Weiter Warten auf Martinez
Vom FC Bayern berichtet Reinhard Franke
München - Jupp Heynckes lächelte verschmitzt. Als der Trainer des FC Bayern München am Freitag vor die wartenden Journalisten trat, wusste er genau, welche Fragen auf ihn zukommen würden.
Klar, das Thema war weniger das Pokalspiel bei Zweitliga-Aufsteiger Jahn Regensburg am Montag.
Nein, das alles beherrschende Thema war Javier Martinez, der achtfache spanischen Nationalspieler von Athletic Bilbao, den die Münchner für die Rekordsumme 40 Millionen verpflichten wollen ( BERICHT: Grünes Licht für Model Martinez).
Auch am Freitag konnte aber noch kein Vollzug vermeldet werden.
Hängepartie um Martinez
"Ich habe Verständnis für die Medien, aber man muss weiter abwarten, bis beide Parteien etwas bekanntgeben", sagte Heynckes.
Er lächelte so, als wenn er etwas wüsste, es aber partout nicht rauslassen wollte. Doch offenbar konnte er wirklich nichts verkünden.
"Ich kann zu dem Thema nichts sagen. Ich bin für den sportlichen Teil zuständig", fuhr Heynckes fort.
"Schauen Sie, junger Mann", setzte der Bayern-Trainer Heynckes auf die erneute Frage eines Reportes, ob Martinez die Qualität verbessern würde, an, "was soll ich mit ihnen über Martinez sprechen, wenn er nicht Spieler des FC Bayern ist?"
"Bei uns wird alles abgesprochen"
Gesprochen hatte Heynckes am Freitag auch noch nicht mit FCB-Präsident Uli Hoeneß, dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge und Finanzchef Karl Hopfner. Ob die in der Causa Martinez verhandelten?
"Bei uns wird alles abgesprochen, aber ich habe keinen der Drei bis jetzt gesehen. Um 6.45 Uhr hat der Wecker geklingelt, um acht Uhr war ich an der Säbener Straße, habe gefrühstückt und alles mit den Fitness-Trainern besprochen, habe eine Analyse vom Supercup gemacht, dann gab es Regelkunde und danach war Einkleidung angesagt", referierte Heynckes seinen Tagesablauf.
Als Mittelsmann wollte sich der Trainer-Routinier, trotz seiner insgesamt fünf Dienstjahre in Bilbao, nicht bezeichnen lassen. "Ich bin Trainer bei Bayern und nicht bei Bilbao", erklärte er.
Wird der Transfer noch teurer?
Der Transfer entwickelt sich immer mehr zur Hängepartie. Neuestes Hindernis könnten jetzt die Transferabläufe in Spanien werden, wie die "tz" berichtet.
Martinez könne sich demnach selbst aus seinem Vertrag herauskaufen. Dazu müssten die Bayern ihm aber die Ablösesumme überlassen - was wiederum eine Steuerforderung in Höhe von acht Millionen Euro nach sich ziehen könne.
Nach SPORT1-Informationen könnte die Verkündung des Wechsels noch bis zum Pokal-Derby am Montag auf sich warten lassen.
Jahn Regensburg vor der Brust
Der Pokal war Heynckes als Gesprächsthema sowieso am liebsten, denn "auch meine Spieler beschäftigen sich nicht mit Spekulationen in den Medien".
Er will verhindern, dass dadurch abgelenkt der Saisonstart misslingt. "Wir nehmen das Spiel genauso ernst wie den Supercup. Wir haben überragend trainiert und sind sehr gut vorbereitet für Montag", erklärte der Coach.
Die Gefahren des Pokals möchte Heynckes unbedingt umgehen und warnte vor dem Jahn: "Die werden über ihre Verhältnisse spielen. Ich erhoffe mir aber so ein Spiel wie letztes Jahr in Braunschweig in der ersten Runde."
Insidertipps von Tobias Schweinsteiger, vergangene Saison noch in Regensburg und nun in Bayerns zweiter Mannschaft aktiv, habe er aber nicht eingeholt. "Ich habe DVD geschaut und meinen Bericht gelesen, ich habe genug Infos."
Lob für Schweinsteiger
Mit den Fortschritten von Schweinsteigers kleinem Bruder Bruder Bastian ist Heynckes zufrieden.
Der lange Zeit angeschlagene Leader dürfte in Regensburg auflaufen. "Bastian hat in Seligenporten 90 Minuten gespielt, hat gut trainiert und hat keine Beschwerden", sagte er:
"Wichtig ist, dass er beschwerdefrei ist, das ist sehr erfreulich."
"Wir haben sehr gut eingekauft"
Sowieso ist die Laune von Heynckes nach der langen Vorbereitung gut. "Wir haben sehr gut eingekauft", stellte er fest.
"Xerdan Shaqiri, Mitchell Weiser oder Emre Can sind Riesentalente".
Gleiches sagt man auch über Javi Martinez. Doch der ist bekanntlich ja noch kein Spieler des FC Bayern.


