Voronin: Rückkehr zu Mentor Meier
Von Christian Paschwitz
und Reinhard Franke
München - Fortuna Düsseldorf hat einen echten Transfer-Coup gelandet:
Der Aufsteiger hat nach SPORT1-Informationen Andrej Voronin verpflichtet, die Bestätigung des Klubs soll in Kürze folgen.
Der ukrainische Nationalstürmer kommt vom russischen Erstligisten und Kevin-Kuranyi-Klub Dynamo Moskau, wo er noch bis 2014 unter Vertrag steht, auf Leihbasis für ein Jahr an den Rhein. Dort wird er die Rückennummer "30" bekommen.
"Es ist perfekt, und ich freue mich auf jeden Fall riesig, endlich wieder in der Bundesliga zu sein", sagte Voronin zu SPORT1.
"Mein Traum war es, in die Bundesliga zurückzukehren."
Der 33-Jährige ergänzte: "Ich bin fit und heiß auf die Fortuna. Es kann losgehen. Fortuna ist für mich nicht nur ein Aufsteiger: Das ist ein guter Klub mit viel Tradition, einem tollen Stadion und wahnsinnigen Fans."
Medizincheck als letzter Schritt
Am Dienstag absolvierte Voronin den obligatorischen Medizincheck. "Ich hatte einige Angebote, aber Fortuna war erste Wahl. Deutschland ist meine zweite Heimat und die Bundesliga eine der besten Ligen der Welt", sagte Voronin.
Nach der Vertragsunterzeichnung geht es ins Trainingslager ins niederländische Doorwerth. ( BERICHT: Teamcheck Düsseldorf)
Der Angreifer, der in der Bundesliga schon für Mönchengladbach, Köln, Leverkusen und Hertha BSC Berlin sowie in der Premier League beim FC Liverpool spielte, erklärte bei SPORT1:
"Ich will die Fans mit Toren glücklich machen. Ich habe die Relegation gegen die Hertha verfolgt und war begeistert."
Die Mannschaft habe viel Potenzial, "ich hoffe, dass ich die vielen neuen Namen schnell weiß".
Norbert Meier der Grund für den Wechsel
Und weiter: "Norbert Meier hat mich als A-Jugendspieler zu den Profis geholt und unter ihm durfte ich mein Bundesligadebüt feiern. Daher war für meine Entscheidung auch ausschlaggebend, dass Norbert Meier Trainer bei der Fortuna ist. Ich freue mich, dass ich nun in die Bundesliga zurückkehre."
Vorstand Sport Wolf Werner: "Wir freuen uns, dass wir mit Andrey Voronin einen Stürmer verpflichten konnten, der in seiner Karriere schon viele sportliche Erfolge gefeiert hat, und sind froh, dass es uns gelungen ist, einen Angreifer seiner Klasse zu uns zu holen. Wir sind sicher, dass er auch bei uns seine Qualitäten als Torjäger unter Beweis stellen wird."
Neuzugang Nummer 18
Voronin selbst, der einst auch beim damaligen Zweitligisten FSV Mainz 05 unter Vertrag stand, ist für Werner bereits der 18. Neuzugang.
Erst am Montagabend hatten die Rheinländer für zwei Jahre den griechischen Nationalverteidiger Stelios Malezas von PAOK Saloniki verpflichtet.
Nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der EM in Polen und seinem Heimatland Ukraine hatte Voronin die Karriere im Nationalteam beendet, sich beim Klub in Moskau zudem sich mit Trainer Sergej Silkin überworfen.
Rückkehr zu Mentor Meier
In Düsseldorf dagegen kehrt er zurück zu den Wurzeln - und in Person von Coach Norbert Meier zum Mentor vergangener Tage:
Der war zu seiner Zeit als Gladbacher Nachwuchs-Trainer früh auf Voronins Talent aufmerksam geworden, hatte ihn als 15-Jährigen aus der Jugend von Chornomorets Odessa an den Niederrhein gelockt und mit dem ersten Profi-Vertrag ausstaffiert.
Unter Meier als Chefcoach bei den "Fohlen" erlebte der Youngster 1997 auch seine Bundesliga-Premiere mit seiner Einwechslung beim 2:3 beim FC Bayern. ( Sommerfahrplan)
Leistungsträger in Leverkusen und Berlin
In Leverkusen (ab 2004) avancierte Voronin dann zum Stammspieler, traf in 92 Bundesligaspielen 32 Mal. (DIASHOW: Bundesliga-Transfermarkt)
Nach seiner Rückkehr aus England nach nur einer Saison zählte der schlitzohrige Torjäger auch bei Hertha BSC zu den Leistungsträgern (elf Treffer in 27 Spielen).
Dass es in Düsseldorf nun gegen den Abstieg geht anstatt ums internationale Geschäft und Titel, weiß Voronin:
"Es wäre eine absolute Herausforderung mit der Fortuna den Klassenerhalt zu schaffen. Dabei will ich mithelfen."
Erfahrung, aber was noch?
Mit seiner Erfahrung ist der Routinier der Spielertyp, nach dem die Fortuna bisher vergebens Ausschau gehalten hatte.
Und der für seine Rückkehr in die Bundesliga auch finanzielle Einschnitte hingenommen haben dürfte.
Was der Ukrainer noch zu leisten imstande ist, lässt sich bisher aber nur schwer vorhersagen:
Während der EM machte Voronin nur zwei Vorrunden-Spiele, überzeugte allein beim 2:1 gegen Schweden, wurde beim 0:2 gegen Frankreich dagegen zur Pause ausgewechselt.


