Kreuzbandriss: Hinrunden-Aus für Helmes
Wolfsburg - Patrick Helmes spürte es sofort.
"Oh, oh, es hat knack, knack gemacht", sagte der Stürmer des VfL Wolfsburg, als er mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz humpelte.
Einen Tag nach dem Testspiel gegen den englischen Meister Manchester City (0:2) wurden seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt:
Kreuzbandriss im rechten Knie, etwa ein halbes Jahr Pause ( BERICHT: Wolfsburg unterliegt ManCity).
"Das ist eine bittere Nachricht für Patrick und die gesamte Mannschaft", sagte VfL-Trainer Felix Magath nach der medizinischen Untersuchung am Sonntagmorgen.
OP und monatelange Pause
Statt mit den Teamkollegen die Reise ins Trainingslager ins österreichische Villach anzutreten, muss sich Helmes mit den Gedanken an die bevorstehende Operation und die monatelange Pause anfreunden.
Helmes hatte sich ohne Einwirkung des Gegners das Knie verdreht.
Beim 13-maligen Nationalspieler dürften Erinnerungen an den Sommer 2009 aufkommen, als der damalige Profi von Bayer Leverkusen einen Riss des Kreuzbandes im linken Knie erlitten hatte.
Highlight der Vorbereitung
Dabei war der Härtetest gegen Manchester City eigentlich als Highlight der Vorbereitung gedacht.
25.000 Zuschauer strömten in die Arena, zuvor hatte ein Stadionfest die Fans auf die neue Saison eingestimmt.
Doch die gute Laune wich in der 33. Minute der Sorge um den Torjäger.
Als Kapitän im Gespräch
Ausgerechnet Helmes. Der in der vergangenen Saison zwischenzeitlich zu den Amateuren verbannte Angreifer erlebte zuletzt einen kaum noch für möglich gehaltenen Höhenflug.
Er schoss in den letzten zehn Spielen der vergangenen Saison zehn Tore und avancierte plötzlich zu einem EM-Kandidaten für Bundestrainer Joachim Löw.
Nach dem Verkauf von Mario Mandzukic galt Helmes im VfL-Sturm als gesetzt, Magath brachte den früheren Verkaufs-Kandidaten sogar ins Gespräch für das Kapitänsamt.
Helmes' Verletzung drängte alles andere in den Hintergrund.
Wiedersehen mit Dzeko und Diego
Selbst die Rückkehr des umstrittenen Spielmachers Diego und das Wiedersehen mit dem früheren Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko interessierten nur noch am Rande.
Diego wurde bei seinem ersten Spiel in der VfL-Arena seit 14 Monaten in der 63. Minute eingewechselt und von den Wolfsburger Anhängern mit Beifall, aber auch mit Pfiffen bedacht.
"Ich kann verstehen, dass die Fans nicht so schnell vergessen", sagte Magath.
Diego hatte am letzten Spieltag der Saison 2010/11 die Mannschaftssitzung eigenmächtig verlassen und war daraufhin von Magath zu Atletico Madrid abgeschoben worden.
Offener Brief an Fans
In einem offenen Brief an die Fans hatte Diego vor dem Anpfiff um Unterstützung und "eine zweite Chance" gebeten.
"Versprechen kann ich Euch, dass ich in dieser Saison der Spieler sein will, der die Mannschaft mit nach Europa führt", schrieb der Mittelfeldspieler.
Bei seinem Kurzeinsatz gegen Manchester war Diego bemüht, doch die Niederlage durch Gegentreffer von Sergio Agüero (39.) und Yaya Toure (56.) konnte auch er nicht verhindern.
Dzeko wird gefeiert
Weitaus angenehmer verlief der Abend für City-Stürmer Dzeko, der von den Wolfsburger Fans gefeiert wurde.
"Wolfsburg ist immer noch in meinem Herzen", sagte der Bosnier bei SPORT1: "Ich hatte dreieinhalb tolle Jahre hier und bin Meister geworden. Ich möchte mich bei den Fans bedanken."
Eine Rückkehr nach Deutschland könne er sich vorstellen, sagte Dzeko: "Aber jetzt nicht. Es sieht so aus, als ob ich in Manchester bleibe."


