Für 20 Millionen Euro: Magath will's wissen
Von Felix Götz
München - Trotz des großen finanziellen Aufwandes wurde der VfL Wolfsburg in der vergangenen Saison lediglich Achter.
Das erneute Verpassen des internationalen Geschäfts wäre eine riesige Enttäuschung.
Bitter für die "Wölfe", dass Patrick Helmes, 2011/2012 mit zwölf Treffern gemeinsam mit Mario Mandzukic bester VfL-Torjäger, mit einem Kreuzbandriss für den Rest des Jahres ausfällt.
Trainer Felix Magath reagiert darauf mit einer Systemumstellung. Er will im 4-3-3 mit nur einem echten Mittelstürmer agieren.
Interessant dürfte zudem werden, wie sich Diego in die Mannschaft einbringt.
Der Dribbelkünstler hatte im Mai 2011 vor dem letzten Spieltag die Mannschaftsbesprechung verlassen und war geflüchtet.
Der Brasilianer ließ das Team mitten im Abstiegskampf hängen und wurde dann an Atletico Madrid ausgeliehen.
Die Geduld mit dem Egozentriker dürfte sich also bei Magath und Mannschaft in Grenzen halten.
Im elften Teil der Bundesliga-Vorschau von SPORT1: VfL Wolfsburg
• Das ist neu:
Magath hat den Kader der "Wölfe" für gut 20 Millionen Euro mal wieder gehörig durcheinander gewirbelt. Auf der Habenseite nahm Magath durch den Transfer von Mario Mandzukic 13 Millionen Euro ein.
Diesmal schlug der Chefstratege frühzeitig auf dem Transfermarkt zu, was eine gute Vorbereitung ermöglichte. Das Team sollte, anders als im vergangenen Jahr, zum Saisonstart also schon weitgehend eingespielt sein.
Neuzugänge wird es wohl keine mehr geben. Magath kündigte aber an, noch Spieler abgeben zu wollen.
Mit Bremens Naldo und Emanuel Pogatetz aus Hannover wurden zwei neue Innenverteidiger geholt, die der zuletzt nicht immer sattelfesten Abwehr Halt geben sollen.
Zudem wurde der brasilianische Rechtsverteidiger Fagner von Vasco da Gama verpflichtet.
Im Mittelfeld plant Wolfsburg mit Diego, der von Atletico Madrid zurückkehrt. Zudem ist der aus Pilsen gekommene Tscheche Vaclav Pilar neu dabei.
Die Verpflichtung von Kevin Pannewitz aus Rostock muss wohl als ein Experiment Magaths verstanden werden.
Zwei spektakuläre Neuzugänge hat der VfL auch im Sturm vorzuweisen: Ivica Olic (FC Bayern) und Bas Dost aus Heerenveen, der in der vergangenen Saison in Holland 32 Tore in 34 Spielen erzielte.
• Das muss besser werden:
Wolfsburg muss sein Defensivverhalten deutlich verbessern. In der vergangenen Saison kassierten die Niedersachsen 60 Gegentore – nur Freiburg, Hertha BSC und Köln waren schlechter.
Außerdem müssen die "Wölfe" in Auswärtsspielen Zähne zeigen. Zwölf Punkte aus 17 Partien sind eine ganz schwache Ausbeute und bedeuten in der Auswärtstabelle Rang 16.
Generell gilt: Magath muss es schaffen, eine echte Einheit zu formen. Denn in der vergangenen Spielzeit präsentierte sich der VfL selten bis nie als schlagkräftige Truppe, die zusammenhält.
• Das sagt ein Neuer, ein Rückkehrer und der Trainer:
"Ich freue mich, dass ich eine zweite, faire Chance vom VfL und von meinen Teamkollegen bekommen habe. Ich bin sehr dankbar und froh, dass sie mir vertrauen", sagte Rückkehrer Diego.
Neuzugang Olic will in Wolfsburg knipsen und meinte im "kicker": "15 Tore - dann wäre ich glücklich."
Magath hofft vor allem auf einen guten Start: "Wir müssen zusehen, dass wir nicht wieder von Beginn an hinterherlaufen."
• Saisonziel:
Nach dem Verpassen eines internationalen Wettbewerbs ist Platz sechs für den VfL das Minimalziel.
Magath liebäugelt ein wenig mit einem Platz unter den ersten Vier: "Wir wollen wieder zu den besten in Deutschland gehören."
Richtig viel hat Naldo mit den "Wölfen" vor: "Ich will mit dem VfL den deutschen Meistertitel holen."
• SPORT1-Prognose:
Die Qualifikation für die Europa League muss mit einem so teuren Kader das Minimalziel sein.
Vom Potenzial her könnte Wolfsburg auch ein Wörtchen mit um die Champions-League-Plätze reden.
Allerdings nur, wenn Magath eine echte Mannschaft formen kann.


