Hitzfeld: "Der Druck wird für Bayern größer"
Von Mathias Frohnapfel
München - Die Vorbereitung auf den Tag X läuft vielversprechend beim FC Bayern.
Den Supercup hat der Rekordmeister in überzeugender Manier gewonnen - und dabei auch die Niederlagenserie gegen Borussia Dortmund beendet ( Bericht).
In einem Testspiel beim Regionalligisten SV Seligenporten - dem aktuellen Klub des ehemaligen 1860-Trainers Karsten Wettberg - wollen die Münchener sich weiter warmschießen für die Titelmission (ab 17.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).
Ottmar Hitzfeld verfolgt es mit Wohlwollen: Der ehemalige Meistercoach des FCB ist noch immer eng mit seinem alten Verein verbunden.
Im SPORT1-Interview spricht Hitzfeld über Bayerns neu zusammengestellte Mannschaft, die Neuzugänge Shaqiri und Dante sowie die Aussichten in der Königsklasse.
SPORT1: Herr Hitzfeld, Bayern hat zur neuen Saison für jeden Mannschaftsteil neue Profis geholt. Wie schätzen Sie die Stärke des aktuellen Teams ein?
Ottmar Hitzfeld: Bayern hat sich gut verstärkt, im Angriffsbereich Alternativen zu Mario Gomez geschaffen, das hatte man letzte Saison nicht. Ich denke, das kann ausschlaggebend werden für die neue Spielzeit.
SPORT1: Glauben Sie, dass dadurch auch die Chance gestiegen sind, einen Titel zu holen?
Hitzfeld: Ja, die Münchner sind wieder hungriger als vergangene Saison, sie werden sicher den ein oder anderen Titel holen.
SPORT1: Wird aus Ihrer Sicht die Mannschaft nach zwei Jahren ohne Meisterschale noch mehr gefordert sein oder ist der Druck bei Bayern ohnehin immer gleich groß?
Hitzfeld: Ich glaube, dass der Druck größer wird, wenn man in eine Saison geht und vorher keine Titel geholt hat. Das ist aber auch leistungsfördernd. Wer Profi bei Bayern ist, muss damit umgehen können.
SPORT1: Sie werden als Schweizer Nationaltrainer ein genaues Augenmerk auf Xherdan Shaqiri richten. Wie wichtig kann er für Bayern werden?
Hitzfeld: Natürlich freue ich mich für Bayern München, dass sie einen hervorragenden Spieler verpflichtet haben, dem die Zukunft gehört. Er wird sich weiterentwickeln, die Zeit läuft für ihn, irgendwann wird er auf der Position von Arjen Robben, Franck Ribery oder hinter der Spitze spielen können.
SPORT1: Dante hat im Supercup in der Innenverteidigung mit Jerome Boateng begonnen. Trauen Sie dem Neuzugang aus Gladbach zu, auf Anhieb Stammspieler zu werden?
Hitzfeld: Jeder Spieler, der im Kader steht, kann sich über kurz oder lang einen Stammplatz erkämpfen, dafür haben alle das nötige Niveau.
SPORT1: Und was erwarten Sie nach der Finalpleite im Mai von Bayern in der Champions League?
Hitzfeld: Ich hoffe und bin überzeugt, dass Bayern in der nächsten Saison in der Champions League wieder angreifen wird. Man war in den letzten drei Jahren zweimal im Finale, es hat nur wenig gefehlt - vielleicht fünf Prozent. Wenn man noch mehr von sich überzeugt ist, die Bayern-Mentalität mehr bei jedem Spieler verinnerlicht, dann sind auch wieder großartige Erfolge möglich.


