Schweinsteiger glaubt an neue Erfolgsstory
Vom FC Bayern berichten
Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp
München - Der Platz im Bayern-Team ist für Bastian Schweinsteiger vorgegeben: in der Mitte der beiden Superstars Arjen Robben und Franck Ribery.
So wird der Nationalspieler zumindest in der neuen FCB-Erlebniswelt dargestellt - als lebensgroße Standfigur mit Blickrichtung auf Jupp Heynckes.
Der Trainer-Veteran hat Schweinsteiger zu Beginn der Saisonvorbereitung besonders unter seine Fittiche genommen.
Statt mit auf die beschwerlichen Marketing-Reise nach China zu gehen, durfte Schweinsteiger vergangene Woche in München gemeinsam mit Kapitän Philipp Lahm trainieren.
Schweini und Pizarro fehlen in Lautern
Und auch beim Testspiel in Kaiserslautern (ab 18.05 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) wird Schweinsteiger wie Claudio Pizarro geschont, dafür hatte er am Mittwoch Zeit, bei der offiziellen Eröffnung der Erlebniswelt sein Team zu repräsentieren.
"Wir haben natürlich wieder große Ziele", berichtete der Mittelfeld-Lenker im Gespräch mit SPORT1, als er sich nun zum ersten Mal seit der EM überhaupt äußerte.
Viel Arbeit nötig
"Wir müssen viel arbeiten, im Vorfeld viel tun", forderte er in der Allianz Arena.
Die Sonderschichten mit Fitnesstrainer Thomas Wilhelmi haben dem Elfmeter-Fehlschützen aus dem Champions-League-Finale gut getan.
"Ich fühle mich fit. Mir geht es gut, von Tag zu Tag besser."
An seinem 28. Geburtstag machte Schweinsteiger einen ebenso entspannten wie aufgeräumten Eindruck.
"Ich hoffe, dass es vom ersten Spiel an perfekt läuft", erklärte er zur neuen Saison, was sich zugleich als Geburtstagwunsch interpretieren ließ.
Zeit des Leidens
Denn nach einem bravourösen Auftakt in die vergangene Spielzeit hatte für den Schweinsteiger mit dem Schlüsselbeinbruch im Spiel gegen Neapel im November eine Zeit des Leidens begonnen.
Er kämpfte sich zurück, verletzte sich im Februar erneut am Knöchel.
Und nachdem er im Königsklassen-Halbfinale gegen Madrid noch der Held war, folgte der Final-Albtraum. Die vermasselte EM schloss sich an, bei der er - von guten Momenten im Match gegen die Niederlande abgesehen - nie auf Touren kam.
"Wir können nicht zufrieden sein"
Doch die Dämonen der Vergangenheit will Schweinsteiger jetzt abschütteln, auch wenn er mit Blick auf die zwei Jahre ohne Silbergeschirr zugibt: "Wir können nicht zufrieden sein. Man kann hier erst zufrieden sein, wenn man einen Titel in der Hand hat."
Seine Wunschvorstellung ist es, ähnlich fulminant in die Saison zu starten wie im Vorjahr, als der FCB eine Serie von zwölf Spielen ohne Gegentor hinlegte.
"Wir wollen den Fußball spielen, den wir auch teilweise in der Hinrunde gespielt haben", kündigte er daher an.
Als Kopf des Teams, als Taktgeber und Tempomat im Mittelfeld soll der Oberbayer die Mannschaft sowohl anleiten als auch stark machen.
Champions-League-Sieg im Visier
Mit einer Video-Installation zelebrieren die Roten in ihrem Museum den Champions-League-Sieg 2001, das Präsidentenzimmer ist originalgetreu nachgebaut und atmet ebenso Geschichte wie Franz Beckenbauers Trikot vom Landesmeister-Finale 1974.
"Wenn man das alles sieht, will man sich da einreihen", gestand Schweinsteiger mit ehrfurchtsvollem Blick.
Die Unterstützung der Bayern-Familie hat er jedenfalls. Am Mittwoch streckten sich ihm immer wieder Hände zum Gratulieren entgegen.
Hoeneß setzt auf Schweinsteiger
Präsident Uli Hoeneß hat gegenüber SPORT1 bereits gesagt, was er sich für den Vizekapitän zum Ehrentag erhofft.
"Dem Bastian kann man nur Eines wünschen: Gesundheit. Wenn er gesund ist, braucht er nichts anders, dann hat er keine Probleme. Dann ist er ein Top-Spieler."
Die Suche der Münchner nach einem zusätzlichen Spieler fürs defensive Mittelfeld stockt aktuell, nachdem die beiden Wunschkandidaten Javier Martinez und Lars Bender derzeit kaum zu haben sind.
Umso wichtiger ist Schweinsteigers Bedeutung für die neue Spielzeit.
Pfaff: "Schweinsteiger ist immer zurückgekommen"
Jean-Marie Pfaff glaubt fest daran, dass der Bayern-Anführer wieder aufsteht.
"Schweinsteiger ist immer zurückgekommen, das ist seine große Stärke", sagte der Ex-Bayern-Keeper, als er mit staunendem Blick durch das neugeschaffene Vereinsmuseum wanderte.
In der "Hall of Fame", wo Klublegenden wie Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus und Uli Hoeneß geehrt werden, ist Schweinsteigers Name noch nicht eingraviert.
Nicht nur Pfaff kann sich aber vorstellen, dass das eines Tages anders sein wird.
"Ich wünsche ihm, dass er gesund bleibt", sagte der Belgier und fügte mit schelmischen Blick an: "Und ich wünsche ihm, dass er seine Leistung noch zehn Jahre lang bringen kann."
Schweinsteiger wäre dann 38.


