

Talfahrt-Stopp mit Störgeräuschen
Mönchengladbach - Voller Erleichterung fielen sich Lucien Favre und Max Eberl in die Arme.
Das sportliche Führungsduo von Borussia Mönchengladbach bejubelte nach dem 2:0-Erfolg gegen den zuvor noch unbesiegten Überraschungs-Aufsteiger Eintracht Frankfurt ( Bericht) das Ende der Negativserie von sieben Pflichtspielen ohne Sieg ausgiebig. ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
Doch eine Trendwende nach dem mäßigen Saisonstart sahen beide noch nicht. (DIASHOW: Der 7. Spieltag)
"Das war nicht brillant, aber effektiv. Darauf kam es diesmal an. Wir gehen mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause", resümierte Sportdirektor Eberl ohne jegliche Euphorie, Trainer Favre hielt fest: "Das war ein enorm wichtiger Sieg, gerade vor der Pause."
Favre alles andere als zufrieden
Der Schweizer war trotz des Traumtores von Jubilar Juan Arango (8.) in dessen 100. Bundesliga-Spiel und des zweiten Saisontreffers des niederländischen Rekordeinkaufs Luuk de Jong (24.) alles andere als restlos zufrieden.
"Mit neun Punkten aus sieben Spielen können wir leben. Aber wir haben alle gesehen, dass noch viel zu tun ist. Wir leisten uns noch zu viele Ballverluste und verlieren noch zu schnell die Sicherheit."
Gladbach rückt durch den zweiten Saisonerfolg auf Platz zehn vor, die Eintracht bleibt trotz des Rückschlags mit 16 Zählern Tabellenzweiter und damit erster Verfolger von Spitzenreiter Bayern München (21).
Veh hadert mit dem Ergebnis
Frankfurts Trainer Armin Veh haderte nach dem vorläufigen Ende des Höhenflugs seiner Elf derweil mit dem Ergebnis.
Und weiter: "Wir haben nicht viel aufzuarbeiten: Wir haben ordentlich Fußball gespielt und gezeigt, dass wir kicken können. Wir haben nur dumme Gegentore bekommen und aus unserer Überlegenheit nichts gemacht", sagte der Gladbacher Ex-Profi.
Veh zeigte sich allerdings verwundert über Gladbachs Spielweise: "Dass eine Mannschaft, die letztes Jahr Vierter geworden ist, so tief steht, ist nicht normal." Wobei der Coach auch festhielt: "Aber wenn du gewinnst, hast du alles richtig gemacht."
Droht Ärger um Hanke?
Doch trotz des Sieges wird Gladbach weiter von unangenehmen Debatten begleitet, allen voran der um Mike Hanke. Gladbachs Stürmer soll vor dem Spiel gefrustet das Stadion verlassen haben. Der Ex-Nationalspieler stand wie schon am Donnerstag in der Europa League gegen Fenerbahce Istanbul (2:4) nicht im Kader.
Seine Nicht-Berücksichtigung hatte der Stürmer bereits am Samstagabend bei Facebook öffentlich gemacht. "Wieder nicht im Kader.......!", hatte Hanke dort vermeldet.
"Ich wusste von nichts. Ich hatte am Samstag noch ein sehr gutes Gespräch mit ihm. Ich werde am Montag noch mal mit ihm reden. Ich kann keine drei Stürmer bringen.", sagte Favre.
Eberl reagiert gelassen
Gladbachs Sportdirektor Max Eberl wollte die Aktion um Hanke gar nicht so hoch hängen: "Es ist legitim, dass ein Trainer Entscheidungen fällt, von denen er überzeugt ist." Es gehe "nicht um einzelne Spieler, sondern um Borussia Mönchengladbach".
Keeper Marc-Andre ter Stegen sieht es ähnlich: "Für ihn ist es nicht einfach, aber es ist so, dass wir viele ähnliche Stürmer haben. Einer sitzt dann draußen. Der Trainer entscheidet das und das darf man nicht anzweifeln."
Ter Stegen mit Unsicherheiten
Ter Stegen selbst freute sich, "mal wieder zu Null gespielt zu haben", musste sich aber auch Kritik anhören.
Der Nationalkeeper wirkte bei hohen Bällen und in der Strafraumbeherrschung mehrmals unsicher - es folgten Journalistenfragen, ob die neue Konkurrenz durch den wiedererstarkten Rene Adler in der Nationalmannschaft ihn nervös mache.
Ter Stegen bügelte den Gedanken ab: Er kümmere sich nicht darum, "was andere Torhüter in der Liga machen. ich bin stabil und denke, dass ich keinen nervösen Eindruck mache."


