Van der Vaart: "Liebe es, wieder hier zu sein!"
Von Martin Volkmar und Sven-Arne Görn
München/Hamburg - Wie ein Heilsbringer wurde Rafael van der Vaart in der Hansestadt empfangen, am Flughafen warteten bereits zahlreiche Fans auf den Niederländer.
Zuvor hatte der Hamburger SV in einer langen nächtlichen Verhandlungsrunde mit den Tottenham Hotspurs die Weichen für den spektakulären Transfer gestellt.
"Der Deal ist perfekt", bestätigte Aufsichtsratsboss Alexander Otto SPORT1, nachdem das Gremium bei seiner Sitzung grünes Licht für den Transfer gegeben hatte.
Dreijahresvertrag unterschrieben
Van der Vaart unterschrieb in Hamburg einen Vertrag bis 2015.
Bei seiner Vorstellung am späten Nachmittag grinste er übers ganze Gesicht: "Ich liebe es, wieder hier zu sein", sagte van der Vaart, der bereits von 2005 bis 2008 das HSV-Trikot trug.
Optimitstisch blickte er in die Zukunft: "Ich bin wieder zurück und hoffentlich auch das Glück für den HSV. Die Mannschaft ist jung und hat Potenzial."
Kein Einsatz in Bremen
Van der Vaart soll das Fink-Team aus der Abstiegszone wieder nach oben führen.
Beim Nord-Derby in Bremen kann er allerdings noch nicht mithelfen. Die Formalien dauerten zu lange, um den Mittelfeldspieler noch rechtzeitig bei der DFL für den 2. Spieltag zu melden.
Daher muss der 29-Jährige am Samstag noch zuschauen, wird aber auf der Tribüne sitzen.
Ablöse heruntergehandelt
Tags zuvor war noch nicht klar, ob van der Vaart überhaupt in Hamburg landet.
In harten Verhandlungen habe man die ursprünglichen Ablöseforderungen der Tottenham Hotspurs von 18 Millionen Euro weit heruntergehandelt, berichtete Otto. Angeblich soll eine Einigung bei 13 Millionen Euro erfolgt sein
Einen großen Anteil an der Rückkehr des Niederländers an die Elbe habe der Milliardär Klaus-Michael Kühne, der offenbar weite Teile von Ablöse und Gehalt van der Vaarts als zinsloses Darlehen vorstreckt.( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
Dritter Last-Minute-Neuzugang
Van der Vaart ist der krönende Schlusspunkt von Hamburgs finalen Transferaktivitäten. "Gestern war ich mit unseren Sommertransfers zufrieden, heute finde ich es fantastisch", zog Sportchef Frank Arnesen zufrieden Bilanz.
Trainer Thorsten Fink freute sich nach Petr Jiracek (VfL Wolfsburg) und Milan Badelj (Dinamo Zagreb) über dritten Neuzugang in dieser Woche.
Kein Messi oder Ronaldo
"Rafael ist sicherlich eine Persönlichkeit. Wir brauchen solche Spieler, die Verantwortung übernehmen", sagte Thorsten Fink:
"Er kann die Spiele auch nicht alleine gewinnen. Aber wir haben jetzt genug Spieler, auf die man die Last verteilen kann. Ich glaube, dass es jetzt von der Balance her ganz gut passt.
Auch van der Vaart selbst warnte: "Ich bin kein Supermann wie Messi oder Ronaldo."
Auch nach Karriere in Hamburg
Am Freitag hatte sich der Nationalspieler auf dem Vereinsgelände des Londoner Premier-League-Klubs verabschiedet, wohin er 2010 für zehn Millionen Euro von Real Madrid gewechselt war.
Dorthin war der ehemalige Profi von Ajax Amsterdam 2008 für eine Ablöse von 15 Millionen Euro nach drei erfolgreichen Spielzeiten beim HSV gegangen, wo er in 74 Bundesligaspielen 29 Tore erzielt hatte.
Nun die Rückkehr nach Deutschland, wo auch seine Frau Sylvie sehr prominent ist.
Wenn es nach van der Vaart geht, wollen er und seine Familie noch lange in der Hansestadt bleiben. Er kündigte bereits an, auch nach seiner Karriere für den HSV arbeiten zu wollen.


