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Gladbachs zwölf Niederlagen und 35 Gegentore sind in der Liga unübertroffen © getty

Drei Tage vor dem Start in die Rückrunde scharren die Bundesligisten mit den Hufen. Sport1.de beleuchtet den Status Quo im Tabellenkeller.

Von Martin van de Flierdt und Daniel Rathjen

München - Der Countdown zum Rückrundenstart läuft.

Sport1.de beleuchtet bis Freitag den Stand der Dinge in der Bundesliga. Zum Auftakt steht der Tabellenkeller im Fokus.

Fünf Teams sind in der Hinrunde ins Hintertreffen geraten, aus denen sich aller Wahrscheinlichkeit nach die Absteiger und der Relegationsteilnehmer rekrutieren werden (Der Tabellenrechner) .

Jede dieser Mannschaften hat im Winter auf dem Transfermarkt nachgelegt. (Winterfahrpläne und Wechselbörsen der 18 Teams)

Arminia Bielefeld (14., 14 Punkte, 15:27 Tore)

Die Ostwestfalen sehen der Rückrunde mit Zuversicht entgegen. Zum einen kehrt mit dem lange verletzten Abwehrchef Andre Mijatovic eine wichtige Säule der Mannschaft zurück.

Zum anderen zeigte der mit 1,5 Millionen Euro teuerste Einkauf der Arminen-Geschichte, Chris Katongo, in den Testspielen eine deutliche Aufwärtstendenz (Das Sport1.de-Formbarometer) . Wenn der Sambier Torjäger Artur Wichniarek, der zehn der 15 Bielefelder Tore erzielt hat, ein wenig mehr entlasten kann, kann das nur gut sein.

Mit dem aus Wolfsburg geholten Vlad Munteanu sollte zudem von der linken Offensivseite mehr Torgefahr ausgehen. Bringt der Rumäne seine aus Cottbusser Zeiten bekannte Stärke im Konterspiel ein, könnte auch die Bielefelder Negativserie von 25 sieglosen Auswärtsspielen bald enden.

Dass Trainer Michael Frontzeck in den nächsten Tagen seinen Vertrag verlängern soll, ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Arminia auf dem rechten Weg wähnt.

Sport1.de-Prognose: Das schwierige Auftaktprogramm mit Spielen in Bremen, gegen Berlin und in Hamburg könnte negative Resultaten mitbringen, die die bislang entspannte Atmosphäre in Ostwestfalen belasten.

Doch im Endklassement steht Bielefeld über dem Strich.

Karlsruher SC (15., 13 Punkte, 15:32 Punkte)

Zwei Rückkehrer sind die großen Hoffnungsträger in Karlsruhe. Ob Giovanni Federico und der Ex-Nürnberger Marco Engelhardt allerdings auf Anhieb die prägenden Figuren werden, ist eine der wesentlichen Fragen.

Vor allem Federico, der in Dortmund nicht einmal mehr eine Nebenrolle spielte, soll die oft schmerzlich vermisste Torgefahr erhöhen. Problematisch ist zudem, dass Kapitän und Abwehrchef Maik Franz aufgrund seiner Fersenentzündung weiterhin ausfällt.

Daher bemühen sich die Badener intensiv um den Kroaten Dino Drpic, der allerdings als schwieriger Charakter gilt und aufgrund von Disziplinlosigkeiten ("Ganz schön ungezogen") bei Dinamo Zagreb entlassen wurde.

Sport1.de-Prognose: Dem Auftaktspiel in Bochum kommt schon Weg weisende Bedeutung zu.

Entwickelt der Angriff um die bislang harmlosen Joshua Kennedy und Edmond Kapllani durch Federicos Unterstützung nicht mehr Tordrang, ist der direkte Klassenerhalt nicht zu schaffen. Der KSC steigt ab.

Energie Cottbus (16., 13 Punkte, 12:29 Tore)

Es ist allein der Schwäche der Konkurrenz geschuldet, dass Energie mit kümmerlichen zwölf eigenen Treffern noch im Rennen um den Klassenerhalt liegt.

Die unübersehbaren Mängel im Spielaufbau soll der tschechische Neuzugang Jan Rajnoch (von Mlada Boleslav) beheben, der im zentralen Mittelfeld gleich eine Schlüsselrolle einnimmt.

Da die neuen Stürmer Adi (von Austria Kärnten) und Nils Petersen (von Carl Zeiss Jena) noch Eingewöhnungszeit benötigen, hofft Trainer Bojan Prasnikar auf die Torgefahr von Regisseur Ervin Skela und besonders Dimitar Rangelov.

Sport1.de-Prognose: Energie ist im Abstiegskampf gestählt und versteht es, sich mit Händen und Füßen zu wehren. Die mannschaftliche Geschlossenheit ist das Cottbuser Plus.

Allerdings ist ein spielerischer Fortschritt inklusive deutlich größerer Kaltschnäuzigkeit vor des Gegners Tor dringend vonnöten. Es reicht knapp zum Klassenerhalt.

VfL Bochum (17., 11 Punkte, 19:30Tore)

Die "Unabsteigbaren" werden die Bochumer schon lange nicht mehr genannt, vielmehr droht nach nur einem Sieg in der Hinrunde der sechste Gang in die Zweitklassigkeit.

Zumal der Haussegen beim VfL schief hängt. Viele Spieler sind angeschlagen (Freier, Neuzugang Klimowicz), die Mannschaft wirkt nicht homogen. Trainer Marcel Koller weht der Wind scharf ins Gesicht.

Der Verein hat ihm demonstrativ den Rücken gestärkt, doch die Fans lasten dem Schweizer den Rauswurf von Kapitän Thomas Zdebel an, der nach Leverkusen wechselte.

Sport1.de-Prognose: Es wird sehr eng für den VfL. Die Stimmung in Bochum ist kaum besser als zum Ende 2008.

Der Kader hätte wohl die Qualität, die Klasse zu halten. Doch die Form ist zu unbeständig. Bochum muss in die Relegation.

Borussia Mönchengladbach (18., 11 Punkte, 18:35 Tore)

Hans Meyer kehrte mit eisernem Besen. Der Trainer-Kauz sortierte den Kader und seinen Stab neu.

Ob die Routiniers Paul Stalteri (31) und Tomas Galasek (36) dem Team im Abstiegskampf gut tun, muss sich aber erst noch herausstellen.

Abwehrhoffnung Dante fällt zudem gleich verletzt aus. Torhüter Logan Bailly indes kann kaum weniger Sicherheit ausstrahlen als seine wackligen Vorgänger Christofer Heimeroth und Uwe Gospodarek.

Fakt ist: Das Startprogramm ist heftig. Erst geht es zum VfB Stuttgart, dann nach Hoffenheim, anschließend steht Werder auf dem Programm.

Sport1.de-Prognose: Hans Meyer hat bislang erst sieben Punkte geholt, dafür sieben Spieler gefeuert. Der alten Fuchs hat erkannt, dass der Kader für die erste Liga nicht ausgeglichen zusammengesetzt war.

Doch zuletzt wirkte auch er hilflos. Die Borussia wird den Gang in die Zweite Liga antreten müssen.

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