Sparsame Schwaben auf schmalem Grat
Von Felix Götz
München - Der VfB Stuttgart hat in der Sommerpause das gemacht, was Schwaben angeblich bestens beherrschen.
Der Klub vom Neckar sparte Geld ein, der Personaletat wurde auch aufgrund der durch den Stadionumbau entstandenen Kosten um rund 15 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro gesenkt. ( VEREINSSEITE: Alles zum VfB)
Für Trainer Bruno Labbadia kein wirklich großes Problem.
"Es gibt eine klare Kommunikation zwischen Sport- und Vereinsführung. Die Vereinsführung gibt den finanziellen Rahmen vor. Ich vertraue dem Verein, wenn die Verantwortlichen sagen, dass kein Geld mehr ausgegeben werden kann", sagte der 46-Jährige der "Bild".
Allerdings weiß Labbadia auch: "Wir wandeln auf einem schmalen Grat." ( DATENCENTER: Die Bundesliga)
Personelle Engpässe drohen
Der VfB ist anders als in der vergangenen Saison im internationalen Geschäft, der Europa League, vertreten. ( BERICHT: Stuttgart trifft auf Kuranyi)
Und der Kader ist nicht so breit besetzt, was bei Verletzungen schnell zu personellen Engpässen führen kann.
Einen Vorteil haben die Stuttgarter allerdings: Der Kern der Mannschaft wurde kaum verändert und müsste deshalb gut eingespielt sein.
Im 13. Teil der Bundesliga-Vorschau von SPORT1: VfB Stuttgart
• Das ist neu:
Matthieu Delpierre (Hoffenheim), Timo Gebhart (Nürnberg), Khalid Boulahrouz (Sporting Lissabon), Stefano Celozzi (Eintracht Frankfurt) und Julian Schieber (Dortmund) haben den VfB verlassen.
Dem gegenüber stehen nur drei echte Neuzugänge. Tunay Torun kam ablösefrei von der Hertha. Und der Mittelfeldspieler brachte mit Jerome Kiesewetter gleich einen Teamkollegen aus Berlin mit.
Zudem verpflichtete der Deutsche Meister von 2007 den Rechtsverteidiger Tim Hoogland vom FC Schalke 04 auf Leihbasis.
Zurück in Stuttgart ist Daniel Didavi, der an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen war und bei den Franken größtenteils vorzügliche Leistungen ablieferte.
Da gespart werden muss, rückten mit Raphael Holzhauser, Andre Weis, dem hoch gehandelten Innenverteidiger Antonio Rüdiger und Kevin Stöger noch vier Spieler aus dem Drittliga-Team des VfB ins erste Glied.
• Das muss besser werden:
Der VfB möchte sich gesund entwickeln und rechnet deshalb erst gar nicht mit einem ganz großen Sprung nach vorn.
Da die vergangene Saison nach einem ständigen Auf und Ab endlich einmal von Anfang bis Ende größtenteils solide verlief, muss deshalb gar nicht so viel besser werden.
Es geht darum, sich in allen Bereichen Schritt für Schritt nach vorne zu arbeiten und die eingeschlagene Richtung fortzusetzen.
• Das sagen die Neuen und der Trainer:
"Ich bin offensiv überall zu gebrauchen, kann links oder rechts spielen oder in der Spitze", sagte Torun: "Ich werde alles dafür geben, dass ich spielen und dann gute Leistungen abliefern werde."
Von Hoogland dürfen die Stuttgarter Fans vollen Einsatz erwarten: "Ich gebe immer 100 Prozent, das Kämpferische liegt mir sehr."
"Die letzten eineinhalb Jahre waren wirklich gut. Es macht mir beim VfB Riesenspaß, weil es eine große Herausforderung ist und wir mittlerweile auch richtig guten Fußball spielen", so Labbadia.
• Saisonziel:
Nach Platz sechs in der Saison 2011/2012 und dem damit verbundenen Einzug ins internationale Geschäft möchten die Schwaben erneut um die Europa-League-Plätze mitspielen.
"Natürlich wollen wir wieder nach Europa. Wir müssen gierig sein", gibt Labbadia die Richtung vor.
Mittelfeld-Stratege William Kvist geht sogar noch weiter und peilt die Ränge drei bis sechs an: "Als Sportler musst du immer einen halben Schritt nach oben gehen."
• SPORT1-Prognose:
Für den VfB ist nach unten und nach oben vieles möglich - je nachdem, wie der Saisonstart verläuft.
Tritt Stuttgart konstant als Einheit auf und bleiben die Süddeutschen von größeren Verletzungen verschont, dann ist ein Platz zwischen fünf und sieben möglich.
Andernfalls ist auch eine Platzierung in der zweiten Tabellenhälfte durchaus drin.


