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Rekordeinkauf Luuk de Jong wechselte von Twente Enschede nach Mönchengladbach © imago

Gladbachs glückloser Zwölf-Millionen-Transfer Luuk de Jong erklärt bei SPORT1, was besser werden muss, damit er besser wird.

Von Thorsten Langenbahn

Mönchengladbach - Luuk de Jong erlebt einen schweren Start bei Borussia Mönchengladbach.

In fünf Pflicht- und vier Testspielen hat der 22-Jährige noch keinen Treffer erzielt - sieht man von dem Eigentor gegen Dynamo Kiew ab.

Eine ernüchternde Bilanz für den niederländischen Stürmer, der für zwölf Millionen Euro von Twente Enschede kam. (BERICHT: Gladbach will de Jong schützen)

Beim 0:0 im Niederrheinderby hatte Gladbachs Nummer 9 nach einer Maßflanke von Juan Arango seinen ersten Treffer auf dem Fuß, doch Düsseldorfs Torhüter Fabian Giefer parierte den Volley-Seitfallzieher in der 29. Minute glänzend. 607695(DIASHOW: Tops und Flops 2. Spieltag)

Gelegenheit, seine Blockade zu überwinden, hat de Jong nun im Nationalteam: Bondscoach Louis van Gaal hat de Jong nach dem Ausfall von Wolfsburgs Bas Dost für die WM-Qualifikationsspiele gegen die Türkei und Ungarn nachnominiert.

Im SPORT1-Interview spricht Gladbachs Rekordtransfer über seine Anlaufschwierigkeiten - und darüber, wo es im Zusammenspiel mit den neuen Kollegen noch hakt.

SPORT1: Herr de Jong, Sie warten immer noch auf Ihren ersten Treffer für Gladbach. Wie gehen Sie mit dem steigenden Druck um?

Luuk de Jong: Ich mache mir keine Sorgen. Wir bekommen immer unsere Chancen. Das wird auch in Zukunft so sein und irgendwann werden sie auch reingehen. Jeder in der Mannschaft und im Klub unterstützt mich dabei. Ich fühle mich gut. Man braucht einfach nur ein bisschen Glück. Meine Chance gegen Düsseldorf, das war unglaublich unglücklich.

SPORT1: Wie haben Sie die Szene erlebt?

De Jong: Eigentlich mache ich nichts falsch. Ich habe den Ball gut auf's Tor gebracht, aber der Torhüter hält ihn mit einem guten Reflex. Da braucht man einfach ein bisschen Glück, damit der Ball reingeht. Das wird kommen, da mache ich mir keine Sorgen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

SPORT1: Was läuft anders als bei Twente Enschede?

De Jong: Wir spielen mehr mit Kombinationen durch die Mitte. Mit Twente haben wir mehr über die Außen mit Flanken gespielt. Jeder weiß, dass ich als Angreifer Flanken mag. Wir arbeiten daran, dass die Verteidiger häufiger mit nach vorne kommen und flanken. Ich bin vor dem Tor immer gefährlich, wenn Flanken kommen.

SPORT1: Insgesamt läuft es spielerisch noch nicht so rund wie sich das alle Beteiligten wünschen. Braucht die Mannschaft mit den Neuen noch mehr Zeit?

De Jong: Nein, das ist es nicht. Wir haben viele gute Kombinationen, aber wir verlieren den Ball zu schnell. Einfache Pässe spielen wir ins Aus, da müssen wir den Ball besser behaupten, dann kriegen wir auch mehr Chancen. Wir brauchen noch mehr Ballbesitz, müssen schneller spielen. Düsseldorf hat allerdings auch gut gespielt. Es war ein schwieriges Spiel.

SPORT1: Wird es in der zweiten Runde des DFB-Pokals Ende Oktober ein anderes Spiel werden?

De Jong: Ja. Beim Stand von 0:0 müssten wir in die Verlängerung (lacht). Die Düsseldorfer haben es uns so schwierig wie möglich gemacht und das werden sie wieder versuchen. Wir müssen einen Weg finden, das Spiel zu gewinnen. Wir kriegen immer unsere Chancen und wenn wir sie haben, dann müssen wir sie nutzen ? genau das ist uns bei diesem Unentschieden nicht gelungen.

SPORT1: Muss sich Gladbach neben Europa- und DFB-Pokal vor allem auf die Bundesliga konzentrieren?

De Jong: Natürlich ist die Bundesliga das Hauptgeschäft. Aber die Europa League ist eine tolle Sache - das habe ich auch mit Twente erlebt. Wir wollen auch dort so weit wie möglich kommen.

SPORT1: Wie schätzen Sie die Gegner in der Gruppe C ein? (BERICHT: Europa-League-Auslosung)

De Jong: Es könnte einfacher, aber es könnte auch schwieriger sein. Wir haben eine gute Gruppe mit Fenerbahce, Olympique Marseille und dem Meister Zyperns Limassol. Ich freue mich darauf. Wir werden sehen, was dort möglich ist. Wir sind in drei Wettbewerben dabei - das ist toll.

SPORT1: Kommt die zweiwöchige Länderspielpause zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison ungelegen?

De Jong: Es ist immer schwierig, wenn die Spieler erst zwei Tage vor dem nächsten Ligaspiel zurückkommen. Fast jeder Verein hat dieses Problem. Auf der einen Seite wäre es gut, weiter im Verein zu arbeiten. Auf der anderen Seite ist es immer schön, bei der Nationalmannschaft zu sein.

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