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Kyriakos Papadopoulos (r.) erzielte in der vergangenen Saison zwei Tore für Schalke © imago

Nach dem Sieg gegen Augsburg richtet Schalkes Matchwinner eine Kampfansage an Huntelaar. Der FCA macht sich bereits Sorgen.

Gelsenkirchen - Am Ende war Horst Heldt froh, dass er doch nicht 20 Millionen Euro mehr auf dem Konto hatte.

"Papa ist cool, ne?" sagte der Manager von Schalke 04 nach dem 3:1 (1:0) gegen den FC Augsburg (Spielbericht) und grinste breit.

Denn ausgerechnet Kyriakos Papadopoulos hatte den Champions-League-Teilnehmer zum ersten Saison-Dreier geführt - wenige Tage nachdem der millionenschwere Wechsel des Griechen zum russischen Meister Zenit St. Petersburg gescheitert war.

"Das Thema ist durch, ich bin froh, dass ich weiter für Schalke spiele", sagte der 20-Jährige, der mit seinem wuchtigen Kopfball zum 1:0 (33.) nach mühsamem Beginn den Bann gebrochen hatte.

"Ich denke, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe."

Vorne und hinten herausragend

Dass auch Heldt gut damit leben kann, zeigte EM-Teilnehmer Papadopoulos nicht nur wegen seines Tores. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Innenverteidiger war in einer Mannschaft, die noch die Spielfreude und Stabilität der Vorsaison suchte, der herausragende Akteur:

In der Abwehr kompromisslos, in der Offensive sehr gefährlich.

Fallrückzieher Marke Fischer

Sogar einen Fallrückzieher der Marke Klaus Fischer versuchte Publikumsliebling "Papa" (70.), verfehlte aber das Tor deutlich. 606960(DIASHOW: Der 2. Spieltag)

"Wenn der drin gewesen wäre, wäre ich zum Trainer gerannt und hätte gesagt, er soll mich auswechseln", sagte Papadopoulos lachend.

Seine Torjägerqualitäten hatte der Grieche bereits beim 5:0 im Pokal beim 1. FC Saarbrücken bewiesen, als er ebenfalls den ersten Treffer erzielt hatte.

"Vier, fünf Kopfballtore" traut ihm auch Torschützenkönig Klaas-Jan Huntelaar in dieser Bundesliga-Saison zu. Papadopoulos selbst hat mehr im Sinn:

"Ich denke, ich hole dieses Jahr Klaas-Jan ein."

[kaltura id="0_wk04oey4" class="full_size" title="T nnies Papadopoulos wird verl ngern"]

Huntelaars Vertragsverlängerung weiter offen

Der Niederländer, in der Vorsaison mit 29 Treffern die Nummer eins der Liga, steuerte im zweiten Spiel sein zweites Tor (72.) bei.

Wie lange sich die Schalker noch über seine Treffer freuen dürfen, ließ Huntelaar erneut offen. "Wenn es so weit ist, sage ich allen Bescheid", wiederholte er.

Afellay als Anreiz

Auch die Last-Minute-Verpflichtung seines Landsmannes Ibrahim Afellay, für ein Jahr vom FC Barcelona ausgeliehen, hat ihn bislang noch nicht zur Unterschrift unter einen neuen Vertrag bewegt.

"Natürlich ist es schön, wenn gute Spieler da sind", sagte Huntelaar - mehr aber nicht.

Afellay durfte immerhin in den letzten neun Minuten andeuten, dass er - zumindest vorübergehend - Nachfolger des abgewanderten Superstars Raul werden könnte.

"Ich habe gesehen, dass dieser Klub sehr groß ist", sagte der Vize-Weltmeister nach seinem Bundesliga-Debüt artig.

Höwedes nur Zuschauer

92 Minuten lang nur Zuschauer war dagegen Kapitän Benedikt Höwedes, der Papadopoulos' Verbleib mit gemischten Gefühlen erlebt haben dürfte.

Wie schon beim 2:2 in Hannover war der Nationalspieler hinter dem Griechen und dem Deutsch-Kameruner Joel Matip nur Innenverteidiger Nummer drei.

"Es ist ein Hauen und Stechen um die Plätze", sagte Manager Heldt und zeigte Mitgefühl: "Es ist jetzt bitter für ihn. Aber ich erwarte, dass er das in positive Energie umwandelt."

Höwedes sah Papadopoulos' großen Auftritt ebenso nur von der Bank aus wie das vorentscheidende 2:0 durch Jermaine Jones (47.) und den stark abseitsverdächtigen Gegentreffer durch den eingewechselten Torsten Oehrl (79.).

Weinzierl macht sich Sorgen

Wie schwer das zweite Bundesliga-Jahr für die Augsburger wird, schwant so langsam auch Trainer Markus Weinzierl.

Obwohl seine Spieler fast doppelt so viele Schüsse abgaben wie die Schalker und sie eine Halbzeit lang vor arge Probleme stellten, stand am Ende die zweite Niederlage - und die Erkenntnis:

"Wenn du die Chancen liegen lässt, einfache Fehler in der Rückwärtsbewegung machst und die Tore zu einfach zulässt, verlierst du."

Dies sieht auch Torhüter Simon Jentzsch so. "Dass das zweite Jahr schwieriger wird, war klar. Wir müssen jetzt hart uns arbeiten und positiv sein, auch wenn es jetzt eine Scheiß-Situation ist", erklärte er bei LIGA total!.

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