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Luiz Gustavo erzielte beim Debüt von Javi Martinez sein drittes Tor für Bayern © getty

Die Ankunft von Javi Martinez verschärft das Gerangel im Mittelfeld - und treibt die Konkurrenten des Spaniers an.

Von Reinhard Franke

München - Javi Martinez hat seine ersten 13 Spielminuten beim FC Bayern hinter sich.

Alles gut also beim Rekordmeister nach dem Einkauf des Rekordtransfers? Nicht ganz.

Durch die Verpflichtung des 40-Millionen-Mannes ist nämlich längst nicht alles geklärt im luxuriösen Bayern-Kader (VEREINSSEITE: FC Bayern).

Im Tor, in der Abwehr und im Sturm sind die Karten relativ klar verteilt, doch für Coach Jupp Heynckes ergibt sich aus der neuen Konkurrenzsituation vor allem im defensiven Mittelfeld ein Luxusproblem.

Der Baske wird spielen, das ist klar. Die Bayern hätten nicht eine solche Rekordsumme überwiesen, um Martinez dann auf die Bank zu setzen.

Wer aber spielt im rot-weißen Star-Ensemble an seiner Seite?

Zwei aus fünf

Heynckes betont im "kicker", dass es "für mich kein ideales Duo gibt". Doch welcher Spieler findet seinen Platz im aktuellen 4-2-3-1 auf der 6-er Position?

Mit Luiz Gustavo, Anatoliy Tymoshchuk, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos gibt es dort neben Martinez ein Überangebot.

Zumal auch Emre Can oder sogar Thomas Müller und Philipp Lahm auf dieser Position spielen könnten.

Neben dem Neuzugang aus Spanien ist wohl Schweinsteiger gesetzt, der nach schwierigen Monaten auf dem besten Weg zu alter Form ist,.

Kein Platz für Tymoshchuk?

Leidtragender des Martinez-Transfers dürfte als erster Anatoliy Tymoshchuk sein. Er kam schon vorher zu wenigen Einsatz-Zeiten. Mindestens bis zum Winter muss der Ukrainer trotzdem bleiben.

[kaltura id="0_sxt72g3i" class="full_size" title="Kahn verteidigt Rekordtransfer"]

Tymoshchuk, der vor drei Jahren mit hohen Erwartungen von Zenit St. Petersburg nach München gekommen war, dürfte sich mit der Rolle des Reservisten kaum zufrieden geben und hat angeblich schon Kontakte nach Russland.

Doch Kopfzerbrechen bereitet Heynckes das Puzzle "2 aus 5" nicht.

Gustavo und Kroos mit neuer Freude

Denn sowohl Gustavo als auch Kroos lieferten beim 6:1 gegen Stuttgart eine tolle Partie ab und erzielten beide ihre ersten Saison-Tore.

Es schien fast so, als ob die bloße Anwesenheit von Martinez seine Mittelfeld-Rivalen zu Topleistungen anstachelt.

Gustavo jedenfalls scheint wild entschlossen, seinen Platz nicht so ohne weiteres wieder herzugeben.

"Ich glaube, dass wir alle Konkurrenz bekommen. Und Konkurrenz ist gut", sagte der Brasilianer der Münchner "Abendzeitung".

"Die Saison wird sehr lang, wir haben sehr viele Spiele. Ich bleibe ruhig, mache mir keinen Kopf und keinen Druck."

Und weiter: "Ich glaube, ich kann alles machen, wenn ich das Vertrauen haben", kündigte der Brasilianer an.

"Dann spielt er auch"

Heynckes jedenfalls hat Gustavo gegen Stuttgart gefallen.

"Wenn Luiz so spielt, spielt er auch", erklärte er.

Für den Chefcoach sind die Reaktionen seiner Spieler "kein Zufall", sondern Folge des verschärften Wettbewerbs um die Plätze.

"Wir haben jetzt eine andere Konkurrenzsituation als im vorigen Jahr."

Und die sei schließlich "leistungsfördernd".

Müller reloaded: Lob von Heynckes

Das gilt offenbar auch für die anderen Mannschaftsteile. So befindet sich Thomas Müller derzeit nicht nur wegen seiner drei Tore in Topverfassung.

"Thomas ist laufstark, aggressiv und wieder hungrig", lobt Heynckes im "kicker". "Das ist der Müller, den wir alle sehen wollen, wie der vor zwei Jahren."

Warum also sollte Heynckes im nächsten Spiel gegen Mainz 05 nicht an dem Motto "Never change a winning team" festhalten?

Also Müller erneut bringen und Robben draußen lassen.

Auch die Position hinter den Spitzen wäre für Müller denkbar, doch da wirbelte gegen Stuttgart - Toni Kroos.

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