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Luuk de Jong ist der teuerste Neuzugang in Gladbachs Vereinsgeschichte © getty

Der Holländer macht sein bestes Spiel für die "Fohlen", doch sein erstes Tor wil ihm auch gegen Düsseldorf nicht gelingen.

Düsseldorf - Luuk de Jong sah ein wenig ratlos aus, als er nach seiner verpassten Großchance enttäuscht auf dem Rasen hockte.

Der glücklose Stürmer von Borussia Mönchengladbach hatte eigentlich alles richtig gemacht, doch seinen technisch perfekten Seitfallzieher parierte Fortuna Düsseldorfs Torhüter Fabian Giefer glänzend. 606960(DIASHOW: Der 2. Spieltag)

"Keine Frage, den hätte ich gerne reingemacht", sagte de Jong über seine größte Gelegenheit, der schwelenden Stürmer-Diskussion bei den Fohlen endlich ein Ende zu setzen.

Fünf Pflicht- und vier Testspiele hat de Jong für Gladbach absolviert, ein Treffer ist ihm noch nicht gelungen. Kein Problem, sagt Sportdirektor Max Eberl über den Mann, für den er zwölf Millionen Euro an Twente Enschede überwies. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Mir kommt es manchmal so vor, als ob man nur darauf wartet, dass es bei ihm nichts wird. Er wird sein Tor schon machen. Wir geben ihm alle Zeit und werden ihn weiter schützen", sagte Eberl nach dem 0:0 im Niederrhein-Derby (Bericht).

Favre schützt de Jong

Geschützt wird der Niederländer auch von Trainer Lucien Favre. Im 4-4-2 des Schweizers hat de Jong einen Stammplatz sicher - im Gegensatz zu seinen Nebenmännern.

Favre rotierte schon Igor de Camargo, Mike Hanke und nun Tolga Cigerci in die Startelf, die richtige Mischung scheint Gladbachs Trainer noch nicht gefunden zu haben.

Für de Jong sein System ändern und stärker auf Flanken setzen will der Taktikfuchs aber nicht: "Daran ist die Mannschaft nicht gewöhnt. Wir haben dieses Team lange aufgebaut, um auf Konter zu spielen."

"Riesenqualität und großes Herz"

Immerhin: Gegen Düsseldorf zeigte de Jong sein bislang bestes Spiel, ging weite Wege, arbeitete viel für die Mannschaft und half auch in der eigenen Hälfte aus.

"Der Junge hat eine Riesenqualität und ein großes Herz. Irgendwann wird der nächste Schritt kommen und er wird ein Tor machen", sagte Eberl und erhielt Zuspruch von Granit Xhaka:

"Für Luuk ist es schwer. Die Leute kritisieren ihn, aber ich weiß nicht, warum. In den nächsten Spielen wird er sicher treffen", sagte der Schweizer Mittelfeldspieler.

Favre kann mit Remis "gut leben"

Entscheidender für die Borussia war am Samstagabend ohnehin der Punktgewinn beim alten Rivalen aus Düsseldorf.

"Das war heute sicher nicht top, aber mit dem 0:0 kann ich gut leben", sagte Favre: "Ein Unentschieden gegen einen Aufsteiger, der die Räume so eng macht, ist nicht schlecht."

Das Spiel bei Dynamo Kiew drei Tage zuvor wollte er nicht als Ausrede gelten lassen.

Auch Meier zufrieden

Mit der Nullnummer leben konnte auch die Fortuna. Um ein Haar wäre dem Aufsteiger sogar erstmals seit 1980 ein Traum-Start mit zwei Siegen geglückt. "Mit ein bisschen mehr Cleverness hätten wir ein Tor erzielen können", sagte Norbert Meier.

Am Ende bewertete der Fortuna-Trainer das Unentschieden als leistungsgerecht. "Es ist nicht einfach, gegen eine spielstarke Mannschaft in sein erstes Heimspiel nach 15 Jahren Bundesliga-Abstinenz zu gehen. Daher geht das in Ordnung".

Die vier Punkte nach zwei Spieltagen nahm Meier daher "dankend an".

Teilausschluss der Fans

Einziger Wermutstropfen war das nur zur Hälfte gefüllte Stadion.

Zwar sorgten sowohl die offizielle Zuschauerzahl von 29.999 als auch ein Transparent der Fortuna-Fans ("Nach 15 Jahren Abstinenz kann man schon mal zu früh kommen") für Erheiterung, doch ein volles Haus wäre allen Beteiligten lieber gewesen.

"Das war schon schade", sagte nicht nur Abwehrspieler Jens Langeneke über den vom DFB verhängten Teilausschluss nach dem Platzsturm im Relegationsspiel gegen Hertha BSC.

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