Mit Herzklopfen ins Abenteuer Bundesliga
Von Reinhard Franke und Jakob Gajdzik
München - Die Erleichterung war in ganz Franken zu spüren.
Als der Aufstieg in die Bundesliga endlich feststand, kannte der Jubel keine Grenzen.
All die Jahre zuvor wurde das große Ziel immer nur knapp verpasst, in diesem Sommer nun war es für Greuther Fürth endlich soweit und die "Kleeblättler" können sich auf 34 neue Feiertage freuen.
Dass gleich am ersten Spieltag der neuen Saison der FC Bayern in den Ronhof kommt (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER), setzt dem Ganzen noch die Krone auf.
"Bewähren und beweisen"
"Das Image der Unaufsteigbaren ist weg. Ich denke, dass so ein kleiner Verein wie wir, der Liga guttun kann. Jetzt müssen wir uns bewähren und beweisen, warum wir aufgestiegen sind.", sagt Fürth-Präsident Helmut Hack im Gespräch mit SPORT1.
Er blickt zufrieden und ein wenig stolz zurück: "Wenn ich sehe, was seit 1996 und der Fusion zwischen der SpVgg Fürth und dem TSV Vestenbergsgreuth im Verein passiert ist, dann ist das unglaublich."
Alles neu für die Bundesliga
Vieles wurde in den letzten Wochen im Ronhof auf Hochglanz gebracht, es wurde Tag und Nacht gearbeitet und geplant.
Eine neue Tribüne für die Gästefans wurde gebaut, ein neuer Pressebereich und eine neue VIP-Lounge installiert. Auch die Dixi-Klos sind verschwunden. Alles für das Abenteuer Bundesliga.
"Ich habe immer gesagt, wenn einmal alles richtig gut läuft, dann können wir das Wunder vollbringen und aufsteigen. So ist es gekommen", sagt Hack und setzt dabei ein Lachen auf, dass nur zu gut erklärt, wie glücklich dieser Mann ist, es endlich geschafft zu haben.
Augsburg, Mainz und Freiburg als Beispiele
Doch die Bundesliga wird eine Herkulesaufgabe für die Fürther. Wie bei jedem Aufsteiger kann das Ziel nur Klassenerhalt heißen.
Alles andere wäre Träumerei. Und Trainer Mike Büskens, den Hack "Häuptling" nennt, ist kein Träumer. Für den Ligaverbleib nimmt man sich ein Beispiel an Augsburg, Mainz oder Freiburg.
"Über die Geschlossenheit, das Potenzial und die Leidenschaft kann man einiges bewegen. Das sind die Pfunde, mit denen man wuchern kann", sagte Büskens zuletzt im SPORT1-Interview.
Wenig Erfahrung bei den Neuen
Hack weiß um die enorme Hürde: "Wir kennen die Bundesliga nicht, wir müssen erst einmal Erfahrungen sammeln. Dann sehen wir, ob diese Mannschaft das Potenzial hat, sich weiterzuentwickeln."
Während die Konkurrenz der Fürther personell ordentlich nachgebessert hat, holte die Spielvereinigung neben Stürmer Tobias Mikkelsen (von FC Nordsjælland) bis auf Thanos Petsos (1. FC Kaiserslautern) und Zoltan Stieber (Mainz 05) nur Spieler, die noch keine Erstliga-Erfahrung haben.
"Schlachten werden schwerer"
Doch dass der Aufsteiger eine unerfahrene Truppe ins Haifischbecken Bundesliga schickt, sehen die Verantwortlichen gelassen.
"Wir vertrauen größtenteils der Aufstiegsmannschaft und müssen schauen, wie sie es jetzt gegen die 'Großen' hinkriegen", sagt Hack zu SPORT1. "Die Schlachten in der Bundesliga werden schwerer und intensiver."
Das Lampenfieber steigt
Vor der Premiere gegen die Bayern ist das Lampenfiber spürbar. Coach Büskens beschreibt es in den "Fürther Nachrichten" als "Wechselbad zwischen nervösem Kribbeln und Gelassenheit".
Hack versucht dem ersten Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte entspannt entgegen zu blicken. "Wir freuen uns sehr auf den Auftakt. Das ist eine große Herausforderung für uns, bei der wir nicht viel zu verlieren haben."
Aggressiver Fußball, engagiertes Spiel gegen den Ball und mutige Auftritte, das erwartet sich der Klub-Boss von seinem Team. "Wir wollen uns nicht verstecken, wir sind ein Team was von der Grundeinstellung agieren möchte", versichert Hack.
Er weiß aber, "dass wir in jedem der 34 Spiele Außerordentliches leisten müssen, wenn das Abenteuer Bundesliga gutgehen soll."


