Magaths Führungsschwäche
Im Mai 2009 war Felix Magath der gefeierte Held, als er mit Wolfsburg die Deutsche Meisterschaft gewann.
Im Oktober 2012 steht der VfL auf dem vorletzten Platz - und sein Trainer und Manager mehr und mehr in der Kritik.
Seit sechs Spielen sind die Niedersachsen ohne Sieg. So lange wie nie zuvor unter Magath.
Nur fünf Punkte, 2:13 Tore - die Bilanz nach den ersten Siegen Spieltagen ist desaströs.
Wolfsburg hat die schlechteste Tordifferenz, zusammen mit Aufsteiger Fürth den schlechtesten Angriff und nach Hoffenheim und Nürnberg die schlechteste Abwehr der Liga.
"Nie mehr Felix Magath", riefen die Schalker Fans nach dem 3:0 höhnisch. In Gelsenkirchen sind sie froh, dass das Kapitel Magath längst Geschichte ist.
Am Samstag war Magath zum 800. Mal in der Bundesliga als Spieler bzw. Trainer im Einsatz.
Wie lange sich die Verantwortlichen in Wolfsburg die sportliche Talfahrt noch tatenlos ansehen, bleibt abzuwarten.
"Über Fragen zu meinem Job kann ich nur mit den Schultern zucken", sagte Magath nach dem 0:2 gegen Mainz am vergangenen Wochenende und sprach weiter vom Ziel Europacup.
Kritischen Fragen zu seiner Personalpolitik entgegnete er am Samstag, Wolfsburg sei vor der Saison für die Einkäufe "ziemlich gelobt worden", und verwies darauf, dass einige der im Sommer verpflichteten Spieler nicht auf ihrem besten Niveau spielen.
Es sei "ein Problem, dass so genannte Leistungsträger wie Naldo oder Olic nicht in der Lage sind, die Mannschaft zu führen", erklärte der Coach.
Das viel größere Problem ist jedoch, dass Magath selbst nicht in der Lage zu sein scheint, sein Team zu führen.
Saison für Saison baut er nach dem Prinzip "Hire and fire" die Mannschaft des VfL um, Woche für Woche wirbelt er die Aufstellung durcheinander - und verunsichert damit sein Team.
Ein Konzept ist hinter dem ständigen Austauschen von Personal nicht zu erkennen.
Er wisse, was in seiner Mannschaft steckt, "das müssen wir jetzt herausholen", meinte Magath dennoch.
Von Europa ist sein Team jedoch momentan weit entfernt, es geht um die Existenz in der Liga. Die nächsten Gegner heißen Freiburg, Düsseldorf und Nürnberg.
Sollten die Erfolge weiter ausbleiben, muss auch der in Wolfsburg bisher scheinbar unantastbare Manager-Trainer Magath mit Konsequenzen rechnen.
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