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Eintracht Frankfurt trifft am ersten Bundesligaspieltag auf Bayer Leverkusen © imago

Mit neuen Spielern und bewährten Kräften will Frankfurt den Abstieg vergessen machen und sich wieder in der Bundesliga etablieren.

Von Christian Stüwe

München - Im Frühjahr 2005 stieg Eintracht Frankfurt letztmals in die Bundesliga auf.

Mit einer jungen Mannschaft gelang Trainer Friedhelm Funkel der Klassenerhalt, der Einzug ins Pokalfinale und damit verbunden sogar die Qualifikation für den UEFA-Cup.

Fünf Jahre blieb Funkel mit den Hessen in der Bundesliga, ein Merkmal dieser Ära war eine gewisse Zurückhaltung auf dem Transfermarkt. (Sommerfahrplan).

Funkel glaubt an Klassenerhalt

Nun sind die Frankfurter wieder aufgestiegen und Sportdirektor Bruno Hübner hat kräftig eingekauft.

Neun neue Spieler sind bereits da, ein weiterer Angreifer und noch ein Innenverteidiger sollen kommen.

Hat der erneute Abstieg 2011 bei den Verantwortlichen der Eintracht ein Umdenken ausgelöst? Ex-Trainer Funkel glaubt das nicht.

"Die Eintracht war fast sechs Jahre in der Bundesliga, da hat man ganz anderen Einnahmen, als wenn nur zwei Jahre dabei ist", sagt Funkel im Gespräch mit SPORT1:

"Damals waren die finanziellen Möglichkeiten noch nicht so da."

Der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen habe dafür gesorgt, dass die wirtschaftliche Seite stimme.

Deshalb habe der Traditionsverein eine gute Mannschaft für die Zweite Liga zusammenstellen können und sei nun auch in Lage, entsprechend in den Kader für die Bundesliga zu investieren. (492198DIASHOW: Bundesliga-Transfermarkt)

"Die Eintracht wird keine Probleme haben, die Liga zu halten", glaubt Funkel, der auf eine Platzierung um Rang zehn tippt.

Teil 2 der SPORT1-Bundesliga-Vorschau.

Das ist neu:

Die Abwehr der Eintracht wird neu formiert. Der Kroate Gordon Schildenfeld, aufgrund seiner Geschwindigkeitsdefizite ohnehin nicht umstritten, wurde gewinnbringend an Dynamo Moskau verkauft.

Für ihn wurde der norwegische Nationalspieler Vadim Demisov von Real Sociedad San Sebastian verpflichtet, der mit Rückkehrer Bamba Anderson die Innenverteidigung bilden soll.

"Der kann kicken, das sieht man gleich", urteilte Trainer Armin Veh nach Demisovs erster Trainingseinheit am Main.

Auf rechts ist nach wie vor U-21-Nationalsspieler Sebastian Jung gesetzt, auf links dürfte Bastian Oczipka übernehmen.

Im Sturm wurde Aufstiegstorjäger Mo Idrissou an den 1. FC Kaiserslautern abgegeben, dafür Fürths Torschützenkönig Olivier Occean verpflichtet, .

"Ein sehr, sehr guter Spieler", lobt Funkel den Kanadier.

Und mit Kevin Trapp versucht zudem ein neuer Torwart mal wieder, den dienstältesten Bundesliga-Profi Oka Nikolov aus dem Kasten der Eintracht zu verdrängen.

Das soll besser werden:

Die Frankfurter verfügen über ein spielstarkes und routiniertes Mittelfeld.

Alex Meier, Pirmin Schwegler und Benny Köhler hatten maßgeblichen Anteil am Wiederaufstieg. Nun geht es darum, die Leistungen auch in der Bundesliga zu bestätigen.

Große Hoffnungen setzt die Eintracht in den 19 Jahre alten Flügelspieler Sonny Kittel und Mittelfeldabräumer Sebastian Rode (21), der an der Seite Schweglers im defensiven Mittelfeld überzeugte.

"Wir gehen in jedes Spiel, um zu gewinnen und machen uns nicht schon im Vorhinein klein", unterstrich Kapitän Schwegler in der "Frankfurter Rundschau" das neue Selbstvertrauen.

"Wir wissen: Es werden auch harte Zeiten auf uns zukommen, in denen es nicht gut läuft", führte der 25 Jahre alte Schweizer weiter aus:

"Wichtig aber ist: Seinen Weg weiter zu gehen, Ruhe zu bewahren und über Leidenschaft und Unterstützung des Publikums zum Erfolg zu kommen."

Die ebenso treuen wie begeisterungsfähigen Fans der Eintracht sind allerdings auch ein Problem, schlug ein Teil des Anhangs in der Vergangenheit doch immer wieder über die Stränge.

Aufgrund mehrerer Vorfälle verdonnerte der DFB die Frankfurter zu einem halben Geisterspiel bei der Auftaktpartie gegen Bayer Leverkusen, nur 20.000 Fans dürfen ins Stadion.

Die Eintracht hat Einspruch eingelegt, hofft aber auch, dass es in der kommenden Saison zu weniger Zwischenfälle kommt.

Das sagt der Vorstandsvorsitzende:

"Wir gehen mit großem Optimismus und voller Selbstvertrauen an die Sache ran", sagte Heribert Bruchhagen:

"Wir wissen um die Erwartungshaltung und die Wünsche der Fans und der Stadt."

Saisonziel:

Das Saisonziel ist der Klassenerhalt und die erneute Etablierung in der Bundesliga.

Langfristig will Veh aber mehr: "Immer nur 15. zu werden ist kein Anspruch für einen Verein wie Eintracht Frankfurt und auf Dauer zu wenig."

SPORT1-Prognose:

Wenn die neuen Spieler einschlagen, dürfte der Klassenerhalt für die Eintracht kein Problem sein.

Sofern die jungen Spieler wie Kittel, Rode und Jung den nächsten Schritt machen und Alex Meier seine Form aus der Zweiten Liga konservieren kann, ist sogar ein Platz im gehobenen Mittelfeld drin.

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