rummenigge nun süffisant nach: "Wir haben sie auch alle gelöscht, glaube ich."

Jonker wiederum, selbst vom persönlichen Miteinander enttäuscht ("Ich fühle mich verarscht") wollte seiner Kritik nichts mehr hinzufügen: "Was soll ich noch sagen? Es ist alles gesagt."

Robben: Wieder Spaß mit Ribery

Immerhin unter den Bayern-Profis gibt es wieder einen harmonischeren Umgang. Vor allem zwischen Arjen Robben und Franck Ribery.

Nach Kabinen-Handgreiflichkeiten in der Vorsaison sei das Verhältnis "jetzt wieder okay. Wir gehen weiter zusammen unseren Weg, und ich hoffe, wieder Spaß mit ihm zu haben", sagte der Niederländer im "Bild"-Interview

Auf die Frage, ob er mit dem Franzosen wieder an einem Strang ziehen würde, antwortete er: "Ja klar! Ich fand es es schade, was da passiert ist. Unser Verhältnis war bis dahin richtig gut. Auf und neben dem Platz."

Auch Ribery versöhnlich

Robben will ohnehin nicht mehr zurückblicken auf die vielen Enttäuschungen, die in den Pfiffen der eigenen Fans gegen ihn gipfelten: "Wir fühlen uns wohl in München, und im Fußball passieren eben auch unschöne Sache. Aber jetzt geht es weiter."

Er habe deshalb auch Angebote abgelehnt: "Ich wollte hierbleiben. Jetzt greifen wir alle zusammen wieder richtig an."

Auch Ribery hatte unlängst betont, dass der Zwist mit Robben "vergessen" sei: "Das ist nicht der FC Robben oder der FC Ribery, sondern der FC Bayern. Wenn wir was gewinnen wollen, dann geht das zusammen oder gar nicht."

Aus China direkt nach Hause

Am Freitagmorgen um kurz nach 8 Uhr kehrte der FC Bayern mit einstündiger Verspätung von seiner fünftägigen China-Reise zurück.

Trainer Jupp Heynckes zog noch vor dem Abflug in Guangzhou ein positives Fazit: "Wenn man die ganze Woche betrachtet, kann man sehr zufrieden sein. Wir haben zwei sehr intensive Spiele bestritten und gut trainiert. Jetzt freuen wir uns aber alle auf zuhause", sagte der 67-Jährige.

Heynckes schickte seine müden Profis vom Flughafen direkt nach Hause. (SPIELPLAN: Die Bundesliga-Saison 2012/2013)

Lahm und Schweinsteiger legen los

Erst für Samstagvormittag (11 Uhr) setzte er das nächste Training an. Für Sonntag sind zwei Einheiten geplant. (587092DIASHOW: FC Bayern im Trainingslager)

Erstmals in der Vorbereitung steht Heynckes am Wochenende, abgesehen von den beiden Verletzten David Alaba und Rafinha, sein kompletter Kader zur Verfügung.

Auch die beiden Kapitäne Phillip Lahm und Bastian Schweinsteiger, die in China fehlten und in München individuell trainierten, sind dann dabei.

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