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Marcell Jansen (l., im Zweikampf mit Milans Ronaldinho) spielt seit Sommer beim HSV © getty

Vor dem Kracher gegen die Bayern spricht Marcell Jansen bei Sport1.de über das Wiedersehen mit dem Ex-Team und die Stärken des HSV.

Aus Hamburg berichtet Daniel Rathjen

Hamburg - Mit dem FC Bayern ist Marcell Jansen Deutscher Meister und Pokalsieger geworden - und doch im Sommer nach nur einem Jahr zum HSV gewechselt.

Schon deshalb prickelt es bei dem Nationalspieler kräftig vor dem Gastspiel der Münchner in Hamburg (ab 20 Uhr LIVE).

Doch der 23-Jährige blickt ohne Groll auf das Münchner Intermezzo zurück.

Marcell Jansen ist einer von fünf Ex-Bayern, die heute gegen ihren Ex-Klub antreten. Neben Jansen streiften auch schon Piotr Trochowski, Paolo Guerrero und David Jarolim das Dress des Rekordmeisters über. ad

Selbst HSV-Trainer Martin Jol spielte in seiner aktiven Zeit für den FCB von 1978 bis 1979.

Selbstbewusste Hamburger

Und der Niederländer gibt sich vorm Rückrundenauftakt selbstbewusst. "Ich habe keine Angst vor den Bayern, wir spielen daheim", lautet seine Kampfansage.

Auch Marcell Jansen (Spielerporträt) glaubt fest an die Chance des HSV. Und er geht im Interview mit Sport1.de auf seine Verletzungsmisere, den Millionen-Transfer von Nigel de Jong ein und den Wechsel von HSV-Stürmer Ivica Olic an die Isar ein.

Sport1.de: Hamburg feiert Ivica Olic. Ausgerechnet er fehlt aber gegen die Bayern, weil er sich im Testspiel gegen Hoffenheim eine Rotsperre einhandelte. Wie schwer wiegt der Verlust?

Jansen: Natürlich wird uns Ivica fehlen. Dass er besonders gut drauf ist, hat er gerade wieder gegen 1860 München gezeigt. Doch wir haben einen starken Kader und genügend Spieler, die ein Tor erzielen können. Und wir wollen auch gegen die Bayern vor unseren Fans unbedingt gewinnen.

Sport1.de: Können Sie seinen Entschluss, zum FC Bayern zu wechseln, nachvollziehen oder haben Sie ihn gar davor gewarnt?

Jansen: Es ist seine Entscheidung und da würde ich ihm auch niemals reinreden.

Sport1.de: Gerade für ihn wäre das Bayern-Spiel ein besonderes gewesen. Das ist es jedoch auch für Sie. Wie groß ist die Vorfreude auf das Treffen mit den Ex-Kollegen?

Jansen: Ich freue mich sehr auf das Spiel. Das Trainerteam wurde ausgetauscht. Aber es ist schon etwas Besonderes, die Spieler und Betreuer zu sehen, mit denen man ein Jahr täglich zusammengearbeitet hat.

Sport1.de: Wie haben die ehemaligen Kollegen Ihren Wechsel zum HSV aufgefasst?

Jansen: Das müssten Sie wohl eher meine ehemaligen Kollegen fragen. Ich habe damals die Entscheidung so getroffen und bin sehr froh darüber. Das bedeutet aber nicht, dass ich im Ärger München verlassen habe.

Sport1.de: Haben Sie speziell mit Philipp Lahm noch einmal darüber gesprochen?

Jansen: Phlilipp sehe ich ja auch bei der Nationalmannschaft und natürlich spricht man über solche Dinge. Doch letztlich muss man so eine Entscheidung selber mit seinen engsten Vertrauten treffen.

Sport1.de: Wie fällt Ihre Bilanz des ersten halben Jahres an der Elbe aus?

Jansen: Die Stadt ist super, hier kann man sich nur wohl fühlen. Dazu der Verein mit sehr viel Tradition. Zudem muss ich sagen, dass ich einzigartig aufgenommen wurde. Auch als es am Anfang wegen der Verletzungen nicht so funktionieren wollte, haben mir die Leute Mut zugesprochen und mich aufgemuntert. Das hat mich beeindruckt.

Sport1.de: Sie wurden von ein paar Verletzungen in der Hinrunde immer wieder zurückgeworfen. Glauben Sie, dass Sie als zu verletzungsanfällig abgestempelt werden?

Jansen: Wissen Sie, wenn ich mir darüber den Kopf zerbrechen würde, dann käme ich womöglich zu nichts anderem mehr. Natürlich hatte ich schon Verletzungen. Doch jetzt bin ich fit und hoffe, es bleibt auch so.

Sport1.de: Wie zuversichtlich sind Sie, die Rückrunde schadenfrei zu überstehen?

Jansen: Ich merke, dass ich körperlich sehr gut drauf bin. Davon lebt natürlich auch mein Spiel. Die Winterpause hat mir sehr gut getan. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich.

Sport1.de: Was kann der HSV wirklich erreichen?

Jansen: Die Ausgangsposition ist sicher nicht schlecht für uns. Doch unser Trainer sagt immer, dass die Preise am Ende vergeben werden. Damit hat er Recht. Bislang ist alles eine Momentaufnahme.

Sport1.de: Nigel de Jong hat dem HSV eine Rekordablöse beschert. Wie bewerten Sie die enorme Summe?

Jansen: Es ist ja nicht das erste Mal, dass ein englischer Verein so eine Ablösesumme zahlt. In dieser Hinsicht gibt es schon einen Unterschied zur Bundesliga.

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