Fortuna: Mit 18 Neuen zu großen Zielen
Von Reinhard Franke
München - "Tage wie diese" - der Hit der Düsseldorfer Kultband "Die Toten Hosen" wurde für Fortuna Düsseldorf zum Inbegriff der Relegation gegen Berlin und schließlich des Aufstiegs.
"An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit. Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht", heißt es in dem Song.
Kein Ende in Sicht war zuletzt auch bei den Transfers der Fortuna, denn auf der Stürmerposition wurde ein alter Bekannter der Bundesliga an den Rhein geholt.
"Ich will unbedingt zur Fortuna"
Der ukrainische Nationalstürmer Andrej Voronin ist der prominenteste Zugang. Er ist der 18. und wohl auch letzte Neue der Fortruna.
"Ich bin sehr glücklich, dass der Transfer geklappt hat. Ich hatte einige Angebote, aber Fortuna war erste Wahl. Ich wollte unbedingt zurück in die Bundesliga", sagte Voronin zu SPORT1.
"Düsseldorf ist ein Traditionsverein und der Klassenerhalt ist eine echte Herausforderung. Ich will die Fans mit Toren glücklich machen."
15 Jahre keine Bundesliga
Die Fortuna und Trainer Norbert Meier mussten nach dem Relegations-Theater lange zittern, ehe der Aufstieg feststand, doch jetzt hat die 15 Jahre dauernde Dürreperiode eine Ende, und es geht endlich wieder hoch in die Eliteliga.
SPORT1 startet dreieinhalb Wochen vor Saisonbeginn mit einer Bundesliga-Vorschau.
Den Anfang macht Fortuna Düsseldorf:
• Das ist neu:
Neu ist neben dem Hauptsponsor fast die ganze Mannschaft, die komplett umgekrempelt wurde. Zwölf Abgängen stehen 18 sichere Zugänge gegenüber. (DIASHOW: Bundesliga-Transfermarkt)
Ein großer Umbruch wurde vollzogen, so groß wie bei keinem anderen Klub in der Liga ( Sommerfahrplan).
Gekommen sind u.a. bekannte Gesichter wie eben Voronin (Dynamo Moskau), Du-Ri Cha (Celtic Glasgow), Bruno Soares (MSV Duisburg), Nando Rafael (FC Augsburg), Axel Bellinghausen (FC Augsburg) und Bastian Müller (Bayern München II).
Von PAOK Saloniki kam der griechische Innenverteidiger Stelios Malezas, der die Rheinländer rund 500.000 Euro gekostet und einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben hat, ist alles in trockenen Tüchern.
Manager Wolf Werner hat ein gutes Näschen bewiesen. Für seine 18 Zugänge gab Fortuna nur rund 1,5 Millionen Euro aus, elf Spieler kamen ohne Ablöse.
Den Verein verlassen haben mit Maximilian Beister (Hamburger SV), Sascha Rösler (Alemannia Aachen) und Assani Lukimya-Mulongoti (Werder Bremen) allerdings drei Leistungsträger der Aufstiegssaison.
• Das soll besser werden:
In der Bundesliga soll es keine Fan-Probleme mehr geben. Doch die vergangene Runde und die Relegation zeigen ihre Nachwirkungen:
Ausgerechnet das erste Heimspiel gegen Lokalrivale Mönchengladbach droht zum "Geisterspiel" zu werden.
Am 10. August wird sich das Sportgericht des DFB in einer mündlichen Verhandlung mit dem Fall beschäftigen.
Die Zeit drängt, denn das Derby gegen die "Fohlen" ist bereits für den 1. September terminiert (BERICHT: Doch kein Geisterspiel für Fortuna?).
• Das sagt der Trainer:
"Alle im Verein und im Umfeld freuen sich auf die Bundesliga. Wir haben hart dafür gearbeitet dabei sein zu können, da ist es nur verständlich, dass die Vorfreude riesengroß ist", sagt Norbert Meier zu SPORT1.
"Das Team präsentiert sich als Einheit. Wir haben viele neue Spieler, die wir integrieren müssen. Die Spieler, die schon in der letzten Saison bei uns waren, haben die Neuen sehr gut aufgenommen und die Stimmung ist gut."
Für Meier muss das Team vor allem "die konditionellen Grundlagen für eine lange und schwere Saison erarbeiten".
• Saisonziel:
Wie bei jedem Aufsteiger heißt das Ziel im ersten Jahr nur Klassenerhalt. Meier formuliert das klar und deutlich: "Für uns wird es in der Saison darum gehen, genügend Mannschaften hinter uns zu lassen."
SPORT1-Prognose:
Düsseldorf wird mit seinen 17 vielleicht sogar 18 Neuen zum spannendsten Experiment der nächsten Saison.
Wenn es Meier gelingt, aus den vielen Zugängen eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen, dann hat die Fortuna auf jeden Fall Chancen auf den Klassenerhalt.
Ohne das Trio Lukimya, Beister und Rösler dürfte dieses Vorhaben allerdings schwierig werden.
Routiniers wie Cha, Bellinghausen, Rafael oder Reisinger haben zwar genug Erfahrung im Abstiegskampf, aber wenn es schief gehen sollte, könnte in der Arena am Ende der Saison ein anderer Tote-Hosen-Klassiker aus den Lautsprechern dröhnen:
"Steh auf, wenn du am Boden bist."


