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Armin Veh (l., mit Bruno Hübner) wurde mit dem VfB Stuttgart 2007 Deutscher Meister © getty

Mit zwei Siegen ist den Frankfurtern ein Traumstart in die Saison gelungen. Hinter dem Aufschwung steckt kluge Personalpolitik.

Frankfurt/Main - Wirklich ernst wird es für Armin Veh derzeit nur abseits des Fußball-Platzes.

Nicht der Hamburger SV, nach der Länderspielpause zu Gast beim Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Frankfurt, sondern eheliche Gelübde bereiten dem Trainer der Hessen Kopfzerbrechen.

"Das Spiel ist noch so lange hin. Einen Tag davor bin ich Trauzeuge", sagte Veh: "Deswegen bin ich viel angespannter."

Auf dem Trainingsplatz seiner Eintracht hat der 51-Jährige allen Grund zur Gelassenheit.

Mit zwei Siegen gegen die Europacup-Aspiranten Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim legte der Aufsteiger einen Traumstart hin, den nur wenige am Main erwartet hatten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der erfrischend offensive Spielstil brachte am vergangenen Samstag für 24 Stunden die Tabellenführung - erstmals seit dem 21. August 1999 schwebte der Eintracht-Adler ganz oben. 606960(DIASHOW: Der 2. Spieltag)

"Tabelle hat noch keine Aussagekraft"

"Nach zwei oder auch nach fünf Spieltagen hat die Tabelle noch keine Aussagekraft", sagte Torjäger Alexander Meier: "Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben, aber wir werden auch Spiele verlieren, wahrscheinlich auch mal deutlich."

Selbst das würde den Aufsteiger nicht vom Kurs abbringen, Sportdirektor Bruno Hübner ordnete die Auftakterfolge bescheiden als "sechs Punkte für den Klassenerhalt" ein.

Nicht ohne Risiko investierten Veh und Hübner 7,4 Millionen Euro in neue Spieler - sechs davon standen zweimal in der Startelf.

[kaltura id="0_i8erxq64" class="full_size" title="Eintracht Der Abstieg ist kein Thema "]

Die vor der Saison kritisch beäugte Innenverteidigung mit Rückkehrer Bamba Anderson und Neuzugang Carlos Zambrano steht sicher, in Oliver Occean, Stefan Aigner, Takashi Inui und eben Meier steht Veh eine schlagkräftige Offensive zur Verfügung.

Sowohl Meier, der seit 2004 das Adler-Trikot trägt, als auch der ehemalige Fürther Occean waren in der vergangenen Zweitliga-Saison mit je 17 Toren die Top-Torschützen.

Zusammenstellung guter Fußballer

"So stelle ich mir den Fußball vor", sagte Veh dem "kicker": "Wir haben bei der Zusammenstellung darauf geachtet, dass es gute Fußballer sind."

Linksverteidiger Bastian Oczipka, für rund 600.000 Euro aus Leverkusen gekommen, attestierte Hübner in der Bild-Zeitung das "Zeug zum Nationalspieler".

Das enttäuschende 0:3 in der ersten Pokalrunde beim Zweitligisten Erzgebirge Aue ist längst vergessen.

Trotzdem: Gegen Hamburg solle niemand behaupten, "wir wären der Favorit", sagte Veh. Die Außenseiter-Rolle passt den Frankfurter.

Umstellung Bundesliga

16 Monate ist der dramatische Abstieg her, die Umstellung von der zweiten auf die erste Liga scheint bestens funktioniert zu haben.

Gleich zu Beginn der Saison zu punkten war wichtig, da sonst die Gefahr bestünde, "dass keiner mehr an unseren Weg glaubt", sagte Veh.

Die Bilanz auf dem Platz stimmt, an allem anderen arbeitet der Trainer akribisch: Jene Pärchen, denen er bisher als Trauzeuge diente, seien schon geschieden, erzählte Veh: "Dieses Mal wird es anders kommen."

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