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Andre Schürrle wechselte 2011 von Mainz 05 zu Bayer Leverkusen © getty

Nach dem Remis gegen Gladbach ist man bei Leverkusen dennoch zufrieden. Die Borussia spürt die Mehrfachbelastung.

München/Leverkusen - Andre Schürrle ging leicht in die Knie und starrte ins Leere.

Der Nationalspieler suchte nach Erklärungen und Trost. Letzteren bekam er ausgerechnet von Gladbachs Torhüter Marc-Andre ter Stegen, der bei Schürrles Elfmeter, der an den Pfosten klatschte, chancenlos gewesen wäre.

Doch eine Erklärung, warum sich Bayer Leverkusen nach einer starken Vorstellung und 31:5 Torschüssen mit einem 1:1 im West-Derby gegen Borussia Mönchengladbach (Bericht) begnügen musste, konnte Schürrle auch der Kollege aus dem DFB-Team nicht liefern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schürrle entschuldigt sich

"Es tut mir leid für die Fans und die Mannschaft", sagte Pechvogel Schürrle: "Ich war fokussiert, hatte meine Ecke und war mir sehr, sehr sicher. Es ist schade, denn mit einem 2:1 wäre das Spiel gelaufen gewesen. Das war unser bestes Saisonspiel." 615118(DIASHOW: Der 4. Spieltag)

Und dann fügte er noch hinzu: "Wir waren gallig und aggressiv. So hat es jede Mannschaft schwer gegen uns."

Schürrle, der in der 70. Minute nach einem Handspiel von Roel Brouwers zum ominösen Punkt geschritten war, setzte die Reihe der deutschen Fehlschüsse im Europapokal unter der Woche nahtlos fort.

"Wir haben am Donnerstag einen Elfmeter verschossen, diesmal haben sie verschossen", stellte Gladbachs Trainer Lucien Favre treffend fest und musste zugeben: "Wir müssen mit dem Punkt sehr zufrieden sein, wir haben heute viel Glück gehabt. Es gibt noch enorm viel zu tun."

"Leben in der Truppe"

Lars Bender meinte zu SPORT1: "Wir haben zwei Punkte verloren. nach dem frühen Tor eine super Reaktion gezeigt. Leider hat es nicht zum Sieg gereicht." Für Bender steckt "Leben in der Truppe".

Und er fügte an: "Wenn wir so weiterspielen, können wir in dieser Woche noch einige Punkte holen."

Vorwürfe gab es von den Kollegen nicht. "Um Gottes Willen. Wir hatten noch genug andere Chancen", sagte Bender. "Mit ein bisschen Glück springt der Ball ins Zentrum zurück und es steht einer von uns da."

Lewandowski lobt Mannschaft

Bayer-Coach Sascha Lewandowski wollte den vergebenen Dreier "nicht an dieser Szene festmachen" und lobte seine Mannschaft für die gute Leistung.

"Wir haben über 90 Minuten eine gute Leistung gezeigt, sehr druckvoll gespielt und uns viele Chancen erspielt. Wenn wir so weitermachen, werden wir uns demnächst belohnen."

Aber auch der Partner von Teamchef Sami Hyypiä weiß: "Punktemäßig ist es immer noch zu wenig."

Nach dem Unentschieden durch den Treffer von Michal Kadlec (12.), der die frühe Gladbacher Führung durch Patrick Herrmann (3.) ausgeglichen hatte, steckt Leverkusen als 13. mit nur vier Punkten weiter in der unteren Tabellenhälfte fest.

Völler schöpft Hoffnung

Bayers Sportdirektor Rudi Völler schöpfte aus dem Spiel neuen Mut: "Es ist unser Anspruch, guten Fußball zu spielen. Wenn wir das machen, was wir können, werden auch wieder Tore und Siege kommen."

Momentan steht aber unter dem Strich, dass Leverkusen zuletzt 1982/83 schlechter aus den Startlöchern gekommen war, als nach vier Spielen nur ein Sieg und 1:11 Tore auf dem Konto standen.

Ter Stegen realistisch - Xhaka konsterniert

Aber auch bei der Borussia läuft noch nicht alles rund. "Wir müssen zufrieden sein mit dem Punkt", sagte der starke ter Stegen: "Die vielen Spiele sind nicht einfach, es ist eine Umstellung für uns."

Torschütze Patrick Herrmann erklärte seine einzig geniale Aktion in der dritten Minute lapidar: "Der Ball kam perfekt, als Juan Arango den Ball gespielt hat, bin ich losgelaufen."

Sein Kollege Granit Xhaka war nach der schwachen Vorstellung einfach nur ratlos. "Es ist keine Verunsicherung. Ich weiß nicht, was das ist. Wir haben die Bälle nur weggehauen. Das ist kein Fußball, wir können den Punkt wie einen Sieg feiern."

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