Arnesen: Russland kein Thema
Von Christian Stüwe
München - Paolo Guerrero, Mladen Petric, Gökhan Töre und David Jarolim haben den Hamburger SV verlassen.
Und nun gibt es auch noch Gerüchte um den Mann, der eigentlich Ersatz für die abgewanderten Leistungsträger besorgen sollte.
HSV-Sportdirektor Frank Arnesen soll von dem neureichen russischen Klub Anschi Machatschkala umworben werden.
"Zu 100 Prozent auf HSV konzentriert"
Der Däne dementierte allerdings direkt. "Ich kenne diese Gerüchte auch nur aus der Zeitung, mehr kann ich dazu nicht sagen", zitierte der "kicker" Arnesen: "Eine direkte Anfrage gibt es nicht. Ich bin zu 100 Prozent auf den HSV konzentriert."
Alles andere wäre für den HSV auch höchst problematisch, denn die Abgänge der genannten Stars konnten bislang nicht kompensiert werden, Arnesen arbeitet mit Hochdruck an den Baustellen.
Zwar verpflichtete der Sportdirektor unter der Woche Milan Badelj, der Vier-Millionen-Mann muss aber noch mit Dinamo Zagreb die Champions-League-Qualifikation spielen und wird erst eine Woche nach dem Saisonstart zur Mannschaft stoßen.
Verständnis für Ungeduld
Bei Fans und in den Hamburger Medien macht sich so langsam eine gewisse Nervosität breit.
Er habe totales Verständnis für die Ungeduld, sagte Arnesen der "Bild", räumte aber auch ein, dass ihn die Kritik schon ein wenig ärgere, "weil viele Leute keinen Einblick in unser Geschäft haben."
"Nicht schnell, sondern gut einkaufen"
Er müsse es auch nicht allen Leuten Recht machen.
"Unsere Maxime lautet weiterhin: Wir wollen nicht schnell, sondern gut einkaufen", sagte Arnesen: "Wir müssen ruhig bleiben, besonnen handeln und im richtigen Moment zuschlagen. Der Transfermarkt wird immer mehr zu einem großen Pokerspiel."
Streit zwischen ihm und Trainer Thorsten Fink, über den zuletzt spekuliert worden war, gebe es nicht, betonte Arnesen. Gewisse Differenzen deutete der 55-Jährige jedoch an.
"Klar, ein Trainer möchte am liebsten sein Team zum Trainingsstart am 2. Juli zusammenhaben. Dafür habe ich Verständnis. Aber es geht eben nicht immer. Wir gehen gut miteinander um, wissen beide, was wir wollen", sagte Arnesen.
Zehner gesucht
Was offenbar beide wollen, ist vor allem ein kreativer Spieler für das offensive Mittelfeld.
Arnesen ist zuversichtlich, noch einen echten Spielmacher zu verpflichten.
"Wir sind in Gesprächen. Wir werden diesen Spieler-Typ noch verpflichten. Davon bin ich überzeugt", erklärte Arnesen: "Es wird ein Profi sein, der uns besser machen wird."
Außerdem sei er noch auf der Suche nach einem weiteren Innenverteidiger, da es für Slobodan Rajkovic nach einer Prügelei im Training und den anschließenden Angriffen auf Fink in einem Interview keine Zukunft in Hamburg gebe.
Seeler zeigt sich besorgt
Klar ist, dass noch etwas passieren muss. Die schwierige letzte Saison ist noch nicht vergessen, die Angst vor dem ersten Bundesliga-Abstieg ist allgegenwärtig.
Selbst HSV-Ikone Uwe Seeler sagte kürzlich im SPORT1-Interview, "dass personell noch etwas getan werden muss, damit wir in sicheres Fahrwasser kommen."
Arnesen zuversichtlich
Doch trotz alle dieser Probleme ist Arnesen zuversichtlich.
"Wir werden eine bessere Mannschaft auf dem Platz haben als im vergangenen Jahr. Ganz sicher", sagt der Däne, der in Hamburg offenbar noch viel vor hat.
An mögliche Angebote von Anschi Machatschkala scheint er jedenfalls nicht viele Gedanken zu verschwenden.


