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Arnautovic, Hunt und Elia (v.l.) hatten im Nordderby viel Grund zur Freude © imago

Die Offensivspieler Hunt, Elia und Arnautovic sind auf dem besten Weg, ihr negatives Image abzustreifen - zum Wohl des Klubs.

Von Tobias Wiltschek

München - Teamgeist statt Extratouren, Demut statt Egoismus.

Bei Werder Bremen staunen sie derzeit über ein Trio, dem vor der Saison die Explosivität eines Pulverfasses vorausgesagt wurde.

Doch bislang präsentieren sich Marko Arnautovic, Aaron Hunt und Neuzugang Eljero Elia auf und neben dem Platz als tadellose Mannschaftsspieler.

Hunt selbst spricht von einem "besonderen Teamgeist" in der Truppe.

Nervenstark vom Punkt

Deutlichstes Zeichen dafür war die Szene am vergangenen Samstag beim 2:0-Sieg im Nordderby beim Hamburger SV (Bericht) vor dem zweiten Elfmeter für Werder:

Nachdem Hunt mit seinem ersten Strafstoß in der ersten Halbzeit an HSV-Torwart Rene Adler gescheitert war, schnappte sich Arnautovic die Kugel.

Doch der etatmäßige Schütze Hunt durfte es ein zweites Mal probieren - nachdem Elia dem Österreicher den Ball abgenommen hatte.

Arnautovic lobt Hunt

Es hat in der Vergangenheit schon nichtigere Anlässe für Arnautovic gegeben, sich mit Teamkollegen anzulegen. Doch nachdem Hunt Nervenstärke bewiesen hatte und zur wichtigen Führung traf, zollte er seinem Mitspieler ein großes Lob:

"Nach dem ersten Fehlschuss musste Aaron die Herzen der Fans zurückerobern. Und das hat er sensationell gemacht. Ich ziehe den Hut vor ihm."

Auch auf dem Rasen stellt sich der oft als "Bad Boy" verschrieene 23-Jährige seit Saisonbeginn voll in den Dienst der Mannschaft.

Gegen Hamburg sprintete er einmal bis zur Außenlinie und verhinderte mit einer resoluten Grätsche gegen Heung-Min Son einen schnellen Gegenangriff. Es war nicht die erste Situation, in der Arnautovic großen Einsatz zeigte.

Gewachsene Führungsstärke

Sein Teamkollege Hunt wurde indes für seine gewachsene Führungsstärke gelobt. "Ein Signal, dass er bereit ist, Verantwortung zu übernehmen", nannte Geschäftsführer Klaus Allofs die Bereitschaft des dienstältesten Werder-Spielers, nach seinem Fehlschuss gegen den HSV noch einmal anzutreten.

An der Weser warten sie ja schon lange darauf, dass der talentierte Offensivspieler endlich die richtige Einstellung zu seinem Beruf findet. "Man muss halt nicht nur reden, sondern dann auch machen", sagte Allofs über den Spieler, der seit 2004 im Kader der Hanseaten steht und als bislang letzter Bremer für die DFB-Auwahl aufgelaufen ist.

Am 11. August 2010 bestritt er beim 2:2 gegen Dänemark sein zweites Länderspiel. Die Hoffnung, dass das nicht das letzte für ihn gewesen ist, "habe ich noch", sagt der 26-Jährige.

Elia in Bremen angekommen

Erst seit einigen Wochen spielt Elia im Trikot von Werder. Doch die ersten Partien des Niederländers hinterlassen den Eindruck, als ob der Stürmer sich sehr schnell in Bremen eingelebt hat.

"Ich fühle mich total wohl bei Werder. Ich wurde hier super aufgenommen. So kann es weitergehen", sagte der ehemalige Hamburger der "Welt".

Ihm und Arnautovic kommt das neue Spielsystem bei Werder mit zwei Außenstürmern besonders zugute. Beide sind pfeilschnell und deshalb auf diesen Positionen gesetzt.

Dabei eilte auch dem Zugang von Juventus Turin der Ruf eines Problemspielers voraus, der nicht nur auf dem Rasen für viel Wirbel sorgt.

Kritik vom Ex-Teammanager

"Der Fettnapf kann hinter einer Panzertür stehen - Elia wird ihn finden", sagte Hamburgs Teammanager Marinus Bester einmal über den Außenstürmer.

Bislang ist Elia in Bremen jedem Fettnapf so geschickt ausgewichen wie die den meisten Verteidigern. Und statt sich - wie beim HSV - mit den Fans anzulegen, schreibt er für die Werder-Anhänger lieber geduldig Autogramme.

Mit seinem Einsatz für Fans und Verein liegt er voll im Trend der ehemaligen Bremer Problemkinder.

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