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Bernd Schuster war bis zum 9. Dezember 2008 Trainer bei Real Madrid © getty

Der "blonde Engel" kann sich eine Rückkehr nach Schwaben gut vorstellen. Und die Stuttgarter brauchen fast sicher einen neuen Coach.

Von Martin Volkmar und Conny Konzack

München - Bernd Schuster und der VfB Stuttgart - gibt es doch die spektakuläre Rückkehr des "Blonden Engels" in die Bundesliga?

Schuster selber ist allem Anschein nach höchst interessiert.

"Ich habe große Erfolge in Spanien gehabt, mich aber dafür entschieden, mal vorerst nicht mehr dort als Trainer zu arbeiten", sagte der Ex-Coach von Real Madrid am Rande der Weltcup-Abfahrt in Kitzbühel Sport1.de.

"England ist nicht so mein Ding, aber die Bundesliga hat natürlich für jeden Trainer seinen Reiz."

"Ich will näher bei meiner Mutter sein"

Auch einen Job in Stuttgart schloss er nicht explizit aus: "Ich will sowieso näher bei meiner Mutter in Augsburg sein - sie ist ja auch nicht mehr die Jüngste."

Damit erhalten die Gerüchte über einen Verpflichtung durch den VfB zur kommenden Saison neue Nahrung.

Diese waren zuvor durch den Auftritt von Horst Heldt im "ZDF-Sportstudio" wieder hoch gekocht, wo der Stuttgarter Sportdirektor ein klares Dementi verweigert hatte.

"Ich möchte jetzt keinen Fehler machen", hatte er unter anderem erklärt. "Was über den Sommer hinausgeht wird man sehen." (Stuttgarter Wirbel um Schuster)

Am liebsten weiter mit Babbel

Damit ist die Situation genau auf den Punkt gebracht: Am liebsten möchten die Schwaben mit Teamchef Markus Babbel weiterarbeiten. (Winterfahrplan VfB Stuttgart)

"Er ist eine echte Führungspersönlichkeit, ein typisches Alpha-Tier. Er ist sehr kompetent und hat eine natürliche Autorität. Und er genießt den Respekt aller Beteiligten", machte VfB-Präsident Erwin Staudt im Gespräch mit Sport1.de die Prioritäten klar. (Staudt: "Babbel ist ein Alpha-Tier")

Schon vergangene Woche hatte Staudt mit deutlichen Worten der Meldung der spanischen Sportzeitung "Sport" widersprochen, dass er sich mit Schuster auf einen Vorvertrag geeinigt habe.

"Das stimmt nicht, er war nie bei uns ein Thema", hatte der Vereinsboss erklärt. Eine Aussage, die sein Sportdirektor Heldt wenige Tage später nicht wiederholen wollte.

Der Hintergrund ist einfach: Wenn es keine Einigung mit dem DFB gibt, muss Babbel ab dem Sommer einen elfmonatigen Trainer-Lehrgang in Köln absolvieren und stünde dem VfB somit nicht mehr ausreichend zur Verfügung.

Sammer bleibt unnachgiebig

Daher hatte Heldt den Verband noch einmal zu einem Kompromiss aufgefordert. Doch der zuständige DFB-Sportdirektor Matthias Sammer bleibt bei seiner unnachgiebigen Linie.

"Es tut mir für Markus leid, aber auch für ihn gilt das gleiche Recht wie für alle", sagte Sammer ebenfalls in Kitzbühel gegenüber Sport1.de.

"Es gibt nun mal diesen DFB-Beschluss, an dem alle wichtigen Leute mitgearbeitet haben. Und dem müssen sich Markus und der VfB nun auch beugen."

Dann aber brauchen die Stuttgarter einen neuen Chefcoach und da würde Schuster bestens passen: Großer Name, große Erfahrung auch als Trainer, schwäbische Herkunft und vor allem: Großes Interesse.

Ein weiterer Vorteil für den VfB: Schuster hat keine Eile, da er aus seiner Zeit in Spanien sehr späte Vertragsabschlüsse erst kurz vor Saisonbeginn gewohnt ist.

"Selbst wenn es mit der Bundesliga klappt, dann ist ja noch genug Zeit bis zum Anfang der nächsten Spielzeit", sagte er Sport1.de.

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