HSV droht Abstiegskampf Teil II
Von Tobias Wiltschek und Reinhard Franke
München - Nach der längsten Sommerpause in ihrer Geschichte startet die Bundesliga am kommenden Wochenende in die 50. Saison.
Mehr als drei Monate sind seit dem letzten Spieltag der vergangenen Saison vergangen. Die Vereine haben die Zeit genutzt, um sich bestmöglich auf die anstehende Spielzeit vorzubereiten.
Die erste Runde im DFB-Pokal zeigte jedoch, dass viele Bundesligisten noch nicht in Form sind. Sechs Klubs aus der deutschen Eliteliga sind bereits ausgeschieden.
Ob diese Niederlagen nur Ausrutscher waren oder Hinweise darauf liefern, wie schwer sich die Mannschaften auch in der Bundesliga tun, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.
SPORT1 macht den Formcheck aller Bundesligisten und wagt eine Prognose für die Saison ( DATENCENTER: Die Bundesliga).
Der erste Teil der Serie widmet sich dem Tabellenkeller und den Teams, die gegen den Abstieg kämpfen.
SC Freiburg
Trotz der sensationellen Rückrunde in der vergangenen Saison heißt das Ziel für die anstehende Spielzeit im Breisgau erneut Klassenerhalt.
Dass dieser Anspruch keine Tiefstapelei ist, beweisen die Schwierigkeiten in der Vorbereitung und im DFB-Pokal.
Bei Regionalliga-Aufsteiger Victoria Hamburg quälte sich der Sportclub zu einem 2:1-Sieg.
Was Trainer Christian Streich aber noch mehr ärgerte, sind die Verletzungen von Mensur Mujdza und Jan Rosenthal. Während sich der Bosnier in Hamburg nur eine leichte Blessur zuzog, fällt Rosenthal - genauso wie Daniel Caligirui mehrere Wochen lang aus.
Bei dem ohnehin schon schmalen Kader der Freiburger sei diese Situation "eine Katastrophe", meint Streich. Besonders auf den Trainer wird es nun ankommen, die Mannschaft dennoch fit für die Bundesliga zu machen.
SPORT1-Prognose: Ganz ohne Abstiegssorgen werden die Freiburger nicht durch die Saison kommen. Am Ende aber steht dank Motivator Streich und einer kompakten Einheit der Klassenerhalt.
Eintracht Frankfurt
Der Optimismus war groß bei den Hessen. Carlos Zambrano und Dorge Kouemaha waren nur die letzten beiden von vielen namhaften Neuzugängen, die die Eintracht vor der Rückkehr in die Bundesliga verpflichtet hat.
Doch nach der klaren 0:3-Niederlage im Pokal in Aue sind erste Zweifel daran aufgekommen, ob die Frankfurter tatsächlich so gut für die neue Saison gerüstet sind. Vor allem an der Einstellung mangelte es manchen Spielern gehörig.
In der Bundesliga sollte Überheblichkeit jedoch kein Thema sein. Als Aufsteiger sind die Hessen in den meisten Spielen Außenseiter und sollten dementsprechend motiviert sein.
SPORT1-Prognose: Mit dem angepeilten Mittelfeldplatz sollte es schwer werden. Doch Trainer Armin Veh wird es schaffen, mit dem verstärkten Team den Abstieg zu vermeiden.
FC Augsburg
Nach dem Wunder "Klassenerhalt" in der letzten Saison beginnt nun der weitaus schwierigere Teil. Der FC Augsburg will sich in der Bundesliga etablieren.
Dieses Kunststück soll der neue Trainer Markus Weinzierl fertig bringen und das wird schwer genug. Wie sagt Mario Basler bei SPORT1 so schön: "Das zweite Jahr wird erheblich schwieriger als das erste."
Da dürfte "Super Mario" recht behalten. Die Fuggerstädter haben zwar personell ordentlich nachgebessert, doch einmal mehr kann es nur darum gehen, die Klasse zu halten.
Ein großes Plus ist die Euphorie in der Stadt. Die Fans tragen den FCA auf einer Welle der Symapthie.
SPORT1-Prognose: Aristide Bance, Andreas Ottl und Milan Petrzela geben der Mannschaft deutlich mehr Qualität als im letzten Jahr. Dennoch muss sich die neue Mannschaft erst einmal finden, nicht zuletzt auch der Trainer dabei beweisen. Ein Abschneiden zwischen Rang elf und 14 sollte dennoch möglich sein.
Hamburger SV
Die peinliche 2:4-Pokalschlappe beim Karlsruher SC hat diejenigen Experten bestätigt, die dem HSV eine ähnlich bittere Saison wie die letzte vorhergesagt haben.
Der Sieg des Drittligisten machte vor allem deutlich, dass die Abwehr auch weiterhin die größte Schwachstelle ist. Selbst die neue Torwart-Hoffnung Rene Adler erwies sich als Unsicherheitsfaktor.
Mit Michael Mancienne und Jeffrey Bruma vertraut der Bundesliga-Dino dazu noch immer auf die Innenverteidigung, die schon in der vergangenen Saison höheren Ansprüchen zu selten genügte.
Dazu kommt, dass in Mladen Petric, Paulo Guerrero und David Jarolim drei Leistungsträger der letzten Jahre den Verein verlassen haben und nur schwer zu ersetzen sein werden.
SPORT1-Prognose: Der sechsmalige Deutsche Meister wird auch in seiner 50. Bundesliga-Saison nicht viel zu feiern haben und muss bis zuletzt um den Klassenerhalt bangen, die Relegation droht.
Fortuna Düsseldorf
Die Fortuna und Trainer Norbert Meier mussten nach dem Relegations-Theater lange zittern, ehe der Aufstieg feststand, doch jetzt hat die 15 Jahre dauernde Dürreperiode eine Ende, und es geht endlich wieder hoch in die Eliteliga.
Und dabei wurde mal eben fast die komplette Truppe ausgetauscht. Zwölf Abgängen stehen 18 Zugänge gegenüber. Trainer Norbert Meier hätte eigentlich erst mal ein Kennenlern-Trainingslager einberufen können.
Dank der erfahrenen Axel Bellinghausen, Andrej Voronin, Nando Rafael und Du-Ri Cha ist aber genug Qualität im Kader, um nicht gleich von Anfang an abgeschlagen zu sein.
SPORT1-Prognose: Düsseldorf wird zur Wundertüte der nächsten Saison. Wenn es Meier gelingt, aus den vielen Zugängen eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen, dann hat die Fortuna Chancen auf den Klassenerhalt. Ohne das Trio Assani Lukimya, Maximilian Beister und Sascha Rösler dürfte dieses Vorhaben allerdings schwierig werden.
Greuther Fürth
Ganz Fürth fiebert dem ersten Bundesliga-Anpfiff in der Vereinsgeschichte entgegen. Die Franken freuen sich auf 34 neue Feiertage.
Gleich am ersten Spieltag der neuen Saison kommt Bayern München in den Ronhof und beschert den "Kleeblättern" ein absolutes Highlight.
Der erste Aufstieg in der Klub-Historie - in den letzten Jahren haben es viele Trainer versucht mit dem Verein in die Eliteliga aufzusteigen, doch stets wurde das große Ziel nur knapp verpasst.
Dass Fürth eine unerfahrene Truppe ins Haifischbecken Bundesliga schickt, sehen die Verantwortlichen gelassen.
"Wir sind endlich da, wo wir immer hin wollten. Wir spüren aber in allen Bereichen, dass das, was auf uns zukommt, schon ganz schön gewaltig ist", erklärt Helmut Hack im Gespräch mit SPORT1.
SPORT1-Prognose: Trotz aller Vorfreude gehört Fürth zu den Abstiegskandidaten. Hoffnung für die Franken: Das galt letztes Jahr auch für Augsburg.
Und so sieht die SPORT1-Prognose für den Tabellenkeller aus: 13. SC Freiburg, 14. Eintracht Frankfurt, 15. FC Augsburg, 16. Hamburger SV, 17. Fortuna Düsseldorf, 18. Greuther Fürth.


