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Trainer Jürgen Klopp gewann in der Vorsaison das Double mit Borussia Dortmund © getty

Der BVB-Trainer muss nach zwei Spieltagen eine lange Mängel-Liste abarbeiten. Sein Team ist mit den Leistungen unzufrieden.

Von Barnabas Szoecs

München - Vier Punkte nach dem 2. Spieltag, Platz sechs in der Tabelle, 30 Pflichtspiele in Folge ohne Niederlage.

Nein, an den Zahlen, Daten und Statistiken liegt es definitiv nicht, dass beim BVB leichtes Reizklima herrscht.

Das Problem, und damit bekanntermaßen auch die sprichwörtliche Wahrheit, liegt beim amtierenden Double-Sieger auf dem Platz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Soll heißen: die Gegner scheinen ein Mittel gegen die Klopp-Truppe gefunden zu haben, gegen das, was Dortmund in den vergangenen beiden Jahren ausgezeichnet hat - ihr Spielsystem.

BVB tut sich schwer

"Wir werden uns definitiv darauf einstellen müssen", warnte Kapitän Sebastian Kehl nach dem 1:1 in Nürnberg am 2. Spieltag (Nachbericht) seine Kollegen, "insgesamt gesehen haben wir das ja auch in der Vergangenheit eigentlich immer recht gut gemacht."

Eigentlich, eigentlich. Denn gegen den Club hatte es "leider nicht so ganz gut geklappt", stellte Kehl fest. Ein Einzelfall? (606960DIASHOW: Der 2. Spieltag)

Auch beim 2:1-Saisonauftakt gegen Werder Bremen agierten die Dortmunder alles andere als souverän, hätten sich über ein Remis nicht beschweren dürfen.

Spieler sind genervt

Dennoch verwundert, dass sich die Spieler in Nürnberg ungewohnt genervt präsentierten:

"Das ist ärgerlich, wir waren alle auch ein bisschen wütend. Aber es hilft ja nichts", ließ Kehl Dampf ab und ärgerte sich über die gezeigte Leistung:

"Wir hätten uns besser und flexibler bewegen und schneller spielen müssen. Mit unserer Klasse muss man sich durchsetzen."

Ilkay Gündogan stieß in selbe Horn: "Wir hatten zu wenig Geduld, haben stattdessen überhastet reagiert." Mit Nürnbergs defensiver Spielweise müsse man "lernen, besser umzugehen und ein passendes Gegenmittel zu finden".

[kaltura id="0_smbw1ezz" class="full_size" title="Dortmund Gegner Ajax patzt"]

Pressing macht BVB Probleme

Doch es scheint, als ob einige Teams das BVB-Gegenmittel gefunden hätten. Vor allem, da Kehls These, die Nürnberger hätten kaum "am Spiel teilgenommen", nicht ganz korrekt ist.

Vielmehr trifft zu, dass der Club Innenverteidiger und Spielaufbauer Mats Hummels permanent unter Druck setzte und mit großer Laufbereitschaft im BVB-Stil dem Klopp-Team die Räume für Spaßfußball nahm.

"Das war unangenehm", merkte Kehl an. Und auch Innenverteidiger Neven Subotic musste die taktische kluge Leistung der Franken anerkennen:

"Sie haben beinahe über den ganzen Platz Mann gegen Mann gespielt. Egal, wo einer von uns mit Ball auftauchte, waren sie dann auch sofort da. Da blieb wenig Raum, wir haben das dann aber auch oft nicht gut gemacht."

Schwächen bei Standards

Und als ob es nicht schlimm genug wäre, dass sich die Gegner deutlich besser aufs Spiel des Deutschen Meisters einzustellen scheinen, sorgt noch ein weiteres Problem für Kopfzerbrechen:

"Das mit den Gegentoren bei Standards kann nicht so weitergehen", brachte Jürgen Klopp das Problem auf den Punkt und fügte an: "Wir müssen das Thema mal angehen."

Seine beiden Liga-Gegentore kassierte der BVB jeweils nach ruhenden Bällen, was Klopp passend als "lästig" bezeichnete.

Lange Problem-Liste

Es scheint also gleich mehrere Gründe zu geben, warum der BVB "in den entscheidenden Momenten einfach nicht die richtigen Dinge getan" hat, wie es Kehl nennt.

Jürgen Klopps Problem-Liste ist lang: Sand im Getriebe, genervte Spieler und Gegner die dem Meister mit den eigenen Waffen das Leben schwer machen.

Justierarbeiten en Masse also für den Motivator.

Das kleine Problem bei der anstehenden Problembewältigung: 13 Stars des BVB sind auf Länderspielreise.

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