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So wie gegen Stuttgart wollen die Bayern (Ribery, r.) auch der Konkurenz das Nachsehen geben © getty

Vor dem Rückrunden-Auftakt glauben zahlreiche Experten an einen Durchmarsch des FCB. Doch nicht nur Joachim Löw sieht das anders.

Von Mathias Frohnapfel und Martin Volkmar

München - Fulminanter hätten die Bayern nicht aus der Winterpause starten können:

Mit 5:1 putzten die "Klinsmänner" im Pokal-Achtelfinale derart beeindruckend den VfB Stuttgart, dass viele auch das Meisterschaftsrennen bereits für entschieden halten.

"Wenn wir unsere Leistung bringen, stoppt uns keiner in der Liga, unsere individuelle Klasse ist einfach zu groß", erklärt Philipp Lahm im Brustton der Überzeugung.

Schon zum Auftakt der Rückrunde können sich die Münchner mit einem Sieg beim Hamburger SV (Freitag, ab 20 Uhr LIVE) frühzeitig einen Mitbewerber vom Hals schaffen.

Löw: "Kein Alleingang"

Bundestrainer Joachim Löw glaubt aber nicht an einen Durchmarsch Richtung Meisterschale.

"Ich rechne nicht mit einem Alleingang der Bayern", sagte Löw Sport1.de. "Die Konkurrenz ist stark genug, um das Titelrennen lange offenzuhalten."

"Diese Bayern stoppt keiner"

Andere Experten sehen den Titelverteidiger hingegen nach der Machtdemonstration gegen Stuttgart mit Leichtigkeit davonziehen. "Diese Bayern stoppt keiner", meinte etwa Nationaltorwart Robert Enke in der "Bild".

"Zwei, drei Spieltage vor Schluss werden sie Meister. Und Pokalsieger auch."

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hält den FCB-Express ebenfalls für "nicht zu stoppen".

Und nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa glauben 72 Prozent der Bundesbürger an die 22. Meisterschaft der Bayern.

Funkel hofft auf Formschwankungen

Doch es gibt auch Zustimmung für Löws These. "Wir sind noch lange nicht durch", glaubt FCB-Präsident Franz Beckenbauer. Und Berlins Innenverteidiger Josip Simunic ist sicher: "Es wird keinen Durchmarsch geben."

Ähnlich skeptisch ist Friedhelm Funkel. "Die Bayern spielen doch nicht 17-mal so wie in Stuttgart. Jede Bundesliga-Mannschaft hat eine Chance gegen sie zu gewinnen", sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt dem "kicker".

Theoretisch stimmt das. Jedoch ist der Kader des Meisters so stark besetzt, dass für brenzlige Situationen unter anderem mit Tim Borowski, Hamit Altintop und Toni Kroos hochkarätige Ersatzleute als Joker bereitstehen.

Die erste Bewährungsprobe wird der Bundesliga-Hit gegen den HSV, der in 170 Länder übertragen wird.

Nur nicht überheblich werden

Kapitän Mark van Bommel weiß genau, wo die Fallstricke im Wettbewerb um die begehrteste Salatschüssel der Republik lauern. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht überheblich werden."

Einen gelöffelten Elfmeter der Marke Ribery wie beim 5:1-Sieg in Stuttgart dürfte es somit am Freitagabend wohl kaum geben.

Arroganz und Überheblichkeit? Für Luca Toni scheinen das Fremdwörter zu sein. "Das ist nicht die Mentalität der Bayern", meinte der Italiener knapp.

Hoffenheims einfacher Plan

Herbstmeister Hoffenheim will jedenfalls nicht kampflos die Tabellenspitze räumen und verfolgt weiter seinen einfachen Plan aus der Hinrunde: Von Spiel zu Spiel denken.

Auf die Glanzleistung der Bayern in Stuttgart angesprochen sagte Trainer Ralf Rangnick cool: "Wenn es um den Pokal geht, ist mir das egal. Wichtig ist nur, dass wir am Samstag gegen Cottbus gewinnen."

Außerdem habe sich der VfB "extrem schwach" präsentiert.

Und Kapitän Selim Teber sandte schon eine Kampfansage nach München: "Wir werden sie nicht so spielen lassen wie die Stuttgarter, wenn wir aufeinander treffen."

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