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Xherdan Shaqiri wechselte im Sommer vom FC Basel zum FC Bayern München © getty

Bayerns Neuzugang äußert gegenüber SPORT1 seine Ziele, findet sich aber nach dem Startelf-Debüt auf der Ersatzbank wieder.

Von Hardy Heuer und Christian Ortlepp

München - Als Schweizer Double-Sieger und mit vielen Vorschusslorbeeren ist Xherdan Shaqiri im Sommer zu den Bayern gewechselt.

Knapp zwölf Millionen Euro war der Nationalspier dem deutschen Rekordmeister wert.

Und Shaqiri hat sich bereits prächtig in München eingelebt. "Es ist schön, dass ich mich so schnell integriert habe. Das war als neuer Spieler sehr wichtig", erklärte er bei SPORT1.

Auch sein Start verlief verheißungsvoll. "Die ganze Mannschaft hat in der Vorbereitung gut gearbeitet", sagte er. Im DFB-Pokal traf er per Freistoß gegen Jahn Regensburg und feierte seinen ersten Pflichtspieltreffer für die Bayern.

Guter Auftakt

Gleich am 1. Spieltag gab der Schweizer dann beim 3:0-Erfolg über Greuther Fürth sogar sein Debüt in der Startelf.

"Ich wollte mich zeigen und bin zufrieden, wie es gelaufen ist. Ich hoffe natürlich, dass es so weitergeht, weil natürlich nur der Erfolg zählt", betonte Shaqiri.

Seine Ziele sind klar definiert: "Ich will nur Erfolg haben und das ist das Wichtigste. Ich habe mit dem FC Basel viele Titel geholt und will das auch mit dem FC Bayern schaffen."

Shaqiri auf der Bank

Doch wie viel er dazu beitragen kann, ist noch nicht abzusehen. Shaqiri sollte den Konkurrenzkampf ankurbeln, aber genau diese Mission wird ihm nun zum Verhängnis.

Schon am 2. Spieltag lief es für ihn nämlich nicht mehr so gut. (VEREINSSEITE: FC Bayern)

Trotz der ansprechenden, aber unspektakulären Leistung gegen Fürth, musste er sich den deutlichen 6:1-Erfolg gegen den VfB Stuttgart (Nachbericht) von der Bank aus ansehen. Auch der Ausfall von Konkurrent Arjen Robben, der wegen Schnupfens ausfiel und auf der Tribüne Platz nahm, änderte daran nichts.

Trainer Jupp Heynckes, der sich für die Verpflichtung Shaqiris eingesetzt hatte, stellte auf der rechten Seite den wiedererstarkten Thomas Müller auf. (HINTERGRUND: Müller forciert Luxusproblem)

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Konkurrenz dreht auf

Erst in der 73. Minute wurde Shaqiri für den starken Franck Ribery eingewechselt.

Shaqiris Situation verschlimmerte sich noch dadurch, dass seine Mitstreiter um den Platz auf der Außenbahn derzeit regelrecht aufblühen. Müller erzielte einen Doppelpack und ist momentan aus der Startelf nicht wegzudenken, Ribery wirbelte auf der Gegenseite.

Dabei würde Shaqiri liebend gerne mit dem Franzosen zusammen kombinieren. "Wir verstehen uns sehr gut und machen viele Späße zusammen", sagte Shaqiri bei SPORT1:

"Man sieht auch auf dem Platz, dass wir uns sehr gut verstehen. Ich hoffe natürlich, dass wir das so beibehalten."

Sforza macht sich Sorgen

Doch daraus wird wohl erst mal nichts. Denn für Heynckes besteht überhaupt kein Grund, seine Mannschaft umzukrempeln. Zudem wird Robben nach der Länderspielpause wieder fit sein.

"Das verheisst alles nichts Gutes. Denn plötzlich läuft leider alles gegen Shaqiri, so schnell kann es im Fussball gehen", erklärt der ehemalige Bayern-Spieler Ciriaco Sforza dem "Tagesanzeiger" und machte sich große Sorgen um das Schweizer Juwel:

"Es würde mich nicht wundern, wenn ihn die Bayern bereits nach einem halben Jahr ausleihen würden, damit er bei einem anderen Verein Spielpraxis sammeln kann."

Netzer glaubt an Shaqiri

Günther Netzer hingegen warnt davor, Shaqiri bereits jetzt unter Druck zu setzen.

"Man darf mit Shaqiri nichts überstürzen. Auch er selbst sollte Geduld aufbringen und sich nicht zu sehr unter Druck setzen", sagt der Welt- und Europameister.

Bei den Bayern sieht er den Schweizer gut aufgehoben. "Der Junge muss und kann noch sehr viel lernen. Und das kann er in einem Verein wie Bayern am schnellsten", erklärt Netzer:

"Die Bayern sind für Shaqiri pures Glück. In München wird er sich mit Sicherheit in die richtige Richtung weiterentwickeln."

Fans lieben Shaqiri

Die Herzen der Fans hat er im Gegensatz zum Stammplatz bereits erobert, die Rolle des Publikumslieblings schmeichelt ihm.

"Ich habe das bisher noch nicht so ganz mitbekommen, aber es ist natürlich immer schön, wenn man als Publikumsliebling gesehen wird", sagte er bei SPORT1, weiß aber: "Es gibt hier viele Spieler, die auch Publikumsliebling sind."

Und diese sind nun mal auch seine Konkurrenten.

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