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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Wellington (M.) muss sich trotz zweier Tore bei Hoffenheims "Heimpremiere" noch steigern © getty

Das Saison-Aus für Ibisevic zwingt Trainer Ralf Rangnick zu einem neuen System. Der Manager sicht fieberhaft nach Ersatz.

Sinsheim - Top-Torjäger Vedad Ibisevic langzeitverletzt, der angeschlagene Sturmtank Chinedu Obasi außer Gefecht, Spielmacher Carlos Eduardo gesperrt.

Die Eröffnungsfeier der neuen Arena (Hoffenheim kommt nach Hause) konnte den Verantwortlichen von Bundesliga-Spitzenreiter 1899 Hoffenheim nur für kurze Zeit die Sorgenfalten aus dem Gesicht vertreiben.

Kaum war das Feuerwerk vorbei, beschäftigten sich Trainer und Manager wieder mit den großen personellen Problemen vor dem Rückrundenstart am kommenden Samstag gegen Energie Cottbus.

"Man merkt natürlich, dass wir ohne die drei fehlenden Spieler vorne nicht mehr die Qualität haben. Das bedeutet, dass alle Jungs topfit sein müssen, damit wir die Gegner mit anderen Mitteln zu Fehlern zwingen können", erklärte Coach Ralf Rangnick und kündigte eine Abkehr vom Offensivstil der Hinrunde an.

Nur eine Spitze gegen Cottbus

"Meine Präferenz ist es, mit drei Spitzen zu spielen. Aber derzeit haben wir mit viel Wohlwollen höchstens zwei Stürmer. Die Tendenz geht dahin, dass wir gegen Cottbus mit nur einem Angreifer spielen", sagte der 50-Jährige: "Vielleicht schaffen wir es in der Rückrunde, die beste Abwehr zu stellen."

Der einzige Profi, der an der Taktik mit einer Spitze (Demba Ba) noch etwas ändern könnte, ist Wellington.

Doch der Brasilianer, der zu Saisonbeginn für eine Ablösesumme von fünf Millionen Euro geholt wurde und der im Eröffnungsspiel des Stadions gegen eine Rhein-Neckar-Auswahl zweimal traf, konnte die Erwartungen bisher nicht erfüllen und kam in der Hinrunde lediglich 26 Minuten zum Einsatz.

Wellington muss sich steigern

"Es liegt auch an ihm, ob wir mit zwei Spitzen spielen. Aber er weiß, dass er in vielen Bereichen zulegen muss. Da muss einiges mehr kommen, damit es reicht, um in der Bundesliga von Anfang an zu spielen", meinte Rangnick. (Hitzfeld glaubt nicht an Hoffenheim)

Wellington selbst, der sich gegen ein angedachtes Ausleih-Geschäft ausgesprochen hatte, ist dagegen zu "100 Prozent sicher, dass ich es schaffe".

Auf die Versprechungen Wellingtons wollen sich die Verantwortlichen des Aufsteigers aber nicht verlassen. Deshalb geht die Suche nach einem Stürmer weiter. "Es ist schon so, dass wir uns für einen Spieler entscheiden werden, wenn die Konstellation stimmt", sagte Manager Jan Schindelmeiser.

Manager lässt sich nicht hetzen

Doch obwohl die Transferperiode am kommenden Samstag endet, will sich der Manager nicht unter Druck setzen lassen.

"Wir werden nichts unternehmen, nur weil es der Situation geschuldet ist. Wir sind auch so noch schlagkräftig genug. Wenn es sein muss, dann müssen andere Spieler in die Bresche springen. Die Ausfälle dürfen kein Alibi sein", erklärte Schindelmeiser.

Der Manager teilt ohnehin die Meinung von Ralf Rangnick, der sein Team nicht als ernsthaften Titelaspiranten sieht.

"Nicht in der Favoritenrolle"

"Wir sind doch in der Phalanx der Spitzenklubs nicht in der Favoritenrolle für die Rückrunde. Auch mit Vedad Ibisevic hätten wir Rückschläge nicht ausschließen können. Wir bleiben unserer Linie treu, die Jungs sollen sich einfach weiterentwickeln", betonte Schindelmeiser.

Ein Hindernis auf dem Weg der Weiterentwicklung könnte allerdings der schlechte Zustand des Rasens in der neuen Arena sein.

Rangnick mahnte bei diesem Problem zur Eile: "Der Platz macht mir wirklich sorgen. Ich hoffe, dass wir das in den Griff kriegen, denn für uns als Heimmannschaft ist das schon wichtig."

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