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Patrick Helmes erzielte in der vergangenen Saison zwölf Tore © getty

Die Zukunft des brasilianischen Regisseurs beim VfL bleibt unklar. Bei der Kapitänssuche bahnt sich eine Überraschung an.

Guangzhou - Aus dem fernen China richtete Felix Magath das Wort an die Belegschaft von Wolfsburgs Hauptsponsor VW.

Er wünsche allen Mitarbeitern sowie deren Familien "schöne und erholsame Werksferien", ließ der VfL-Trainer über die Presseabteilung verlauten.

Von Urlaubstimmung ist auf der Asien-Reise des Bundesligisten dagegen wenig zu spüren, Magath lässt seine Spieler auch zwischen den Testspielen ordentlich schwitzen.

Noch fehlt dem Team ein gutes Stück zur Bestform, zudem überschatten zwei ungeklärte Personalien die Vorbereitung: die Zukunft von Diego und die Kapitänsfrage.

Comeback von Diego

Vor allem das Thema Diego wird immer undurchsichtiger.

Bei der 1:2-Testspielniederlage gegen Rekordmeister Bayern München am Donnerstag in Guangzhou feierte der Brasilianer nach 14 Monaten sein Comeback im VfL-Trikot.

Der in der 80. Minute eingewechselte Spielmacher leitete den einzigen Wolfsburger Treffer mit ein und erhielt hinterher ein Sonderlob vom Chef.

"Man hat gesehen, was für ein Klasse-Fußballer er ist", sagte Magath und räumte gar einen Fehler ein: "Eigentlich habe ich ihn zu spät gebracht."

Die Zeit drängt

Das Lob sollte man aber nicht überbewerten und schon gar nicht dahingehend interpretieren, Magath plane nun wieder voll mit Diego, der vergangene Saison an Europa-League-Sieger Atletico Madrid ausgeliehen war.

Intern sind die Klubverantwortlichen nicht davon abgerückt, den Spitzenverdiener bei einem Angebot von zehn Millionen Euro plus X ziehen zu lassen.

Doch die Zeit drängt. Diego und seine Berater müssen bis Dienstag einen Abnehmer finden, denn am Ende des Monats schließt das interne Transferfenster.

Das gilt auch für den ebenfalls abwanderungswilligen Innenverteidiger Simon Kjaer.

Magath will Stolperstart verhindern

Magath will mit dem Ultimatum einen ähnlichen Stolperstart wie in der Vorsaison verhindern.(SPIELPLAN: Die Bundesliga-Saison 2012/2013).

"Klar ist, dass Spieler wie Diego oder Kjaer im August nicht mehr auf dem Markt sind. Sind sie bis dahin nicht verkauft, bleiben sie bei uns", betonte der Coach:

"Letzte Saison gab es im August noch einige Wechsel in unserem Kader, die Unsicherheit in die Mannschaft getragen haben."

Träsch nicht mehr Kapitän

Ein Grund für die enttäuschende Vorsaison war auch die fehlende Hierarchie im Team. Magath erkannte es bereits als Fehler ein, Neuzugang Christian Träsch damals zum Kapitän bestimmt zu haben.

Der Ex-Stuttgarter wird das Amt definitiv nicht mehr bekleiden, auch, weil er seinen Stammplatz auf der rechten Abwehrseite an den brasilianischen Neuzugang Fagner verlieren dürfte.

Als neuer Kapitän drängt sich innerhalb der Mannschaft jedoch keiner auf, zumal es der neue Spielführer angesichts des fast schon traditionellen Personalwechsels nicht leicht haben wird.

"Ich kann ihn Tag und Nacht anrufen"

Der Trainer brachte für diesen Job ausgerechnet den von ihm einst aussortierten Patrick Helmes ins Spiel. "Wenn er die Leistung wieder bringt, wird er vielleicht unser Kapitän", sagte Magath.

Das Verhältnis zwischen dem Trainer und dem Stürmer ist offenbar besser als bislang angenommen.

"Ich kann ihn Tag und Nacht anrufen. Wenn er nicht direkt rangeht, ruft er zurück. Immer", sagte Helmes, der anders als früher immer das offene Gespräch sucht:

"Ich gehe nur noch den direkten Weg. Ich schicke keinen Berater mehr vor."

Helmes gilt als gesetzt

So etwas gefällt Magath.

Helmes, der nach seiner Rückkehr von den Amateuren in der Rückrunde der vergangenen Saison in zehn Spielen zehn Treffer erzielt hatte, gilt im Sturm als gesetzt.

Ob der eher zurückhaltende Angreifer aber ein Führungsspieler ist, bleibt fraglich. Auch darauf muss Magath noch eine Antwort finden.

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