Rekordtransfer? Martinez-Deal angeblich perfekt
Von Jakob Gajdzik
München - Kurz vor dem Ligastart lässt der FC Bayern die große Bombe platzen.
Nach monatelangem Hin und Her sind die Münchener nun wohl doch bereit, die festgeschriebene Ablösesumme von 40 Millionen Euro für Javi Martinez (23) an Athletic Bilbao zu überweisen.
Die Bayern wollten den Transfer am Mittwochabend noch nicht bestätigen, nach Informationen des "Sport-Informationsdienstes" ist der Deal aber perfekt.
Der Vertrag des Spaniers soll nach Informationen der "Bild" über fünf Jahre laufen.
Siebter Neuzugang
Nach Dante (Borussia Mönchengladbach/5 Millionen Euro), Torhüter Tom Starke (1899 Hoffenheim/ablösefrei), Mario Mandzukic (VfL Wolfsburg/13), Xherdan Shaqiri (FC Basel/12), Claudio Pizarro (Werder Bremen/ablösefrei) und Mitchell Weiser (1. FC Köln/0,5) wäre Martinez der siebte Neuzugang beim Champions-League-Finalisten.
Der Europameister von 2012 wäre damit die erhoffte Verstärkung im Mittelfeld, die der Rekordmeister schon lange angestrebt hatte.
Sammer: "Kein Rekordtransfer"
"Wir werden keinen Rekordtransfer tätigen", hatte Sportdirektor Matthias Sammer bei SPORT1 zwar noch am Mittwochnachmittag gesagt.
Er betonte aber auch: "Javi Martinez ist noch sehr jung, der könnte uns sehr gut tun."
Heynckes: "Immer für den Spieler stark gemacht"
Auch Trainer Jupp Heynckes ließ bei SPORT1 nach dem Test gegen Seligenporten ( News) durchblicken, dass Interesse an Martinez besteht.
"Ich kann keine Bestätigung geben, denn mein Kenntnisstand ist der, dass bisher noch nichts in trockenen Tüchern ist", sagte er: "Ich persönlich habe mich immer für den Spieler stark gemacht, ich weiß, welche Qualitäten er hat."
"Es hat heute von unserer Seite keine Bewegung in der Sache gegeben", sagte Bayern-Medienchef Markus Hörwick am Mittwochabend der "dpa".
"Das ist eine Lüge"
Ganz andere Töne kommen aus dem Lager des Basken, Martinez-Berater Antonio Sanz dementiert den Wechsel heftig:
"Das ist eine komplette Lüge", so Sanz in der "tz": "Es gibt überhaupt keine Verhandlungen zwischen den beiden Klubs, weil Athletic Bilbao überhaupt nicht verhandlungsbereit ist."
Sanz legt sogar noch einen drauf: "Ich weiß nichts davon, dass Bayern 40 Millionen Euro auf den Tisch gelegt hat." Für den Berater steht fest: "Javi Martinez wird in der neuen Saison für Athletic Bilbao auflaufen."
Martinez verzichtet
Dennoch: Die Bayern würden scheinbar bei dem angeblichen Mega-Deal mit Martinez trotz der Rekordablösesumme an anderen Ecken sparen.
Weil Martinez unbedingt nach München wechseln wollte, soll er jährlich auf zwei Millionen Euro seines Gehalts verzichten, was den Bayern über den Zeitraum von fünf Jahren zehn Millionen Euro Kosten sparen würde.
Das wäre auch ein klares Bekenntnis des Spielers, unbedingt in München spielen zu wollen.
Mit Martinez würde den Bayern also der erwartete Transfer-Kracher gelingen, um nach zwei titellosen Jahren wieder mit Vollgas die Spitze anzugreifen.
Neue Bestmarke
Mit den 40 Millionen für Martinez würden die Bayern zudem nach der bisherigen Rekordsumme von 30 Millionen für Mario Gomez wieder eine neue Bestmarke aufstellen.
Auch bei den Transfers von Franck Ribery (25 Millionen Euro), Arjen Robben (24) und Manuel Neuer (22) sprengten die Münchner die 20-Millionen-Euro-Marke.


