Saisonziel: Rückkehr ins Meister-Paradies
Von Mathias Frohnapfel
München - Karl-Heinz Rummenigge blickte tapfer geradeaus, als bei der "sky"-Saisoneröffnung per Einspielfilmchen die Dortmunder Profis DFB-Pokal und Meisterschale liebkosten.
Eben jene Trophäen, auf die der FC Bayern als Rekordsieger quasi selbstverständlichen Anspruch hegt.
Und zumindest der Meistertitel soll nach zwei Jahren Auszeit wieder zurück an die Isar geholt werden, zumal dieser Titel, wie sie in München gerne betonen, eben der ehrlichste ist.
Wer nach 34 Spieltagen vorne ist, ist der Beste - ohne Wenn und Aber und Elfmeterschießen wie womöglich in den Cup-Wettbewerben.
Duell mit Dortmund
startet von vorn
"Wir wissen, dass es ein hartes Jahr für den FC Bayern wird", sagt Rummenigge vor der 50. Bundesliga-Saison. ( DATENCENTER: Die Bundesliga)
Der "bayerischen Seele" hat aus Sicht des Münchner Vorstandsbosses zumindest schon der Gewinn des Supercups zwei Wochen vor Saisonstart gut getan.
Im Duell mit dem Erzrivalen Dortmund geht es nun für Rummenigge nach fünf Niederlagen in Serie "wieder bei Null" los.
Zugleich vertraut Bayerns Vorstandsboss darauf, dass nach dem Vize-Triple der Vorsaison der neue Sport-Vorstand und Feuerkopf Matthias Sammer die Bayern noch hungriger und motivierter macht.
Maier glaubt an Bayern-Erfolg
Darauf setzt auch Bayerns Torwart-Ikone Sepp Maier.
"Ich hoffe, dass sie die Titel holen, die sie vergangene Saison nicht geschafft haben, dann wären sie schon weit", berichtet er im Gespräch mit SPORT1.
Als Plus für die Münchner sieht der Weltmeister von 1974 auch die angefachten Champions-League-Ambitionen des BVB.
"Wenn man noch Champions League spielt, schaut es anders aus. Ich weiß nicht, ob das Dortmund auch so verkraften kann."
Im 17. Teil der Bundesliga-Vorschau von SPORT1: Bayern München
• Das ist neu:
Wunschspieler Javier Martinez soll bis zum Ende der Transferperiode am 31. August noch in München "Buenos dias" sagen, die Bayern sind auch bereit, 40 Millionen Euro für den Transfer bereitzustellen. Fix ist aber noch nichts.
Dagegen trägt Mario Mandzukic bereits seit Anfang Juli das Bayern-Dress und führte sich mit drei Toren beim Supercup und Pokalauftakt in Regensburg perfekt ein.
Mit 13 Millionen Euro ist der Ex-Wolfsburger der teuerste Saison-Einkauf der Münchner bislang.
Zudem kamen Dante (Borussia Mönchengladbach/5 Millionen Euro), Torhüter Tom Starke (1899 Hoffenheim/ablösefrei), Xherdan Shaqiri (FC Basel/12), Claudio Pizarro (Werder Bremen/ablösefrei) und Mitchell Weiser (1. FC Köln/0,5) neu ins Team sowie Eigengewächs Emre Can.
"Sammer wird Schlendrian austreiben"
Die prominenteste Verpflichtung heißt aber Matthias Sammer.
Die Münchner lockten den DFB-Sportdirektor an die Säbener Straße, mit Franck Ribery kann Sammer nun nicht nur beim Bäcker im Münchner Nobelwohnort Grünwald, sondern auch auf dem Klubgelände über Fußball fachsimpeln.
"Die beste Verpflichtung des FC Bayern seit einigen Jahren, das ist Matthias Sammer. Er wird den Schlendrian der letzten beiden Jahre austreiben", meint Ehrenpräsident Franz Beckenbauer und bringt damit die hohen Erwartungen an den Ex-Dortmunder auf den Punkt.
Hitzfeld erinnert an Sammers Hitzkopf
Auch das von Rummenigge ausgestellte erste Zwischenzeugnis liest sich prächtig.
"Matthias macht einen hervorragenden Job und erledigt seine Aufgaben sehr rational", stellt der Ex-Bayern-Stürmer fest.
Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld warnt seinen Ex-Klub aber auch vor Sammers Explosivität.
"Ich sehe ein Problem, wenn Matthias Sammer nach dem Spiel direkt Interviews gibt", sagte er bei "sky".
"Er ist ein Hitzkopf, er ist jähzornig. Er kann nicht verlieren, was aber auch gut ist, denn man braucht jemanden, der Klartext redet. Aber wenn es nicht gut läuft, wird es krachen."
• Das sagen die Neuen und der Trainer:
Vom Erfolgswillen des Klubs und der Zielstrebigkeit der Macher zeigen sich alle Bayern-Neulinge im Gespräch mit SPORT1 beeindruckt.
"Ich möchte ein Teil der Mannschaft sein, die die Meisterschaft nach München zurückholt", sagt Mandzukic im SPORT1-Sonderheft. "Der FC Bayern gehört für mich sicher zu den vier besten Teams der Welt."
Dieses Selbstverständnis sagt natürlich auch Jupp Heynckes zu.
"Wir waren in zwei Endspielen, wurden in der Liga Zweiter", sagte Heynckes dem "kicker". "Aber niemand hat von Erfolg gesprochen. Also wissen wir alle, dass wir es in der neuen Saison etwas besser machen müssen."
• Saisonziel:
"Wir wollen, müssen und werden sofort erfolgreich sein", formuliert den Anspruch Sport-Vorstand Sammer. Soll heißen, nichts anderes als die Meisterschaft ist das Ziel, was auch Präsident Uli Hoeneß und FCB-Boss Rummenigge immer wieder betonen.
• SPORT1-Prognose:
Der FC Bayern hat sehr gute Chancen, sich den Titel zu erspielen, weil die Mannschaft derart gut besetzt ist, dass sie auch Formschwächen einzelner Spieler sofort ausgleichen kann.
Dadurch dass das Champions-League-Finale nicht in München stattfindet wie in der vergangenen Spielzeit, hat auch die Königsklasse nicht die allerhöchste Priorität im Klub.
Unruhe von innen droht nur, falls bei einer sportlichen Durststrecke über die Zukunft von Jupp Heynckes diskutiert wird, dessen Vertrag im Sommer 2013 endet.


