Versöhnung: Diego bleibt bei den "Wölfen"
Wolfsburg - Spielmacher Diego hat wieder eine Zukunft beim Bundesligisten VfL Wolfsburg:
Der exzentrische Brasilianer kehrt endgültig vom spanischen Erstligisten Atletico Madrid zu den Niedersachsen zurück.
Trainer-Manager Felix Magath schloss Frieden mit Diego, den er im Mai 2011 nach einem Streit weggeschickt hatte.
Wahrscheinlich aber wollte auch kein anderer Verein die Ablösesumme von sieben bis zehn Millionen Euro für den Ballzauberer zahlen.
"Kein Problem, wenn er bleibt"
"Diego und ich haben uns schon im vergangenen Jahr ausgesprochen. Wir haben jetzt vor der Saison wieder telefoniert. Natürlich stand ein Transfer im Raum. Aber ich habe ihm auch gesagt, dass ich kein Problem damit hätte, wenn er bleibt", sagte Magath.
Die spielerische Klasse des 27-Jährigen sei nach wie vor exzellent: "Diego ist ein Mann für Champions-League-Ambitionen".
VfL lehnt Angebote ab
Diego, der mit Atletico die Europa League gewann, hat bei den "Wölfen" noch einen Vertrag bis 2014.
Angeblich verdient er vier Millionen Euro netto pro Jahr. Angebote für den teuren Super-Star soll es vor allem aus Brasilien gegeben haben, die der VfL aber allesamt ablehnte.
Magath sagte: "Diego wird eine wichtige Rolle bei uns einnehmen. Er ist der Mann, der die Offensive bestimmen und in der Mannschaft den Takt angeben soll."
Diego glücklich
Diego selbst zeigte sich erleichtert.
"Ich bin glücklich, dass ich in Wolfsburg bleiben kann, will der Mannschaft helfen und die beste Saison meines Lebens spielen."
Der Mittelfeldspieler bezieht mit seiner Familie am Mittellandkanal das alte Haus.
Eklat in der Saison 2010/11
Vergessen schien auch der Eklat vom letzten Spieltag der Saison 2010/2011, als Diego den VfL mit seiner Flucht vor dem entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt im Stich ließ.
"Ich weiß, dass es ein Fehler war. Aber man sollte aus Fehlern auch lernen dürfen", sagte der Rückkehrer.
Magath stellte allerdings auch Forderungen an den kleinen Ballartisten.
"Er muss jetzt schnell wieder fit werden", sagte der 59-Jährige. Diego hatte schon in Testspielen mitgewirkt, allerdings konditionelle Rückstände offenbart.
Am Samstagabend soll er im Testspiel gegen Manchester City mitwirken, am Sonntag geht es dann noch einmal für eine Woche ins Trainingslager.
Ziel Europa League
Es gilt als sicher, dass Magath seinem Problemspieler zunächst volles Vertrauen schenkt.
Die Offensivqualitäten des früheren Bremers kann die Mannschaft gut gebrauchen, schließlich will man nach zuletzt mageren Jahren wieder in den Europacup.
"Ich gehe davon aus, dass wie dieses Ziel auch erreichen", sagte Magath.
Sieben neue Spieler hat Großeinkäufer Magath neben Rückkehrer Diego bereits geholt.
Was passiert mit Kjaer?
Zu den prominentesten zählen der Ex-Bremer Naldo, Emanuel Pogatetz von Hannover 96 und Ivica Olic von Rekordmeister Bayern München.
Fraglich ist, was mit Manndecker Simon Kjaer passiert.
Der Däne, wie Diego ein Einkauf von Magaths Vorgänger Dieter Hoeneß, war in der vergangenen Saison an den AS Rom ausgeliehen worden.
Eine Rückkehr scheint in diesem Fall eher unwahrscheinlich.


